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Die jüdische Frau · 1926-02-15 · 1/2 (15.2.1926) · p. [Seite]

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Journal
Die jüdische Frau
Volume
2 (1926)
Issue
1/2 (15.2.1926)
Date
1926-02-15
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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> 'ich itu.li! et lullte. wurde mc verstimmt and weinte um »ehe.men nll. imei ihr emt/es Wesen sprach un: I neediilJ. I he A orlii reitmiceii /ur Hochzeit nahmen ihn II mul ili.r f. . I..»< . i n. Ilm hii'iui nri in I ininiersi.ic. lief! sieh mit prachlieem Wetter uiid >• n11'eiiseliem an iihiie Iieloch den Brhiitieam in unsere Stadt /u fuhren. Ih»eh kaum war es II I hr •**wurden, als eine "tafelte die mieeduldic: erwartete. frohe Nachricht I'fae Ille, dal! der Mr.mli.Mtn mul U-. I.ji.m . .■ .t— der Ivt/'eii l'nststatum aiicei.iticl seien und Wtuterreisten. I iltc kleideten wir uns .ui; das Iruhstuck wurde I»ereilet Ich muhte helfen und wurde darum um /UI Hallte mit du I rsttoiletu fertig I he Braut aller wollte s,^I, nicht eher ankleideii. Ins sie erst ihren Br.mlrc.im cVsprochen-huMc ein \ erlangen, das uns heute nur recht und hilltc klingt. Allein ein strenger Kliek unserer .Mutter und ein Wort der >cliwestern waren limreiclieiid. diese I orderimc auf zuechen Bald erschien die. Scliwester hraiitlish gekleidet. in den Spiegel freilich hatte sie kaum cescliaul' Ihre Seiit/er liehen den 'sturm ihrer < ii - tuhle ahnen' I s.lac in der Mudit der Sitten teuer /nt. dal! sie ruhicer wurde und sich, damit ahfaud. e i st iiii I raiiuncskleide /um erstell Male ihren I ehcnsiiefnlittvn /u < le.sieht /u bekommen. I s war IJ I lir ceworden. I he Linladunceii /ur I tauunc au die I teiinde und Bekannten waren in der I ruhe desselben I aces i ei schic kt worden, und inice (laste; fanden sich schon ein. Musik irkl.mc mul unsere I Item traten mit ernsten (lesichtern. bewerten Bei/eiis und trauern ollen Auren in den f loch/eitsNual. m ihrer Mitte ehe luremlhche. hübsch ceschmuekle. mente Braut am Arm haltend. Meine Schw-esie'i war keine aiisresprocheue Schönheit ••bei ihre hohe Matur. ihr stol/es, hochrareiides Haupt. ehe hohe Mim und klnceii Auren liehen auf ihren Ne'stanel sv.lihehen Bei I rnst dieser Stunde eear In I ihr Wir es wlnrn e mi i im in > i nniiirle.ll.tr ilaii/ nulle iielite t und roh übet ihre strettevn < ieskhls/uce die iinlele Hnieehmie und I reehuue. die wir in ek r letzten /eit bei ihr verminten. Mein Aalet halte Ul/W Isihiu den Hnuticam m seinem l-oris berruht. und ei konnte meiner Sehwester mit I i be't/enrunr. ' et sie Ilern ela B eie r uiuce Mann ein In bensw indice i Meiiseh sei l nie r eleu klanccn einer zu I lauen iulitiHelen Musik, wie sie bei ähnlichen ( le le.ee iiltrilcri ilblieh und passeiiel ist, iuhrti'rr unsere I Item ehe Blaut Ins m die Mitte de' I loih/eitssaales wo aut eiije in'.1 eppieh ein \tnistiihl um einer I uh bank stand und mit tt.mein Hüllte n Alicen liehe n sie ehe Braut aus ihren Armen daran! nieder Me blieb t uelidetikeliel IN ’sii h. Ce kehrt, sitzen. Baiice I iwar tune, freiiehe'e Irncimc. der ledankc Skh f„r> can/e leben zu fesseln einte, htobte n Sie Ach' I Hl I l .nie ule bl II' W leM.el sact d<k>, dieses l im \Aort I »e v all r entternte stell, du Mutter abe! und wir alle t ek h ce s^ hmik kt. 'blieben ui ihrer Salle I s dam Ile alle.b nur kurze /eit. als ee H aus e!e m Vorzimmer ehn Bedienten melden hotten, dal! eilt Bi.uittc.mt v«hcedahiin sei. Meine Muttei erhob sieh iiiiel wart einen imriihiciii. aber von mutter' he. In m Mol/ ei lullte n Blkk aut ehe Braut, die blak imei statt' V Ol Skh hinsah '-le sj.r.kh ihr nochmals ■■ut /aitlklkii AA or ten Mut za inte' bi'cuh 'kh dann ui de n zweiten s..|i, ,f um ein willkommenen < i.isti__ —Tit eUll'laile' n "f-»e’’ •"\r.ltrr tfjll Ihm II "sifion IIII Tor . iinn.i t eiitciceii mtiariiiti und ktih'e ehn Biauti- ,.iiii mul tuhtti ilm ms zwiite /.immer zur Mutter d e -aeh l'a't'.Jice t Sittv w leh ' Jnd’ eine". Bande ' t druck noch durch einen Kuh ihre Lrcude oder Zufriedenheit anher» durfte. Aber ihre Alicen lind ihre I asticen Worte sacten. dah sh- /mrit-h n ee ar lu.i- Bramtcain seinen der z.artliclien L'mariminc des Va ters mul der freundlichen Worte der Mutter ntiwettic zu achten: seine Alicen suchten cieric und ce stiannt die, nach der sein Herz sich sehnte. Kr sah »Per alle, die neben ihm standen, hitiwec in den /weiten Salon. \on wo ihm der Stern seines Kunfti een Lebens enf-cecenlettcltlitel I He f estcenossen celeitet um unserem V ater, cince» nun in das Hocli- ,^eits/.immer. Meine Schwester hatte sich von ihren. Stuhl erhoben und stand in ihrer cauzeii AAurde den. BraiitiefHin ceceimber, das Alice beharrlich aut ihr Ci richtet. v or dessen Blick er die seiiticeli. wie ich denke, senken muhte, da sein Charakter nachciebic. mild und iric,dtertic war und der ihrice zwar nur wenic Sentimentalität besah, aber kerttic cesund. kalt, hell wie der W intertac war. Auch zwischen Braut und Brauticatn durfte selbst bei dieser feierlichen (lelecenheit kein Baudedruck cewechselt werden. Ihre can/e I rscheiinmc jedoch wirkte auf lim elektrisierend: er konnte sich kaum lassen und murmelte einice unverständliche W orte, worauf meine Schwester eine mahvolle Antwort cab. Ls wurde dem Brautpaar cestattet. sich ins zweite , immer zu hecelten. zunächst in Becleitunc der beiderseiticen filtern, die sich »briecns bald entfernten, damit die ttuicen Leute endlich ohne Zeucen miteinander sprechen konnten. Wenn das liiktum: .(iekmnmen. cesehen. cesiect“ irgendwo berechtigt ist. so hier! Ls vereine kaum eine halbe Stunde, da traten die ttnieeii Leute freudestrahlend in den Moclizeitssaal zurück. Mau beeilte sich zu frühstücken: es ceschalt in •.roher < iesellschait und in sehr munterer W eise. Schon sammelte sich die Mence der ecladenen •taste: und da es im spaten Herbst war und der - I.ie kurz. -.11 muhte man vifen: tmterdessui war es drei I hr geworden. Im Hochzeitssaal wurde ce tanzt, und ehe Braut auch in den Wirbel hineince- /oceti. was nach den damalicen Becriffeu cait'z in eier «»rdntnic war. Her Brauticatn hat sich die I rl.iuhnis aus im lanzsaal zu bleiben; es wurde tr- Lubt. aber nicht iur lance! l'nsere Mutter zeicte '•ich hei ähnlichen ulecenheiten viel milder als der A ater Sie setzte sich in einen Winkel des Boclieitssaules und hat ihren kunfticen Schvv iecersohn. neben ihr Platz zu nehmen. I me Stunde mochte tu I an/ und l.ttst verbau ecu sein, da malmte meine Mutter den Brautiir.li». dali es Zeit sii. zu cehen. I r tat es mit einer sehr lanceu A erbe nenne und einem Lächeln eveeu die Braut. I nJ mm fine die Zeremonie des socenaimteii Besetzens imd Bedenkens an. die darin bestellt, dal! man Brautkranz und Schleier vom Kopfe der Braut Itermiti rnalmi. und die I rauen und die f remtdinnen die Haare der Braut, ehe etcetis heute zu kleinen Zopfv’iien ceflikhten waren, auflosten mul »her Mals litte) Nacken breiteten, wobei die Musik nur stille I otiv aiischlact i he muh vor einer kleinen Weile so lustie tanzende BochziItscisellschaft wurde still, l imtr.mrice Minimum: mnlmllte alle. Her Mädchen "der Marsch.,hk wie man diese K.tsnalienredtter e'atti.ils n.mnle irmnerti die Braut, dal! der heu tece 1.1/ für sie . " t . Iv. r.^ | Imitl mn>WiiTi—xrrlu te tu i m t ilies Madimti. und dieser lau solle ihr l.eilic wie eie r-A ersolmuucstac sein. Sie sollte (iott .milchen, ihr die 'simdeii zu vergehen. Ber damalig. 'adecl.tuhle dal! die Litern die Sunden eines jeden 4

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