Die jüdische Frau
- Journal
- Die jüdische Frau
- Volume
- 1 (1925)
- Issue
- 11 (7.10.1925)
- Date
- 1925-10-07
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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I I BRESLAUER BRIEF ':Vun L y . Mrcvlati.—: Mcssc/cit Die Modenschau Andere Aiisstellunc'en Zwei Mrcklaucr Künstler — Vom Theater l ud dies lind das I s whi , a>», iratoig. alter es iiuiü nun einmal tiesrnM sein, die liksl^c M t» r h s » m e s s e bedeutete t*ine Katastrophe: tedeufals Ifn KroÜfrn tooizen. im!> iufelnrn war cs nicht c'anz so schlimm. Sclnm der \ultlikl *a *1 r Hitmmiiiend. die unheiKciivvamrerCtl (ieslehtii der \om l.e if»zfger Herhstkmikurs,parkt gekommenen Kaufleute in den eroheii Mallen, die nur halbwcit.s vermietet worden waren, das Jammern lind M ehklatien der hiesigen Kaufmannschaft, die lll dieser 1Pulcpcriocic Mm Pleiten noch eroUartic'e i.uikaufe machen sollte, und Jarlfher eine d, tickende Atuiosphaic von allgemeiner Unlust über wi ischaftiiclie und sonstige \ erhaltiitsse. sein Wunder, venu es anders kam. als man erv artet hallt,. Dazu hatte sLh die Messcircsellschatt ecradc diesmal den Luxus erhiuht, ein paar Miliitriife zu tut: so >.ar das Kunstuewerhe /wischen Kticheiiireraten und Lederern in tlntttruehraelit worden, die Rcklauicuhtcilmm. an sich hochinleresS.ii;l. muhte in einem ScitcMihause eim u stillen Schlaf tun und die iiliswariiceu l'.esucher wuidun durch Ion gesetzte \ er kehrs «lockumteii in noch hesserd Laune versetzt. Nur in einem Saal lioiu man stets I aclieil. die Ausstclitim: ..Die historische Int a 1c kliintr dev I . u e » - Schuhs hielt ihre Mesuchcr in fröhlicher Laune: höchst eicenartlC niMiHt tedes Stuck den Meschauer an. und Stunden veiranneil. ehe man sich von dieser Statte losreilieii konnte, liier selten wir einen zierlichen Schuh, seine I r.mcrtii lebte im I.V Jahrhundcit: die Spitze isi mit dünnem I isenhlech beschlagen. wie wäre es mit einer ulmlicTien /Mode heut, meine verehrten I honen r 'Oder hier, wie wäre es mit diesem sehncew eitlen I laueiischuh mit erüner llorte, der einet, .alt Leder überzogenen 14 cm hohen lloizuiiterbau hat und den eine Venezianerin des 17. Jahrhunderts truc. Oricmcil sind dort ein paar t cnerscliuhe aus der /eit Ludwigs \|\.. hoi/.eru mit roten l.t derrie men und einem eisernen l nie reestell: da 'gefallen mir ein .1'aar braune Atlasschuhe besser, mit (ioldstickeiei und weitler Lederferse! die man zur /eit des grollen Korsen trug. Noch eleganter nehmen sich ein Paar et unseidene Spit/.cnschuhe ohne Absatz aus. die man vor etwa Inn Jahren in I >culsch!und Hindun tand. Ja. tempora umtaiilur ui'd die I laiieiiscimlie mit ihnen, da sr eben immer modein sein sollen. A ptopos. Mode, ein Kapitel für sielt; Mreslau im /eichen der M ml e.isc li a n . das will etwas hüben. I me solche \ eiaiistaltuuc i.ut die andere, cs gibt bald nicht mehr genug Nile: der l'uz. möglichst dunkel, unter, etwas giockent>>> img. aus verschiedenen Pelzarten zus.nmnengesetzt. inneu Seuleiifuttet. vumtoglich mit Mrnk.itspt:zen. die Manschette n lecln groll und oben der unerlalll.Jie fesche Pollkragen. \ucli bei v.omplet unel Kleid ist an Nelle der graden Linie, ehe mutier etwas Steiles an sich hatte, die glockige Form. die wieder inehr das tnaziose betont und sich bei den »euat Ilgen I arbtouen du I >amenkonlekt»>ii. als da sind braun,ot und Ocker, auch mode und sogar bleu, sehr gut aiismimnt. I rite »lieh ui jeder Meziehung w ,.r die Ausstellung der Man d arbeit e n indischer brauen und Reiuneriniicn. die von den vereinigten braueuvereilten der L. (). IJ. M.-Logen veranstaltet wurde: neben zierlichen Scherenschnitten von I rau Lrna Selteti-Schrcier und geschmackvollen Porzellanmalereien der Kunstgewerblerin Cilly breyhan. fesselten nicht minder die Maudarbeiten der v leien Namenlosen, die eine verschw enderische Auswahl an Decken und Schals sowie reizende Filelar - beiteu gestellt hatten. Mit t ienugtuung darf man ies'tstcilcn. dali die A eranstaltung auch ihre finanzielle Absicht erreicht hat. Zwei Ureslauer Künstler, die beide in letzter /eit die hiesige Oeifentlichkeit beschäftigten. aber in entgegengesetztem Sinne: als erster ein Siebzigjähriger, der einstige Leiter sämtlicher Dreslnucr Dülmen und jetzige Direktor des >chanspieihauses. I» r. I li e o d o r L b w e . ein Altmeister deutschen Theaterwesens. Sein (ieburtstan gestaltete^sieh zu einer Feier grollten Stils für den luhilar und Mreslau. dessen künstlerischerMedeutum: sich wieder einmal weite Kreise im Reich erinnerten. Der andere. Fritz L'rnst M e t t a n e r . bisher cjsier künstlerischer Leiter der Schlesischen b'tmks Hunde. schied auf sog. eigene» Wunsch aus; augenblicklich herrscht eine katastrophale Unsicherheit auf - diesem (iebiete. nur ein Umstand ist gevviK. die Aera Mcttauer konnte und durfte um keinen Preis vveitergciieii. da Mcttauer als unumschränkter Despot herrschte und tyrannisierte. Im Lobctiienter ist vor kurzem endlich Klaluinds ,.K r e i d e k r e i s" in Szene gegangen und hat einen beispiellosen Lrfolg erzielt: die erstklassige Darstellung wurde in der I iauptsaciie vmi Carola Nclicr (Maitang) und l.nvv ig Marg (Mandarin) getragen. Mit .heller Megeistermig wurde der Dichter immer von neuem vor die Rampe cciuicn. Im Thalia-Theater plant man ein <jastspiei Pani Maratoiis in Jiott der Rache“. Line seiner endlose Reihe von Lrfoigen knüpft sieh au den Namen des neuen Mreslauer OpcrnhaiisinteiidaiHcn Prof. I nimm: die Nciicinstudicrmuicn der ..Lustigen Weiher von Windsor“, der ..Salome" und ..Moiummns Li zaliinngen“ bezeiclmeu Marksteine einer neuen i i.tw icklung des hiesigen Opernlebens. Mit stark ifci'Noiiliciier Note wirkt hier Alfred Maillau als Aussiattiingscliel in grohartig angelegten und ebenso oicisterli.ift ausgefnlirte» Mülmenhildern. der 1\rische leiior des träumerische» Arnold Oeorgewskys wirkt fremdartig schon, jeder Abend w ird zu einem Lrlcb ms; mm kommt in midister /eit noch der ehern, erste .Münchener lloikapcliuicistcr Cortolczi als musikalischer Leiter her. Auf dem jüdischen Friedhof in l_osci wurde vor kurzem ein schlichtes und doch markantes Denkmal für Carl M i I) e r i e I d enthüllt; der Dichter Paul Marsch ein Freund des Verstorbenen. schul die treffende Inschrift: ..Unvergehlicli den Seinen. Lebend im Merzen der Freunde. Unverlierbar der Heimat. Die ihn als I lichter gebar.“ /um SchitiU sd noch einer Vortragsreihe gedacht, die die bekannte Schriftstellerin A m a n d a S o n - n c n leis über das Thema: ..Prag lind seine altjudisdien Kulturdenkmäler“ halten wird und von der in der nächsten Nummer noch näher die Rede sein soll. 12