Mannheim
Compact Memory

Die jüdische Frau · 1925-10-22 · 12 (22.10.1925) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die jüdische Frau
Volume
1 (1925)
Issue
12 (22.10.1925)
Date
1925-10-22
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
84% known words query
IRI
…/4899998-4932193-4932296--252-4900237
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

ALI/r.lli 1 AD ALLTÄGLICHES Aon Anna Heate Nadel. Tmv I e ii,i-i Miid nuii. votuber und der Alltag •Fm Wieder m.m K’e^imeii! an. I lid von diesem Alltac. der »> •.li und so bald zur Last wird. von ihm i i'».lil\ leli einiges sagen. v I s soll Imr nicht vem dei lieruistadseii I ran, eile la v e rliallniMiialiu in kleiner Anzahl vorhanden •'l. e;e^|>r<«Uhii - w erden. Mindern von der! rau. die eh n zml'-Ie 'i I eil ihres | a^es in der Sorge für I laus und I .nullte h11111rinwt I >as I.eben derart t-alicer! rauen ist ui», wm e iner I intuiilv;keit lind (ileicll- ",.il.ike il erlullt. ehe1 die I rciidc am Wirken über-- I•.1111>t he i iniiaehti^eii. I.I mit der /.eit die taelich ". keie rlmle nde Arbeit direkt zur l.hial werden lassen. I nel eh,eh isi es in die llai'd leder I r.!'.' -.',-bt-ii _ Sieh mein im Mllac zu \erhereii. Sündern ledern la.: eine I eierstunde, eine Stunde des Ausruheiis und />> Meli >ell»st - kummriis. ahzurincen. I.s gibt I tmen. die nie /.eit Italien, nicht Mir sieh und uieht im ande re . und wieder \ iele. die nie ruhen können, ehe man nie ohne eine \rheit sieht, und die sieh elailiiie.li -ehr ■tchitund tuehtu vurkniiimen. Aber eins sind uieht die I r.iueii, ehe Warme mul Iiehae- 'lehkiit um sie.h verbreiten. sondern die eine Atmol'haie von > i.. > nriihe tu ul l ueeiiiiitMchkeit sjiutteii. ehe ii-der etwas empfindsamere Mensch am liebsten me leie I. - I s ge hört zu den I'.edingunge II eines geordneten I amilienle I>e ns. elal! viele Arbeit für das Haus '.ich taghell wieelerholt. Uluie'Mcde \anation immer dasselbe.' I nullt nun diese Hausarbeiten eine dazu Wieste Ute.'so wird die Arbeit zum Merui. der wie edel andeie aiisgeiuhiI werden nullt. Mas -geistige Niveau diesei Angestellten Ist auch meistens nicht > in so hohes, elal'. sie unter vier I informigkeit der Arbeit allziue hi leidet. Aber ehe I rau und Mutter, die eie Hl Matnu und >1,-11 kiml. III zu-.1 Ii-i. li I rtumd-in iiiiel- »te tahrtm -.ein soll; s,e 'kam'.. »Fehl iiur "nt w irtsehaitliehen >oi gen aulgehen, sre-elari auch niciit in der ..Ile unge II I'einhehe» I Ilullung ihrer I luust'rauen-;>niehte n. ilne I i iiillung uherhanjit sehen. Nur wenn s.e iliiein I eben, ui ul eins lieiKt la. ledern I age. ledein Aut.u eine I > I» >hung gibt, durch inneres Ausruhen, elureh ir ceiiel etwas, was ihr < leiiiut lind Merz erfrischt. uttr dann wird mc.~trotz aller Alltäglichkeit nicht vor der /.eit müde und stumpf werden, und sich den Sinn iur alles Hohe und l.dlc. abseits vom l äge!.legende, bewahren können. Hie /eit. die sie sich immer wieder für eine kleine l'reude sind laitspaunnng frei halt, ist nie verloren, denn die Arbeit geht noch einmal so schnell und leicht von der Hand, .venu man weilt: ist diese Arbeit getan, dann kommt eine Stunde, die dir gehört, eine Stunde, die dein! lenken aut Holleres als die alltäglichen Innern des l.ebells lenkt: Wie oft scheitert eine I reimdschait zwischen der Mutter und den heranwachsenden Kindern dai.m. dal! üie Mutter ’ niemals /.eit hat. Man kann von einem jungen Menschen, der. ganz, von einem tiefen l.rlcbnis erfüllt zur Mutter kommt, und sie minier mit den profansten Arbeiten, bei denen sie nicht gestört werden vv ill. beschäftigt findet, man kan» von ihm nicht verlangen, dal! er sich der .Mutter mitteilt. Has L »gevv ohnliche seines Lrlebens scheint ihm herabgez.oge.-n. wenn z. M. die zuhorende Mutter unbedingt dabei Strample stopfen muh. Hiese bejl'nge Mutter verliert wahrlich mehr, als sie durch ihre Arbeit gevv innt. Heim nach und nach kommt das Kind nicht mehr, und die Mutter wird sich einsam und zuruckgesetz.l fühlen, wenn sie an dem inneren Leben ihrer Tamilie keinen Anteil mehr hat. wenn leder im Hause seinen W eg ohne sie geht, und ihr mir die Sorge für die änderen Hedurinisst ihrer Nächsten geblieben ist. Lrstauut und traurig wird sie sich fragen, wie konnte diese Lntfremdiing /.wischen mir und meinen nächsten Menschen eiutreten. ich habe d<'v:h nncmr iur sie alle gearbeitet, und niemals etwas für mich gevv oll t. I nd sie npili bei klarem kritischen Sehen dazu_kommen, dal! eln-n ilieses ..Nie-/.eit-llaben , dieses ..Nie-btir-Sich-I.ebeii“. das Lnt-gleiten ihrer liebsten Menschen möglich machen konnte. \ ersuchen wir es. jedem Alltag das Alltägliche zu nehmen, so gelingt uns vielleicht die Lrftilluiig des weisesten (iebotes des weise» konie Salomo: ..n.irimi sei fröhlich bei deiner Arbeit.“ DAS VEKSCIIITTETE LACHEN \ on I rieda W e i II m a n n. h v mein kiiiiien. du Well veiloruien t )rt -•Inn v >i e I - au mit Manu und kuideni. die sie ,n . ido ''oi. i n In i anw .iy Ilsen' sah. I'.is I i lu »..lastete aut ih i. Mit .Mühsal war ihr ", y.. .;i piiasti 11 w ,i mit spitzi >> Meinen. Not und ' A --d. vv aii ii aui ihre Mhultet» gebärdet Mt stieg in l’.ittiM.i'i ui ihteiu llerzm. und Sil meinte.. die r i alt w di VI r MI..eil. denn sie nnihte allein kuinpieii. Nielit iinnia! di i. vier ili i nächste sein sollte, der \ iti t d> i knulit. ahnte etwas von dem I eben, das via I tau an suim M ite minie I r ging seinen w eg . i stumpti i Ib lange nheit. und all die lalirc hindurch patte n niylit ilali ein I eilet dnlit neben ihm Io- ' .V I Iv Abi, da wai ihr itstis Kind das Kind ihrer;ar'd i! 111 ' lauten n krall das kuil. das Ml gl -.n11 im: ä-i, i i'anz ihn > I i bensglaubeiis. m dein all ihr stürmendes Wollen neu -geboren worden. Dic- .ses Kind liebte sie mit der t ihn ihres stolzen gedemutigteii I raiienherziiis. mit der geheimnisvoll wissenden Sanft mul ihrer mütterlichen Seele und mit dem tiefen .Inbel schöpferischer Kraft: aus ihr geschaffen die v olli-ndung ihres eigenen Ich. I nanderen waren ihr teuer, so wie iur jede I rau die Kinder l icht des Lebens sind: aber dieses das war sie selbst. Wortlos verstand sie jeden >ehatten. der über seine Stirn glitt, und lede Schwingung seines I lenkens war ihr vertraut. W ie wäre sie cb.iyklich cewesen, wenn sie eine lichtere Kindheit ihm halte schenken können. Aber die Knabe war mit ihr so tief eins, dali er die l eiden der Mutter mit leiden muhte und schwer am Leben trug, wähle ml die .Inderin ihre l äge sorglos verbrachten. (Schuh siehe Seite K> >

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.