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Die jüdische Frau · 1925-10-07 · 11 (7.10.1925) · p. [Seite]

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Journal
Die jüdische Frau
Volume
1 (1925)
Issue
11 (7.10.1925)
Date
1925-10-07
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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..Nahei ist fort. Verschwunden. Min Komikiiant. ein reifer Mann hat das sechzehnjährige Kind an sich gelockt. Wir haben keine Spur. Nichts, nichts Ir- ■geildwohin in die " - >'<> W-i»-über’1. Meer! Mehiir ja Schiffe genug \on hier. Mas Mädchen hatte selbst eine so närrische l'rende am koinodiespielen." Kommerzienrat Arnold hielt inne: auch im bis dahin ruhelosen Wandern durch das /immer, über das sich immer tiefer die blauen Schatten der I >ammenmg gesenkt hatten.— “ Mude und schwer leimte er gegen ein Möbelstück in der dunkelsten l'cke. ..Ls bleibt nicht \icl mehr zu sagen. Mas war das Schwerste. Man bot den Litern Meid als Lnt- Schädigung. Sie stielten es zurück. Sie fluchten dem Hause, in dem man ihr Kind so schlecht behütet: fluchten sich selbst, daII sie verblendet es hergegeben hatten, l’nd darum trennten, sie sich auch von mir: son ihrem Letzten fort sollte ich. iiber’s Meer. Nabel suchen. . Sie selbst sind dann irgendwo am Wege gestorben. glücklos wie sie gelebt, eingescharrt von fremder Hand. Selm» die-crMcr selb sger worbe,ie Summe, die ich ihnen von drüben schicken konnte, traf sie nicht mehr am Leben. Mas Umherirren war ich ja gewohnt. Ich irrte überall umher, in Lngland. in Amerika: ich suchte lVahel — und ich fand: Reichtum. Ls war. als hätte das unselige Llternpaar alles Unheil mit sich in die (irube genommen. Von da ab gelang mir alles — was ich anrührte, wurde zu Mold nur Lins nicht: nirgends in der Welt fand ich eine Spur von ihr. Mb ich darum allein ein einsamer Mann geblieben? ich weil! es selbst nicht. Meliebt habe ich nur einmal drüben ein Mädchen, weil sie Nahei ähnlich: weil der gleiche (ioldschimnier auf ihrem braunen Haar lag. Sie war reicher Leute Kind, ich noch ein armer .lange damals, der nichts galt \or der Welt. Sie hat mich spöttisch heimgeschickt. Nun ich bin nicht zu Mrunde gegangen daran aber ich fand spater keine /.eit mehr für mein Herz. I nd eines Tages war es zu spät. Mie dann \on allen Seiten mit holden und minder holden Blicken nach mir ausschauten, die blendete mein Meid, meine Stellung dagegen empörte sich der Mann in mir. Und ich suchte ja immer noch, überall die Verschollene. So kam ich hierher. Wenn irgendwo in der Welt, so war hier noch ein Schimmer von Hoffnung Miese. Ihre, unsere Stadt sie haben alle langst erraten, daß es dieselbe ist. von der ich Ihnen erzählt. die einzige, von der mir em Hi-im.neefnliL ni det Brust geblieben. Jene alten Leute w aren gestorben; ihr Landhaus* stand zum Verkauf. I s ist das gleiche, ui dem ich heute die I hre habe. >ie zu bewirten. I ui Menschenleben habe ich sehnsüchtig auf seiner Schwelle gestanden und luiiaiisgehoicht. Immer war mir. akmüsse sie ihkjIi einmal konnnenmit ihren leichten Schrittchen. in ihremWeihen Kleid, wie ich sie lorigehen sah. mein Schwesterlem. h’ulicl l nd wäre sie müde und zerzaust gekommen zerrupft vom Leben, das w eitle Kleid belle».kt su sollte ihr I leim bereit linden m diesem Hause aus dem sie einst gehoben, die l.ntw ur/elte die man gewaltsam aus ihrem I rdreich gerissen." Arnold lächelte mude: ../u denken, wenn sie heute käme, so wäre sie eine nlft brau, alter als u h. und der «ioldschiuniiei aai ihrem Haar wäre langst verblichen. Im l.lendsx iertel. dort in derißicrci: Bunkergasse stellt noch das Haus. Ich habe es langst ungei.auft. Weiß nicht, ob Ihnen bekannt, daß ich aus den \ ielslockigui Häusern en, I leim geschaffen tut die Heimatlose», jene landfremden Schnorrer; nicht nur meines \ olkes übrigens es gibt ja auch andere Manchmal stehe ich dort in der I »uinmu stunde auf jenem letzten schmalen Hof. duster ist er irnd schmutzig wie einst mir doch m der I rimurung voll Sonne. Mas weiße Kätzchen huscht im l lur au mir vorul,er. als wäre cs jenes, das noch eine Strecke bei uns blieb, als wir tortzogen und dann zuruckhef Mie Katze hangt ja am Haus und nicht an den Menschen. die das Schicksal hinein- und huiaiisfuhrt Ls ist Abend geworden, meine Herren, lassen w ir uns Licht aniachen!" \ erschlossen und stählern stand er mm vMcdcr unter ihnen im grell autzuckenden I iclit der Musflammen. Steif aufgerichtet, v\ ie 'u ihn imiiict gi kaum: der einflußreiche (n oftmdiistrielle. der Kommerzienrat Arnold. I nd doch wie fremd er ihnen geworden war nach alledem. Nur Samtatsrat Selig trat dicht au den Hausherrn heran, hielt lange erschüttert seine beiden I laude fest. Ihm war. als iiuissc er von heute ab ..Bruder" sagen zu diesem Mann ..Welch’ eine unzerstörbare Krall des I mpotsclmellens doch in unserem Volke ist'" Mer Moktor sagte das nicht laut: zum eisten Male im Leben aber tat es ihm fast leid daß er doch nicht mehr ganz dazu gehörte. M.li.Hcrko. ein hoifnungsv oller iniiger Nadlet er. zeigte bei Neuß u. Hollah. Kiiriurstendaiiiin. eine Kollektiv -Ausstellung. \ 011 seinen -Arbeiten wirken am besten die LandsJi.ntc» und die verschiedenen Marstelluugeu der lanzerin \ aleska Merl, weniger die IMiantasieblattcr. Besonders hervorzuhebeu sind: ..W arthe".l ine alte Straße in San Nemo. Nom. das limnere einer Kirche, und einige unbezeichuetc Blatter aus Italien. Mie Icclmik Heikos stellt auf einer gut entwickelten Stufe, der Strich, die Komposition meist zu loben. Ihe last photographische < ie Halligkeit wird sich mit der /.eit abschleifeu. so daß die kimstlefischc l ebertragung besser zur W irhung kommt. A B V JudUch-Illerailwhcr AbreiHkaicnikr Ms*. 11 ii s. Um\ci I uidi» \id.i\Mt\ k.iht» i >i tt v Pl1 ii i r '!ui»l.iu Viit(innii»,i ,ili. I ist MX ku,/iin du »i ■ ► .ilindct i, siliium, Vlm, ihn I itii'liliiintikliK» Hc-i, itm» ji-.h n niilii.Iicu k .thndi-r» hgl u situ ll.mitin *t»hi d.u.uifihnlud. n itm -iiik-ii cO'Ihii M.iiumii In k null / u •tu»,tut und is ctl't dl kl II rii-lir. .ils sillui iii.ukIh i I inci ni diii siil, tt.'iiHH-n lula lliii-n litliuris. und I tid-.si.ic. \V ttliini, I. di. Iiauiitsu. hlutisi. n Wi-iki .i-idi'ii ci'li i iiluIi julc.ltiliiI und iiu.liiii d.n .milt .ruUiilt.li »i s» liin.ii k i tnl .insu «l.tlii-li n h ihndi'l /tt uMiill iticnsn in it i i st inti-ii. u iivc tc Ii11c.i S.k lis. hl.ik . v. 11 k J.u in ki-inn l.idistlu n t iiiiiih lilikn vdlli s, Mn Ult. 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