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Die jüdische Frau · 1926-04-26 · 5/6 (26.4.1926) · p. [Seite]

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Journal
Die jüdische Frau
Volume
2 (1926)
Issue
5/6 (26.4.1926)
Date
1926-04-26
Page
[Seite] (sequence 16)
Language
German
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V- I fie’ttiU ist die l.ntlieiliguug des Sabbats durch W erktatigkeit eine scliliinnie Lrsclicimmif unserer II Ali und seelisch arm ccm irdenen /«i« —_uiuL demioch wäre es ein grolkr^rfolg. wenn u eilig - slens der >ahliall»egiim in seiner das < ictmU ^flieheiideii und veredelnden j>ATt wieder gefeiert wurde wie in den lauen der < iriilleJtcrn. War der fl rcitag-Ahuid einstmals ni\lil ein Paradies, weil» '^»invtfe Vorväter während ..der ganze» Woche ihr den Sabbat aiheiteten und' duldeten? Legten sie lieljf mit dem Alltagsklcidc die gcdrucMk' u»d,,vcrfolgtey>cclc ah und zokcii sie nicht mit dem besseren tiewände einen besseren Menschen an? War die I ampc. die die fromme Hausfrau an/uudctc. nicht die leuchtendes Hauses- Kehrten nicht mit dem Lmziig des Sabbats die Lngcl des I riedens ins jüdische Hans und scheuchten Sorge und Kummer? I ud liehen nicht* 1 die I riedenseiigel. wenn das Ende des hcsccligciidcn Tages nahte, den heiligen (iottesiidem im Hause zurück. der dfe Last der kommenden Woche tragbar machte0 J I he Segensspruche über das Waschen der llandc. uhea das tägliche Hmt vor. und das lischgibet nach der Mahl/eit vermögen das religiöse (iemllt des Kindes, wenn der notige Ernst dabei waltet, doch auch /um Hank gegen den /u erziehen. ..der dass All speiset". t I m Seder in deutscher Sprache, in den einzelne Stellen IMa iiischtana. die Scgciisspruchc. die alten I leder) m ihrer l'rform eingefugt werden, wird dem Kinde wi rtvollere I rinnerimgeii ins Leben geben als kein Seiler. I. In jeder Spraclic. in der wir beten, und au mlem < )rte. von dein aus wir beten, dringt unsere Stimme empor zu tiottes lliroit. Aber es iiiuU ernstlich dahin gestrebt werden, d.ih unsere Kinder die hebräische Sprache besser erlernen als das vorjpigvg.mgciie «»eschlecht, damit sie dem t iottesdienst mit innerer 11 iln.ilmie. ..mit Andacht" folgen und die hohen Werte der hebräischen Literatur imvcrkur/t und unverfälscht niifucluncn können. Hie Schönheit und Weihe ihr hebräischen < icbete können wir nur u* ihr I rspräche ganz empfinden Hall es dazu komme bedarf der eifrigen Mitvv irkting -aucli—dc£ Mutter .* I he t Iffenheil. mit der Sie im < iefulii mütterliche r Verantwortlichkeit Ihre I n/ulanglichkeit in der religiösen l nterweisung Ihres Kindes aussprechen. verdient besondere Anerkennung und berechtigt /u schonen Hoffnungen. Wo eine solche Erkenntnis und der Wille /ur lat walten, sind Lehre und Weg nicht allzu schwer zu finden Angesichts Ihres offenen Hekemitnisses wäre es ungerecht wenn nicht auch der I r/iehcr von Ne ruf Selbstkritik ubi n und seinerseits gewissenhaft prüfe» wurde vvj, die religiöse I nter Weisung in der Schule, die vielfach noch allzu sehr das abfragbare Wissen und z» wenig den rthcioseit * ii ist und die sittliche (iesiuumig ui den Vordirctund stillt nach pädagogischen firmulsat/i i'i fruchtbarer zu gestalten, wie du- Kindesseele n11 Sinne ihrer Sclbsteiitfullung nachhaltig zu luein flussen. wie eine innigere Wechselwirkung zwischen I rzieher und /ogluie hcr/iistcllen. wie das werdende Individuum zu freudiger leilnahii’e am lebe'» der tleineliischaft zu erziehen sei. wie die edlen Kräfte sinn r >iele. seines Willens fn »gemacht werden können, w u es ein HosKstmali von I iilit und I ehensvs a r ii ii vorn k'ehgiousuuterricht empfange b w,t scheinen bei Ihren I ragen sich doch noch zu sehr von Ihrem eigenen religiösen I *e»ke» und Lmpfindc» leiten zu lasset Wenn Sie wirklich Ihr Kind ..sein Lehen leben Itj^scn“ und sein (.iemütslehun als ein stilles Heiligtum. aclHOM wollen, dann berichten Sie ilun nur unbedenklich die Wunder, die die Hi bei erzälM. jenes Huöh. das auch schon Heroen des MenscbengeiMcs miFMirfurclit und Hewunderung erfüllt bat, jenes Hucb*"'..das der Welt die wahre Humanität gegeben hat., wie es der Welt auch den wahren (iott veeebi-u lu»pk—Das Kind erlebt dic~ Wunderwelt mit den^, sittlichen, andächtigen Staunen, wie Erwachsene die Wunder einer erhabenen Natur. Vor derjt Wunder öffnet sich die ganze Seele des Kindes u^kl empfindet sie ihre eigene l iefe. Religiöse (iesinmüng lallt sich ja nicht mit vielen Worten einredenj^ijnd wenn man es mit tausend noch so vermjßftigen (irunden versuchte. Sie ist nur zu uhertra^m durch-'eine stille Ehrfurcht des Lrziehers. der da^ Kind nachfühlt, daü sie der ehrliche. ungckü»stelto*Ausdruck der Demut vor dem {»erkennbaren, der Ausdruck unmittelbaren Erlebens einer ehrfürchtigen Seele, eines sittlich reinen Charakters ist. Sie muH „wie. des Sängers Lied aus dem Innern schallen und wecken der dunklen befühle (iewalt. die im Herzen wunderbar schliefen“. Der freudige (irundtou des kindlichen (iemiites wird dadurch nicht getrübt. Und kommen für das Kind die Jahre, in denen Körper und Seele im Aufruhr sind und Neues wird, so müssen eben die Erzieher — Maus und Schule — mit wachsamem Auge auf die religiösen Zweifel der jungen Seele entgehe» und aufs neue ein Vertrauensverhältnis zwischen sich und dem Kinde begründen. I >ie religiösen Symbole brauchen in diesem Fragen und Seimen nach einem sicheren Kurs des schwanken Lebensschiffes durchaus nicht ihre (ieltuug ein /.uhiiUcu. Wenn der reine (ilanbe der Kindheit verloren gellt. Ls gilt dann, die jüdische Seele wieder aufzurichten. Sinn ut^l fielst zu vertiefen und dadurch dem naturgegebenen Idealismus des Kindes neue Antriebe zu geben, die Jugend dauernd in das K’eicli der höhere» Wirklichkeit biuauszufiibreu. Und welche Mutter kann ifii voraus wissen, ob nicht ihr Kind einmal zum geistigen Führer berufen ist. dessen innere Kraft doch stets im Mntterhodcn des cchr jüdischen Ideals und Lebens wurzelt. Jede Mutter ist so mitverantwortlich für die Heranbildung der künftigen geistig-sittlichen Eührerpersönlichkeiten der jüdischen (iemeinsehaft. Ihr Wort, ihr Kühlen w ird auch dem Eultrer noch heilig und von Segensliaiich umflossen sein, selbst dann noch, wenn kein hörbares Wort mehr der Hotc ihres (leistes sein kann. Der reiche geistige und sittliche Schatz, der im (iemut der jüdischen Krau liegt, bürgt für das (ie- Imgcn dieser schwierigen Aufgabe. Die gebildete und gleichwertige (iefahrtin des gebildeten jüdischen Mannes wird sich nicht über geselligen Verpflichtungen die trauten Abendstunden rauhen lassen, an denen sic sich mit ihren Kindern in die stille, reiche Welt der jüdische» Seele einznlcben vermag. Und sie wird dabei ihre Kinder auch den Ernst lind das I eid des eigenen Lehens und des Lehens der jüdischen < iemeinsehaft mittragen lassen und sie nicht durch Zerstreuung und Ablenkung verhindern, in die l iefe ihres (iemütes zu schauen. Auch das Mittragen von Leid macht die Seele groll und schafft mehr noch als die Mitfrcudc.den gemeinsamen Pulsschlag von Mutter und Kind. J Das Wort im Schema: ..Schärfe sie deinen Kindern ein und rede über,<ie. wenn du in deinem Hause 10 r -v Jtidkcbc Krauen, « erbt für ..Die bkHscbe Frau £

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