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Die jüdische Frau · 1925-11-07 · 13 (7.11.1925) · p. [Seite]

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Journal
Die jüdische Frau
Volume
1 (1925)
Issue
13 (7.11.1925)
Date
1925-11-07
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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ANTISEMITElV-IIAllIfllKlt Unter obigem Titel erschien im Jahre 1SÖ4 in I lüsscldorl (Druck- Lintz). „Eine Anthologie aus der Weltliteratur*’. Das Vorwort* schrieb Prof. I >r. Jacob Mol'escli litt. .Senator des Königreichs Italien. Die Herausgabe und verdienstvolle Arbeit der Zusammenstellung ist von Joseph Sehrattenliolz, der als Nichtjude den Antisemitismus als eine solche Schmach für sein deutsches Vaterland empfand. daU es ihn drängte, den .Antisemiten - Hammer“ als Abwehr- und Aufklä-~ ikm. sondern auch andere treffen wird. Sie haben solchen (irade von (ictvissensfreiheit /u vereinigen gewußt. die man ihr gar nicht zugetraut hätte und dergleichen sich keine andererühmen kann.“-- (I. Kant : Hriefe an Moses Mendelssohn ) ..Das „\ atcrland“ in Wien hat vor kurzem über die Juden in W ien einen Artikel veröffentlicht, der nmgsiriaterial allen zugänglich zu machen. Leider ist das Werk, das noch in heutiger Zeit viel Hutes vermitteln könnte, und sicher manchem Antisemiten viel zu denken gäbe, vergriffen, und es findet sich kein Verleger, der es neu herausbringt. Im Interesse des Judentums wäre dies nur zu wünschen. Wir lassen hier aus dem (AH Seiten zählenden Werk nur einige Proben aus dem Abschnitt ..Die luden als Kulturträger“ folgen ... „Ls wäre sündlich. zu vergessen, daß sehr viele Juden, getaufte und ungetanste. Felix Mendelssohn. Veit. Rießcr u. a. — um der Lebenden zu schweigen — deutsche Männer waren im besten Sinne des Wortes. — Unser Zeitungsvvesen verdankt jüdischen Talon» ten sehr viel. — Von einer Zurücknahme oder auch nur einer Schmälerung der vollzogenen Emanzipation kann unter Verständigeil gar nicht die Rede sein. Heine's unsterbliche Werke sind wahrhaftig nicht jene internationalen Witze, um derentwillen er le seid pocte vraiment parisien genannt wurde, sondern die schlichtweg deutsch empfundenen (jedichte: so die Loreley, dies echte Kind deutscher Romantik, so jene herrlichen Verse: „Schon tausend Jahr nur < iraccia“. die noch immer alles zusammenfassen, was -7*“die" Deutschen seit Winkelmanns 1 ageu über die Schönheit der hellenischen Welt gesungen und gesagt hatten. Heine ist sogar in seiner Sprache, wie alle unsere großen Schriftsteller, nicht ohne einen leisen landschaftlichen Anklang. Wie (joethe den Franken, Schiller den Schwaben nicht verleugnen kann, wie Lessing und Fichte, so grundverschieden unter sich.doch beide unverkennbarObersachsen sind, so zeigt sich Heine, wo seine Kraft rein zu Tage tritt, als der Sohn des Rheinlandes. Unsere Sorglosigkeit und Schwerfälligkeit konnte von den wirtschaftlichen Tugenden des jüdischen Stammes manches lernen.“ IM. von I reitschke: Ein Wort über unser Judentum.) „Ls ist nur e i n Mendelssohn. — Ich halte dieses Duch (Mendelssohns Jerusalem) für die Verkündigung einer großen, obzwar langsam bevorstehenden und fortrückenden Reform, die nicht allein ihre Navon unserer Seite, die wir. als Enkel der protestantischen Rebellen, denn doch keine Juden sind, eine Erwiderung verdient. Das Dlatt meint, auf jedem < lebiete (sei es Politik. Literatur. Kunst. Handel und Industrie) nehmen die Juden in Wien eine hervorragende Stellung ein und ihr Einfluß ist ui Wien überall maßgebend. Matt-möge daher sagt „Das Vaterland“ die Juden aus Wien hmaustreiben. Wenn die Partei des „Vaterland" je ans Ruder kommt, und ihre Drohung effektieren wollte, so bitten wir. alle aus Wien hinausgeworfciien Juden uns nach Pest zu schicken. I) ie Juden sind durch ihr I a I e n t und ihre T ä tig E e i t ein bedeutender Faktor der Zivilisation geworden und w ir können sie in Pest brauchen - In Pest selbst finden wir zwei Städte. Der eine Ieil von Pest gleicht einer europäischen Handelsstadt es ist die Stadt der Juden. I>er andere gleicht einem großen Dorfe der W üste es ist die Stadt der Magyaren. Alles, was in Pos» als ein Werk der Zivilisation, als ein Zeichen der europäischen Kultur betrachtet werden kann, ist durch jüdischen (jeist und durch jüdisches (ield zustandegebracht worden.» Würde es in Pest keine Juden geben, so wurde die Larrdcshauprstadt auf dem Niv eau des großen Delireczin stehen und die Cnmilatshcldcii wurden in ihrem v igenen Staub und Kot ersticken. Sobald man die ungarische Journalistik aut das Niveau jener von anderen zivilisierten Nationen erheben wollte, war man gezwungen, ein halbes Dutzend Juden zu importieren, damit die Trägheit in der Technik der Plätter teilweise beseitigt und die i.iurnalistischcn l'ohnen entwickelt werden. A u f welches (i e b i e f des u f f entliehen L e b e n s wi r a u c h s c h c » . überall .finden wir die .lud e n e m s i g arbeite n ii n d g e g e u d e n a 11 e n (i e i s t d e r I*' i n s t e r - ii i s im Kriege begriff e n. Das „Vaterland" hat Recht, wenn es die Juden scheut, denn sie sind die ärgsten Feinde der I luin's Ciam's und Apponyi's. ,.M e h r lud v u ui c h r I ich!!" (Ural Nicolaus De Ihle n am Juni >s7u in seiner ..Diplomatischen W ochenschrift".I HALKNIMHIUN (.. November ,. November 7. November V». November 10. November 10. November 11. November IH.10: Ces;trc Lonibroso zu Verona geboren. (Genie und Irrsinn.) IKM: Lesser Urv zu Itirnbaum geboren. IV|9. I)r. Hugo Haasc. infolge Attentats gestorb. IVIK: Albert Itallin. Generaldirektor der Mamburg-Amerika-Linie. gestorben. IM*: Adolph Kohut, Schriftsteller, zu Minds/cnl (Ungarn), geboren. |ss7: Arnold Zweig zu GroB-Glogau geboren. IMS; Dr. Gustav Karpclev Schriftsteller, zu Loschltz geboren. Ii. November IMS Vietor Adler. Führer der Osterr Su/luldenmkrallc in Wim gestoihcn '7. November |k.W> Prof. Ilernhard Frankel /u 1'hcrMd geboren. (Erste staatliehr Klinik Inr Kehl, koplkranke.) 17. November Iswi |*ro(. Adoll Warcuse. Astronom und I'hv. sikrr, geboren. 22. November IMV Fritz Maulhner Schtilisiellet und .>CI>. (orscher. zu Moritz geboren. , 5

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