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Die jüdische Frau · 1926-02-15 · 1/2 (15.2.1926) · p. [Seite]

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Journal
Die jüdische Frau
Volume
2 (1926)
Issue
1/2 (15.2.1926)
Date
1926-02-15
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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Kindes bis zu seiner Vcrmahlunc vor (iott zu ver antworte.») haben. Nach der Hochzeit ist aber jedes Kind selbst für sieh \ er.intwortlich. Hei meiner >eh\\ester bedurfte es Keiner brmahmiiic. Ihre I ränen flössen reichlich und imik. Nach dieser K’ede kam. in Heideitum: der Liter» und Düste. eefulirt \on dem Ortsrabbiiier. der Brnuticum in den Hoclizeitssaal. nahm von der vorbereiteten, mit Hopfen wttMütmten gefüllten Platte den Schleier, und auf TTüTen die Aufforderum; des Pabbiners bedeckte er damit das Haupt der tiefbewegten Hraut. Hei dieser Handluiu; bestreuten ihn alle l mstehenden mit Hopfen und Blumen, und unter lauten (iluckvv unschen. I in armuimen und munterer Musik vereine noch eine cute halbe Stunde, in welcher man die Hraut von der schweren Hrauttoilette befreite, ihr ein leichtes, lichtes Kleid anleete. eine leichte Mamille über warf i. J den Schleier aut dein Kopf /meditierte und befestigte. Nun ging es in die Svuacoev. tedocli nicht wie jet/t in Lepiipaccu. sondern /u Pull durch die oft sehr sclunut/iccn t lassen. Die I ramme wird von den luden als öffentlicher \kt betrachtet und muli daher unter freiem Himmel v oll/oecn w er den. Das Volk soll Hraut und Bräutigam sehen können, v ielleicht w eil! jemand, dal! einer der Hraut leute schon verheiratet ist! Der Bräutigam wurde bald nach dein „Bedecken" mit Musik ein Marsch wurde gespielt vor die Svnagoge geführt, w o er unter den dort aufcestellten Baldachin gestellt wurde, l ud die Musikanten begleiteten mm auch die Hraut unter die „chuppe" um demselben Marsch. Die Hraut wurde von den . l ntcritihreriiuicn" (Brautschwesterpl au die linke Seite des Bräutigams gestellt: die Musik sei,wieg. Die Zeremonie der Linvv eihung des Brautpaares begann Der „Schames" <Svnago-ge»diener> füllte ein Dias mit Wein, über den den Segen /u sprechen, ein ge- Satze hielt er inne. Der Svnagogendiener ubergab dem Bräutigam den I rauring, den dieser in die Hohe hielt, und mit de» gesetzlichenVV orten in bestimmtem Phvtlunus: „Hare at mekudesches li betabaas se kedas Mansche vv'.lisrnel" steckte er den Ding auf den Zeigefinger der rechten Hand der Braut. Dann wurden bei einem Becher Wein die sogenannten „sehcvva brochatis“ die sieben M geiisspruche rezitiert, die die schönsten liieeiiden und edelsten Pegungen des Menscheiiherzeiis. wie l iebe. I retinelschaft. Irene. Bruderschaft des Lhepuares. t*rei>e11. I »an» vv urde die „ksuhe" (Heiratsurkunde) vorm. , lesen. Diese lautete wie folgt. ..Dieser Herr N. hei ratet dieses I rauenzimmer N I r verpflichtet sich, ihr Mann zu sein, sie zu ernähren, si.mdesgemall zu, kleiden und sie zu beschützen. Sie bekommt von dem Herrn N. dreiltig < loldmun/eu." Die . Ksnbe wird der Braut hier unter der ..Clmppe" überreicht Nachdem das < lebet über den Wem zu lüde ge sprocheu vvar. mulite» Bräutigam und Braut aus dem Blase trinken. Das (das .iber legte man auf elie l.rde. und der Bräutigam mulite o mit dein lulle zerbrechen! Die H,ochzeitsgese Ilse halt tief M «sei low" (tiut (duck), und das Brautpaar trat Arm in Arm den Heimwec an. von der lauschenden. In raubenden I autareimuisik und dem gesamten Publi lutlt begleiteI. wobei besonders die alteren Weiber einen Peige n dicht vor dem Brautpaar tanzten denn als grollte ...Mizwe" <d h. gottgefällige l.,t> calt: ..M'ssaineach cliosen wekalo“ zu sein <d h Braut und Bruiiticam belustigen) ^ie tanzten bis /ii unserem Hause Dort sdiw iec ehe Musik und nun galt es. zu sehen und zum I eil zu bewirken, da» die Braut zuerst über die Schwelle trete Pin alter Aberglaube» lehrte nambch. da», wer von dem 1 he paare zuerst über die Schwelle tritt, durchs ganze Leben die Oberhand im Lhelebeti behalten wurde Sämtliche f raue» nahmen ihren Mhmuik ab und legten ihn hier auf die Schwelle; darüber sollte das neuv ermahlte I hepa.tr schreiten Hier bei uns > oll TcTrdrw-sJffcii^ie ungemütlicher Ordnuuc wahrend es bei dcnwmiludien Volk tui dieser De lecenheit sehr oft zu einem Handgemenge kam. m dem-bald die Verwandten der Braut ihrem Schutz Img den Vortritt zu erkämpfen suchten, wahrend ihrerseits die Verwandten des Bräutigams dasselb. Manöver übten. Mail denkt, stell diesen ganzen vd'eippe gang ) I rauungszng) mit allen oben geschilderten Szenen bei Pegetiw etter unter freiem Himmel, wo wenige von den - I un/ende» >cIütiiic besahen D.i gab e' schlumpige VV cibcrtockc und Pantoffeln. und du. arme Braut »»litte laut die bittersten V >trvv urte hören, da sie. wenn es zu ihrer ..vdiuppe _ regnetewohl naschhaft gewesen sein Find austJenKasscrollcn geleckt haben mulite In groltem Dtdranct kamen die Brautleute zr Hause an. wo das juiice Paar m sein /immer gef alert wurde und bei De. Bouillon mul Leckerbissen sich voll den Mrapu/en eles v.h»ppeganges erholte I ' war auch hohe /eit' Denn das Brautpaar fastete bis nach der I r.iuung. Man nannte die erste Bouillon die inan dem Brautpaar gab. die „goldeite Nippe" Nur die intimeren I reiiudmiie» und die Braut schwestern wurden m das /minie > der Brautleute Inneingekassen. Die übrigen Duste verabschiedeter sich, um sich zwei Munden sp.iier zum Abendbrot eins sich ..Chlippew e tsc liere ' nannte, e in/iitindeii Be i diesem Mahle führteehe < ie scllsehati allerlei leicht sinnige Despradie. die nicht dir f Mvulitat entbehr teil. Nach eiet luxuriösen- Mahlzeit die in.it einer gl oben Zecherei e ndete, blieb die DcselKdiutt noch. ' bei lisch sit/eti I s war Brauch, dud der Bräutigam das Mahl durch eine talmudisdic K’ede > I «rosdie ) vViirzen m»l!te. Nun wurden ehe . Dfosdiecesdirnke el. Ir I lochzeitseescheiike. von den Verwandten. II lern und Lreinielui den Neuvermählten dargebradi' Der ..Badchen" trat wieder ui Akt».,, I r tnulftc ' il.is Publikum mit allen moglrdien Possvn uiul irrt prov isje rtcu Anekdoten in Veiseii Unterhalten, at» ie den Dust, ie nach der Munde eil! launiges .Wort dien" sagen, lind endlich auch' eiern Brautpaar >dlcr/c. aber auch bitte ie Wahrheiten in Ininiorist, sdier I orm erzähle i> I ult i diese n Baddioium gab es oft geniale lelite I liier ''ende i t Vle vandei > I ledelmann hat eine köstliche >aiinnluiig seiner launigen V e rse lullte rlassui I ie de linaiin hat in M nsk . zewirkt", wahrend ui VV ih-.i em -ge w >sse r Vfot.he V.habad mal l.liiokuin Buddle' bdielu ve arm Del BaJch.Mi sieh» ie h auf e ^tnhl unO net mit l.'i'kr Minime. das lim emgef'.. -.Ir i. Mod, Ze »Sgl Sehet k in die Hohe haltend, de .1. N onende s ,< ie l'erv- und pries mit v,» Ie n > ehe rlre il'tn g> n eien -V ert und dr besonde’le n t.hl.ilUuk ll eie s I ie Seile likes- >enie V.>ipdimes brachte 'er in singende ^K’e / lutiv en v tu. ,e obei die ange he It r Ie I «Sc hge se Ilse h if t herzlich lachte lh.se Posseii elauerten bis »>>.,' in ehe Nacht I >us hsdu’ebet wurde ge sagt da* mit eien scliewa brodiaus über einem Be die r Wc:n' e ndig'te. von dem man dem Brautpaar zu nippe-n gab Dann ka rr der s.,ge,i.onte K<*sclu Man/ an d-e K’eihe Die Hfu'lt II" le' 'hum s»k Meie'' s. t/t, in.m in die

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