Mannheim
Compact Memory

Die jüdische Frau · 1926-04-26 · 5/6 (26.4.1926) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die jüdische Frau
Volume
2 (1926)
Issue
5/6 (26.4.1926)
Date
1926-04-26
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
75% known words query
IRI
…/4899998-4932217-4932308--361-4900340
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

uocb sofort kommen. das Kind kann kauin mehr schlucke». I s wird dann natürlicherweise der bedauerliche Mescheid: Sie haben ..zu spat" anijerufen. Herr I »oktor ist soeben vveggegaiicen Sobald er älter anrutt oder /nrtickkoinutt ti'w. IcJi will auch nicht bei dein heute reichen morgen armen '.'der heute armen und morgen reichen Spekulanten verweilen, denn zu seinem ..Mcrtif" gehört es nun einmal, dal! er ../ti spat“ auf I .iura oder eine Mutte setzt, dal! er „zu spul"-auf einen, feinen lyp.liort. Spekulantenlos. Mei lebenswichtigen Liitscheidimce» in der Meinls wähl oder richtiger cesact Merufs-Mes t i m ui u n c' erkennen die Metreffendeii meist selber rechtzeitig, aber leider oll genug die eigenen Liter». die ständige» l.rzielier. ..zu spat”, dab Megabung und X eranlagung eine ganz andere Richlnng bei dein jungen Menschen hatte nehmen müssen, als die gewaltsam aiitgezw ungene Lebensbahn. In soleheil I allen bedeutet Jas „zu spat" oftmals eine Vernichtung der Individualität und eine l .ihntlegung von angeborenen f ahigkeiten. I »as t iegettsttick zu solcher gevv lilis.nne». wen» auch in I nw issenheit geschehene» I nterbindung der i'ersonlichen I alugkeitsenivv icklung bilden die weit zahlreichere» lalle, da die Schuljugend glaubt, für Lehrer und /.eugmsse arbeite» zu müssen, bis sie gewöhnlich im letzten Viertel des letzten N.huhahres erkennt und es wie Schuppen dann von den verblendeten Alicen lallt: ..zu spat!". Zu spät das I mselien. dal! man fürs eigene V orvv artskommen, für s,J, selbst zur Leistung erzogen wurde. Aetmlich verhält es sich mit der kindlichen I» a n k h a r k e i t gegen die Liter n. . Last ausnahmslos. so schmerzlich diese Tatsache auch ist, si lien Kinder erst ein, was ihre Litern an Liebe und Opfern, an Selbstvergessen und Lntsagmig für sie gegeben haben - — wenn es „zu spät" ist. Verzeihlich ist solches ..zu spät", wenn auch bekummcrlich für die I lankbarkeit heischenden Litern, denn es ist eine ebenso utmmstobliChe (ievviUheit. dal! man nur S e 1 b s t e r I e b t e s vollständig ii a c h fühl e u kann. Ls kann im besten Lalle ohne dies eigene Lrlebe». ein gefühlvolles Ahnen und ein ahnungsvolles Lmpfinden bei Kindern gebe» mehr aber bestimmt nicht. Doch liegt es vvoltl so in der Absicht der weise geregelten Natur. L'nd an manchen kommt die Reihe. da er kindliche» Undank selber zu spüren bekommt. Wohl dem. für den es noch nicht .zu spät" ist. Dank zu fühlen und zu zeigen für „Alles", das man nicht in Worte kleiden kann, weder die väterlichen borgen, noch die mütterliche» Sclimerzc» betreffend. I »as V\ e h e s t e von allen solchen Möglichkeiten scheint mir dies zu sein, eine» Menschen auf Liebe wartend zu wisse», sei es auf ein Wort, einen Mrief. einen Mesuclt. eine V ersolmunvt. eine vv inzig kleine Aufmerksamkeit und die Zeit damit zu v ersäumen, da die Ausführung des Vorhabens möglich war und dann ganz plötzlich — zu erfahren ..Tot" — „Zu spät" — nicht nachzubolen nicht vv jeder cut zu machen „Lind die e i u s a in e Träne rinnt.“ — Zu spät-zu spat. Und die Lippen wiederholen es noch immer, wie unfaUlich: „Zn spät — zu spät" M. St. t; Wji / is»..> Vtjr/ l‘/.’o Vt.it/ I»" .'V Vt.it/ |s7S > Vt.it/ in y.n/ |sn.t *i Vtat / |S|I| I April Is;11 I AptJ lo.*«. I Apnl |svc? Apnl Isk, Aptil IT1/" i Apn. Ivi» s Apni i;s«i v vpoi is:«. Kalendarium. I'it < ipfinkompomst 1.1.1)111' linmint.il hin- M.iIvs \ Di'lotbiii t iiu v M-itu r tt.iuplu i-rki- I >n liiilm' Voll.1,1 Zimt/. PwiluiluDv. 7 b.ihtiD in Cli.itlottlllbutD Dl'lofl'lll. Vtiili.irl Hut Jr.iitt.it l»ublir. HruJcr Ji-v Knmpumstiit Vti\itluit. /u Vtuitvltiti .Ut.iltriK Di 'toilu u I »t s.nnim I irntirtitjiiii Di'l'i'fi ii. V iitMt/i'iuli r ili v Ziniioti tikniiDri'HDi'tiilits lluuj.it ' luinpi t/ zu Itromi Di'tuiun. I'liiln- Iudi mul l’ltilc'M.pli S.|lnt|lii|l '■Ul/l'l. Ill I \ ut t.lDl'I'Jl't K.llltnt Ml Itulli lliltll D l l'"f l II l'tllll’NMIt Vtllflt/ --1 l-IHNv Itlll-I-Il f . /II PtllSMtlt/. W.litt l ll Dl >»" i ti In l’llntui» l*llllip|IMlll. Atzt mul s^|,t,j,D,D»iu Vtit.ulu'itri .in Jilll Hibtlmtk mhuv ItoiJi tv luJvtiii l’liilipp'.un. Di'.tntl'i't’ I fullllllllD Jl > llll't JlV.llltl l miitMi.it ui li t uvi.i in lljtumn kl.it j Hitv.lt Diboruu- Hn.lioltilumu t'V I rillt l' ult / U l’.lliv Dl vtiifll i'tt tiil'iii' k'iiwir /u It.imhuiD Dibnon Jiulv.lut und )uJiv.lu't IVditiki t tplit.iit« Wuviv Kuh. Jvf ivtr piJiv.tir hülltrt Ji t vuh Ji t Ji-utv.httt >. Itfiltvpt.iilii' l'ellutlll S^MtltlD III 'l’lllff V .Ul f vlrijt | f T l-vl.i i| Divt.lllull hi i WjiPutDit Hhilnvnph l*t"l hr Hittu.iim v.>>biii /u Hi tim Di vtntbin k'jlu Vt. .1 pul D" lll l'Ulv.ltihijiuim. in Ituvt Dll'.itlll hl Hi tub.it J k jltt) Dilsitm. h .ir V U'li J.ihtr t ii nvi .ilvi kti tjr Ji v ttillvi i ti itiv Ji r Ji utv.lutt I ii Jen und jvt jetzt (icncralJircktur des Amcric.in li'iiivh Jiimt hivtributiun Committee. I't April l'HS K.i.ik l.eib l’erez in Warschau Destorhen. einer der bekanntesten jüdischen Schriftsteller. II. April is’.V l irJm.uiJ I .iw.itle. so/i.iliviivclter Politiker, zu Hrevl.m Deborett. IV April iwh Prot. > »t. M. L.i/uruv, bedeutender Philosoph, zu .Wer.ui gestorben. Ii ApiiI l'»7 Ludwig L.i/nrus /.itnenliof. AuDenarz.l. ist SSj.ihrtD in W arsch.iu Desiorhen. t.i ivi der Urbilder der Welthilfssprache Kvperanlo. IV. April Is-H Vt.irkuv Peult /u Kolin geboten. HegruuJer der beule noji einzigen ivrjelitiM-beti laubviuimneti.invi.ili lur heiitvchl.uid. I »r. I! e r u Ii a r d K a Ii u vollendete am ö. April sein 5n. l.ehensiahr. An seinen Namen knüpfen sich ungezählte laten auf dem Deinete indisch-sozialer Hilfe. I »r. Kalms he solideres Interesse galt der jüdischen Vnsw aiidertine. der er durch seine hervorragende organisatorische Megahnng den <Jharaktcr einer l'.mik-l Migration nahm. Mir wünschen dem hochgeschätzte» lubilar auch ferner ein segensreiches l eben. I »ein 5ojabrige» I »r. I s nt a r L r e und. dem Meir.it der Herliner Jüdischen Demeinde. übermitteln wir von dieser Melle aus unsere besten Wünsche ttir eine dauernde t iesundheit. die es ihm ermöglicht, auch ferner seine hohen geistigen I Ml ich teil zum Molile der Des.nntheit ausziiubcn. R. f. 4 JUdbche fraiMn. werbt für „Die Ittdkhc Frau**!

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.