Die jüdische Frau
- Journal
- Die jüdische Frau
- Volume
- 2 (1926)
- Issue
- 3 (15.3.1926)
- Date
- 1926-03-15
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Das ftUHscfieKind BEILAGE DER ZEITSCHRIFT .DIE JÜ D I S C H E FRAU* Ciliput in Palästina. \ oii Sidnuic k n u' ii I) c r In Palästina, in (iuliläa wurde durch afrikanische Zionisten eine Ansicdluug geschaffen. die kann man wohl ohne l'cbcrtreihung sagen in der ganzen Welt nicht ihresgleichen hat. IS ist dies das Kinderdorf Kjar .leladim und wird von Kindern bewohnt. ist mir fiir Kinder bestimmt, wird von ihnen verwaltet und sie bearbeiten mit ihrer Hände Arbeit den Moden, treiben Milchwirtschaft, und all dies mit Maschinen und (iernten. die ihren, d. h. ihrer t irolle angepulit sind. Kinder aus allen Teilen der \\ eit. den Pogromen entronnen, sind hier versanunel'. Aber sind sie mal da. dann sind sie geborgen. Nichts i rinuert mehr an die erlebten Schrecknisse, ja selbst Prägen sind verboten, denn sie sollen nach und nach diese Eindrücke vergessen. Nur ein Arzt, ein Pädagoge und ein Wirtschaftler sind die Erw achsenen und leiten unmerkbar die (ieschicke dieser Ansiedlung, alle anderen sind Mädchen und Muhen im Aller \ou h l(i Jahren, aber trotzdem stellen sie schon Menschen dar. die ihrer Verantwortung, der Arbeit gegenüber und den Mitbewohnern voll bewulit sind Es reift das (ietreide. und den Traktor handhabt ein kaum ISiahriger Knabe: ein Miahrjjger berichte!: wir haben eine ziemlich gute Ernte, besonders in der (ierste. aber im nächsten Jahr werden wir lahak pflanzen. Ein kleines Mädchen, vielleicht I.t Jahre ah, beaufsichtigt den Kuhstall und lallt niemanden ein: man kann uns eine Krankheit hinein verschleppen und was täten wir ohne Milch, meint sie. Sie und > noch vier andere haben einen Mesitzstaud von in Kühen, genau so zu betreuen, wie die Knaben ihre sechs Maulesel zu den landwirtschaftlichen Arbeiten benötigen. Jedes der Kinder hat noch ein kleines Stückchen (iarten zu seinem eigenen (iebratich und sie bemühen sich im wahren Sinne des Wortes „im Schwellte ihres Angesichts", jede Konkurrenz der anderen in bezug auf frisches < icmüsc. schone Mlumeii. - süllen Honig, aus dem l eide zu schlagen. Sie haben sogar eine Verfassung: das aktive Wahlrecht beginnt bei ihnen mit sechs, das passive mit zehn laliren. Sie haben einen t iememdei.it dt. i sogar du imanziellen Medingungen festlegt, denn jedes Kind muli seine Parzelle, die es selbständig besitzt, v>», der (iemeinde pachten und die Pachtsumiiie m Torrn von Naturalien au die gemeinsame' Kliehe abhelrn kelhstv erstandlich besitzen sie auch einen kport platz und hitzige Matches werden unk rciiiunde r und mit dciL_Nnclibarif uiisceiuc-hten.—TJe+^mmHtr-ttnm- Nachbar ist ein kleines Arahcrdort. Muieiri M. Üben untereinander in licizlicher I reundschait. lu suchen sich und die arabischen Kindei werden von hierzu besondets befähigten ludciikuidern im I esgn und .'schreiben unterrichtet Nur t Munden,hindurch werden sie im < iarten. auf dein I‘eitle beschäftigt, me im geschlossenen kaum, sondern die weiteten vier Stunden praktisch in I cid'und .W ule! unterrichtet I *ie Schulaufgaben dienen gew issc riiialten als Wett I aiupf untereinander I nel sind äucli diese Murgci n>>ch kn.de r lusti und lachend, sich balgend und tr uenef s>> sind su imuiethin Menschen, die lest aut dem MikIvii de: W irklichkeit‘stehen und wissen a as ^■ >1K-ij und wollen - l l'd noch etwas |l,is Kindeldoii wnd von de e ort Vnsassigen als lleiinat be trachtet sn mii das' Kind oft aus item I Iternhaiis w egge hl ui de r Errrmfr etwas lernt am dann ziiiuckzukehren so ist es auch hier. Sie können jederzeit m ihr I Ilernh.iiis zuruck kehren lind dort bleiben, bis sie sich aut eigene I u»e ‘teilen können, denn, so sagt der pädagogische I ei kl der Siedlung Wir sind kein grobes W .iisephuus wir sind eine I umilie; alle diese K neter wissen nicht und sollen es licht wissen, elali sie von der < inueli anderer leben, denn sie leben von ihre r Hände Athen, wir erziehen sie zu tüchtigen Menschen die hier durch, dall sie es selbst sind auch andere dazu er ziehen werden l ud wenn sie dereinst eine I .muhe . ilinden. Inchtlgkeit und I leill. Xrbcitsireudc und Verständnis weiter v ei breiten werden Der Pfefferkucßenjunge. X oii I h e k I a S k o r r a tlortsetzung.l Aufs Her Ute wohl sprang er uhcr die ausgetretenen Steinstufen m den l.adeii des Schneiders kubciisolui. I >a lagen heute' Nadel und Sche re friedlich auf dem Arbeitstisch, auf dem der ElciHige die Woche über mit gekreuzten Meinen zu hocken pflegte. Heute aber sali er in seinem langen, braunen Somiabendsrock auf dem einzigen Eeluistiihl der armseligen Mehaustiiig und murmelte, über ein (iebetbuch gebeugt andächtig vor sich Inn Nun fuhr er erschreckt m die Holu um! winkle ärgerlich den I uidriiigluig ab Xch. Pfcffcrkucln n zu kanten reicht, sein har ge r \crdicnst mellt hin. und he uk am Mh.ihl»cs kaufte et ube rliaupl nichts 11.1 .du i spraiu seine kleine locliter >ar.ih, die schnelle i f» gritten hatte aus ihrer I cke. lu der sie iiIh r ein paar atnieehcen ■Spielsachen gesessen, geschwind schob sie von innen eleu kicgcl vor die I udcnttii Jul’ du I nh.utde v <