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Die jüdische Frau · 1925-11-07 · 13 (7.11.1925) · p. [Seite]

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Journal
Die jüdische Frau
Volume
1 (1925)
Issue
13 (7.11.1925)
Date
1925-11-07
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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hört hat der gdchrte^Rabbi Moses Maimouldes IMS lAi4) Kclcht und gewirkt. Pie Jahrhunderte liuhcn seinen Namen nicht verwischt, die Calle MaitnoimJcs fuhrt noch heute zu den Resten der eher, maligen Nvnagoge. Hall in Cordova Bleibendes in bezug auf Kunst erzielt war, wnltir ii h hatti» die größte Schis ierigkeit. das heutige nmnumento i'acional. das Uüdcker verschweigt, in dem Labsriutli‘winkliger (lassen, aus dem die Madt, einst ..die Zierde goldrcichcii Landes" zurzeit besteht, aufzutmden. Und doch lohnte es der Mühe! In einem Ratio mit blühenden Bewachsen steht das baufällige < iebethaus. auf den weill getünchten W.mden finden sich Reste hebräischer Inschriften. zierliche Arabesken, wie sie der maurischen Kunst zu eilten. Im Jahre 15» ward der vormals jüdische' Iempel dem heiligen Crispin, dem Patron der Schuster und W eher gew idmet. Als der Kaplan Mariano P.irruga den Kunst wert der alten SynuKOKC erkannte, nahm sich der Staat des Monuments an. Wenn mm auch der Zerstörung halt geboten ward, so geschieht leider doch nichts für die Restauration. Lin junges Mädchen, die unvermeidliche rote Nelke hinter dem Ohr. plattete eitrigst au der Stelle, auf der einst die Rablus das Besetz gedeutet hatten bin uns nach all dem Staub und Schutt auch elwasMiibschcs zu zeigen, tulirte sie uns in den Norraum. in welchem sie ihren llauptaltar errichtet hat. Auf einem Tischlein zwischen verstaubten Blumensträußen prangten Heiligenbilder und Krippen, große Puppen mit grellen Wnien unter (das, eine Madonna mit sieben Schwerlern und dem Spit/eiitascheutüchleiu in wächserner Hand, und davor stand die kleine Carmen und erwartete strahlenden Blickes unser Lob. ..Jedem steh! sein bestimmter lag bevor". sagt Ventil, man betet nicht mehr zu Iclmvah am Strand des Duadalquis ir. maii tut es auch nicht am I ajo. in Toledo, wo ejnst die berühmtesten und reichsten Synagogen von der aiifsteiiteiiden Lntw ickluiiK des Judentums ge- 'Prochen. \ Wahrend der Herrschaft der Mauren genossi-ii die Hebräer ITieden und (ilaubensfreiheit in der alten Stadt, die durch Seiden- und Wollindustrie, durch W affenfabrikutiop zu hohem W ohlstände itelamtte. Selbst als I oledo Residenz der kastilischen Konnte ward, wuliteii sie sich zu halten. Sie suchten . u beweisen, daß sie unscImldiK seien am Blute Christi Als Kaiphas die Stimmen der Juden einsanunelte. alliierte sich ein Stamm entschieden iteiten die Kreuziitunit. uniTjust die Juden von Toledo hielten sich für die Nachfolger dieses Tribus. Im Archiv des Vatikans betmdet sich das interessante Dokument, in selchet» sie ihre Meinung bekräftigen, im (Iriginal ui hebräischer Sprache, daneben die lateinische I ebeiSetzung. Das 2. lialbjaör Oat begonnen. ü)ir bitten unsere tu. QalbjaOrs-Abonnenten um gefl Übersendung des Betrages. Mit dem Auftaueben der fanatischen Kirchenfursten verschlechterte sich das Los der Juden. Erst w urde ihnen der Markt, dann ihre I empel genommen. Als die Beschichte von dem gestohlenen Christenkuabe» — hier hieß er Juan Passamcnte — auftauehte, waren die armen Verfolgten und ihr Hab und (iut verloren und den grausamen Instinkten der Menschheit preisgegeben. Ls hieß, sic hätten den Jungen gekreuzigt, sein Herz aber als Amulett gegen die Inquisition aufbewahrt. Lin sehr schlecht erümdenes Trugbild, und doch ehi Stoff, dessen sich Dichter und Maler bemächtigt. ,!L1 Nino Perdido" und sein angeblich schreckliches Beschick findet man __hiei^ zu Lande oft an die Wand gemalt;—Im Jahre- 1492 wurde auf Befehl Lerdinands und Isabellas jeder ungetauite Jude gezwungen. Spanien zu verlassen. 17(t txio Menschen zogen in die Verbannung, dem Verlust von allem, was sie sich erworben, dem Uebertritt in eine Religion, die mit blutigeinSchwerte überzeugen wollte, vor. Augustus J. C. Hare. dem ich einige Daten entnehme, spricht den Satz aus: I he expulsion oi the Jews was the ruin ot Toledo. Vom höchste» Punkt der Stadt blickte ich gestern abend auf das alte Bemäuer, den Tajo in tiefer Schlucht, alles begossen vom weißen Mondlicht, still und feierlich, groß und erhaben.. Lin einheitliches Befuge des Mittelalters, erstarrt in allen Körnten, ohne wachsende Lntwicklung. ohne Verkündigung neuen Heils! Die tief hinabreichenden Wurzeln von Toledos Blüte finden keine Nahrung mehr. Die beiden Synagogen, die sich hier als Kunststätten erhalten haben, unterscheiden sich von den alten Moscheen nur durch einige hebräische Inschriften. beide sind zum Monumento nacional erklärt. Der kleinere Tempel, auch Santa Maria la Bianca genannt. entstammt dem XIII. Jahrhundert. Heilige Lide aus Palästina. Zedern vom Libanon wurden herbeigeschafft, um verehrungsvvürdig. stark und schön zu gestalten, was dem Bedanken an Bott Ausdruck zu geben hatte. Aber S. Vincentius Terrerius, einer der berühmtesten Prediger des Dominikanerordens (t 1419), setzte seinen wundertätigen Kuß auf den harmonischen Bau, und so ward er nacheinander Kirche. Asyl für Büßerinnen. Kaserne. Magazin, bis man ihn nun weiß getünscht und leidlich restauriert hat. Der schönste aller Tempel, die Spanien besitzt, ist die hiesige Sinagoga del Transite, die im 14. Jahrhundert durch den Rabbi Meir Abdeli im Modejarenstil arabischer Besclunack unter christlichem Lini!uß — ins Leben gerufen wurde. Samuel Levy. der Schatzmeister Peters des Brausamen, dessen Haus noch heute gezeigt wird, hatte das Beld zum Prachtbau hergegeben. Ls handelte sich um eine Verschönerung der Stadt, die man damals gern sah. Trotz seiner eminenten Verdienste ging es dem armen Donator recht schlecht. War doch Don Pedro ein Mann, gegen welchen selbst ein Besä re Borgia voller Skrupel erscheinen mag. Hier mochte ich ‘einen französischen Berichterstatter zitieren: II — Peter der Brausame se defit de tous les Chevaliers inhabiles ä lui plaire. meine de son »resorier le riebe Samuel Lövi. qui, en niaintes occa- 'ions. s'Ltait moutr£ envers lui fidöle. hon et d’une eveessive genirosite. Der einschiffige Bau mit seiner Decke aus Zederuholz und Linlagen von Llfenbein. seinen reizvollen Arabesken und Inschriften, hat gleichfalls v leie Wandlungen durchgemacht. Margarete Marassc. 4

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