Die jüdische Frau
- Journal
- Die jüdische Frau
- Volume
- 1 (1925)
- Issue
- 13 (7.11.1925)
- Date
- 1925-11-07
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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BBESLAIKHJBRIEK —-- 4\ im iiiiM.i'tli Mrcsl.mer Mitarbeiter! L. Meute soll >im erster Stelle von einer Ausstellung die Rede sein, mit der 'ich die hiesigen l . t). I! 11.- l.o«en ein schönes Xerdienst um die mdisOlie Kunst erworben haben. es li.mdel; sich unrthc~^Vnssie ilnn« ..Werke jüdischer Künstler Mreslaus und Werke von Hlum-.lerusalem". I in es vorwc«/u»climc». m.m wird erstaunt sein, eine v ie «'rolle* /.ahl jüd:sjic< .Maler die alte Uderstadt in ihren Mauern helierherct. inan wird weiter erstaunt sein, wie viel Kunst sich i:i ihren Werken findet, und wird sich von ller/en treuen, dal! die Vertreter der extremen Richiuneen. die es schon immer «e«ebeu hat und auch Siels ec hell wird. nur einen «crin«cn I eil ausmachen. Nun /u de n riiiizellieiten. Ltidvvi« III u in - Jerusalem, ein Könner, der sieh bereits Ios«er>in«eii li.it von lenem 'lasten und Suchen das so charakteiisiisch für die moderne Malerei ist und dem wir auch hier oft-rs he«c«»ei; werden• .:hu llhim ist schon frei el.ivou Seine Werke in irgend eine bestimmte K’iciitu i« - inzuordneh. ist nicht mo«ncii. da/.» ist ei /u sehr i eber«au«: w ir linden in dei. beiden «rollten llildern. der ..Aussicht vom Oelber«" und dem ..l'ano- "uina von I liicrias" jenes Gehauen ohne Denken, w ie Ilermaun ll.ilir den. Impressirnisuuis bezeiclmete: aber was alle Milder auszeichnet, ist die |>rachti«e l'arbenycbim«. eine frische, wenn auch oft nicht mehr volli« natürliche Muntkcit. die iiimici schon wirkt. Landschaft scheint die Starke Mlunis zu sein, wie überhaupt die Ausstellun« /um «rollten Teil Lundschaftsbilder enthalt. doch bildet der einz.i«e von ihm aus«cstellte Charakterkopf ..Alter l ellaehe" ein Prachtstück. I Icinrich Tischler, ein Sudler, der vorsichti« Schritt iur Schritt vordrmet und sich entwickelt, seine Sachen lassen noch manches und vieles unvollkommen und unheiriedi«ciid.-aber der Künstler scheint seine Auf«ab.e bewultt zu empfinden: ..Hlrnnen". ..Doppelbildnis" und ..Rummelplatz", drei Kabinettstücke, in denen sich ein kraiticer. lebensiah i «er Impressionismus offenbart, während ...Mann mit Kuh“ ander jeder Diskussion stellt. Aclmlich wirkt Isidor Asch he im. tastend und noch unsicher bi‘\\e«t er sich in den Mahneti des Lxpressi onismus. seine Stillcben und Porträts diuckeu ein unverkennbares Talent aus. das im .T raiiciibileliiis" meisterhaft «ipielt. ti.inz l'eber«an«. der sich bald an Yorher«c«an«cncs. bald an noch Kuniti«-l nkhires anlelmt. sind die Werke von Kate II e r n ii a r d : die Künstlerin «reift mit sicherer Hand aus eiuun Reichtum technischer und «edanhlichcr Kenntnisse das ,eweili« Passend«, heraus. I.twa das (ileiche helle sich von Kate M .1 r k u s - L p h r .1 i m s.,«e n. die verschiedene Lindriicke einer Pariser Reise m «eiälli« expressionistischer l'orm zu reproduzieren sucht, wobei sich ein starker impressionistische, l.insclila« bemerkbar macht, der auch aus den künstlerisch vollendeten Kinderportrats spricht. Starke l.onzessionslose Ausdruckskunst z.ei«t sich in den «esund empfundenen Portrats von lleunv I 11 c h s- I r e 11 d , wahrend ihr Stilleben nichts zu sa«en weil!. iMar«ot A b r a Ii a m . Paula t i r n 11 i c I d und W illv M ra 11 11 reichen sich die t lande, um uns hi die Sphäre des Kindisch-1. nverständliche» einzilfuhien; theoretisch wie perspektivisch undenkbare PnrskUun«ui in undenkbarsten Ausiuhrun«en zeichnen ihre Werke aus. über die ich «ms Nächstenliebe den Schleier «oideiicn Schwedens breiten will. i»en Dipiel primitivster. leden Schonheits«efuhls entbehrender D ir siellm 1« e rreiclit S c h u I s 1 u « e r . dessen streit. W crKe /n~bcsclifeihen. Myl. meine I evier. sträubt. I i«ene W e«e wandelt lakoP K o 11 . man mochte sich ira«en. will oder kann vier Künstler zu seit eil oft vor- /»«liehen tied.mken keine besseren I ormen finden. 111 «ut expressionistischen t leiualdeii plötzlich ein volli« unmotivierter und ar« störender Kubismus, eine fast Iv risch wirkende I undschuft durch einen lächerlich auf«esetzteii strich zerrissen \ielleicht ändert sich dies mit der /.eit es ware im Hinblick auf lie cehiii«eiiei; «led ulken mir zp wünschen. Was mi|| ich noch über Sie«iried 1 .1 b o s c h 1 11 sa«en. er sieht so hoch ui»e 1 den anderen. «lall sich ei«entlich iedes Lob eruhri«t: und doch mochte ich diese Mischlin« von I lioiu.t 11.1 lebet mann, ehe seine herrlichen C liar.ikterkople uus/ciclmct. diesen feinen Instinkt Kir psvein>lo«isciie Nu.inceii bei eleu Porträts und die lebendi«e. last heitere I rische seiner Landschaftsbilder herv orhebeii. I lyeiischuMeu, ehe ihn so recht zu einem Maler des I ebens machen; und das will er sein. Am nächsten kommt ihm hierin I ritz. I .1 «. o b o vv itz. Ilerthelsdori 1 R.. sein X o, bild ist aller- «!in«s mehr I homa. er «ein auch manchmal in seinem Streben nach «en.inei XX irklichkeit etwas zu weit, daun fehlt den Werken leele persönliche Note; aber all dies tut in «e wisse 111 Sinne unendlich wohl nach allem l uw 11 khcheii. I leftraiiri.; ist es. eiall «erade dieser Künstler, der sehr viel /vu« in sich hat. nahe .:in \erliun«ern stellt, wie 1.1 überhaupt alle der hier t ie».muten nicht soiielci lieh i,ml«i Reichtum und i eberlluH zu leiden haben; man k um daher nur w imschen, dal! ehe Xusstelluu« auch liier in alle auf sie «eset/ten I Ioimii»«eii erfüllt Der zweite Xortru« von Amanda s o 11 11 e 11 t e I s tuhrte in die losePtaell. «las einstige tihetto von ’' 1 >i«; durch sclioiie\_hreije StraMeii. denen man die ehemali«e I u«e nie tu mehr allste ht. «el.m«t 111.111 zu den uralten indischen Kiiltiireleiikmalerii. als eiere» e istes mau dein ludischeu Rathaus be«e«net. eine hebräische l In zei«t seit vielen 'ahrhundcrten hier die Stunden an. I nd dann betritt 111.111 mit der Xorliu«endeii den «ibei tausend l.ilue alten I riedhof, noch heute >0,1 den luden ..lletli cliajim' bezeichnet, eler durchaus keinen romantischen, sondern eher einen wüsten I mdriick hei v orrutt; he«en doch oft zehn Ins zwanzi« < ir.ibstatten »he rem.,»der. so jlali die Steine, deren jeder eine I ebens«eSchichte erzählt, ein Durchschreiten kolossal erschweren Der letzte Xortra« machte die Hörer mit Alt-Neaschul. der unterirdischen Svua«o«e. nahet bekannt, ehe ebenfalls bereits l.m«ei als ein lalirtausend stellt, wie eiKetiarti« berührt es. wenn man hört, daII die Mesucher et/t noch e ini«e Stufen n‘. d.is tiotu sh.ius liluab- ‘tei«en müssen, obwohl dieses schon II Stufen holler he«t als ehe einsti«e volli« unterirdische Svna«o«e Noch heute ist eler I rauem.nun vom Männer raum durch eine «c waltete Mauer «etrennt, »och heutu und ehe alte I ahne «c/ci«l. die m rotem I cid einen .'olelciie 11 Dav idsteru und eine «rime Scltw ee)elika|»pe fuhrt und ehe bei der Mela«e, 1111« Pra«s durch die >chw eele u ip.ls, der tapleren indischen Schar voran«etra«eii wurde. XX eichen < leimll und welche An -!e«un«eu die \ort,u«e bote 11. kann allerdm«s nur eler ei messen wer du yan/e Art und XX eise von