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Die jüdische Frau · 1925-10-07 · 11 (7.10.1925) · p. [Seite]

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Journal
Die jüdische Frau
Volume
1 (1925)
Issue
11 (7.10.1925)
Date
1925-10-07
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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!>c*miztc Lhrfurcht hat mir nie einer -von ihnen ciM^eflMlh^ \v ie damals Jener giildhlit/ciidc-T.aKai (nd d<»i.li tiimll cs icdcsm.d Iicill in mir cm>»>r lind fast bitter, wenn ich_xlni \<>n Weitem erspähte. V. .1 r i s i.ln> li als nähme er nur da» beMe und reichste— NuO. meines lugendlebeiis mit jort. K'.iliel. bis el.iliin so *c;iii/ 4 und ausschließlich mein, wie nichts .1111 der Welt; mein bester, mein em/igei Nuckeialirte; alter und verständiger, mich leitend und besänftigend. Wieviel I rauen hat sie mit inrein ><linr/eii/iiiieI von meinen schmutzige» Wanken getrocknet' > nd nun ^mc sie. wohin ich nimmer durfte. s.ih und erlebte, w u\• >11 ich nur .ms ihrem Lr- /ahleti staunend hurte. | miiiul schhv.li ich v|uch hinte rher bis in ihr neues Wunderland man schickte den schmutzigen, tollpatschige» binnen der stumm vor I le r/klupien. 11. dem tcppichheleglcu Ihnistlnr. sich kaum um/iischaiien wagte. sehr schnell w ieder lie.mi. I ur den war damals durt wirklich kein I'lat/ ein Meiischeiialter spater.* hat er ihn ganz respektabel zu behaupten gewul'.l /.we 1 glückselige lalire ’ W 11 hatten ein Heim. gingen regelrecht, ich in die \rtneuschiilc. K'aiiel mit ■piteekleideten Mädchen zu einer l'ruatieiirerin. I*a hell eines I uges unser Wohltäter deirVatcr 1 nu n: I r und seine I rau waren iiini SU an das liebreizende Knut gewohnt. dal! sie beschlossen hatten. 1 s ganz zu sich zu nehmen: es spater auch vor dem (icsetz zu ihrem eigenen zu machen. I r sei aber ein alter Menschenkenner su lange ihre heute in der Nndt. wurde sie ducli niemals recht icstw 11 rzehi. <1.111/ wulltcn sie das,Kind haben I •arum sollten w ir turt! Wir waren ta ohnedies ah landfremde her*cckommen. \r Iv’eise gelel solle es uns nicht fehlen.- Nur unseren Aufenthalt brauchtet» wir melden. Ulli eden Muh.it eine auskömmliche Summe zu ei halten. _Lia_s|and der arme, vom heben zerzauste Nimm rer demütig und um geducktem Iv’ucketi vor seinem Wohltäter und durtte ihm sein ( k Id nicht vor. die I ulle werten seines Kindes /uknuit soilte es ia erkaufen1 I he Mutter weinte mul schrie um ihr Kind., um 1111 Heim: du Vater eme unilur und wimmerte, wie v ui getretener Hund da entschied U'.iliel selbst. Artig iultete sie. ihre letzt stets sauberen llandcheii und bat m sh n 1 icuicrcu I h utsch, zu dem 111.111 sie in viel Schule Und in lenem reichen Hause, heraiige bildet ..Ach bitte, hebe I Itern. lal’t midi doch gehen! Ni wundei schon ist dort Mies, und ich will auch ree lit oll an euch schreiben.'' I hese zierliche U’eele ihr vielleicht enistudiert paltte gut wenig zu unserei v ervlot bei'eii. mit puimsche II lllle! Ile bl .Ilse hell W eiKtllllgeil Illiter- 1 iisehtcii Spruche. mul ging uns allen wie trennende 1 is» nspu/en ms «Ihr Nein, eile s Kuiel ge holte doch nicht mehl zu uns ^o mochte denn ihr t duck mit eie in unseren eik.iiitt w e I eie ll. » I ».is Heini wai verloiei. so und so \ Hi warte also weitet /um ersten Male melkte ich. dal! ehe I uiuKtralie staubig. uiiel elal! n.ude I ulk sdiwei sv e rde n v out" W andern, /uw eilen schauten wir uns mm als müsse sie hinter uns heigel.uile» kommen unsere K'alfel' W halten 1.1 selber me gev> u|!t nu schon sic. wa. und v. iv sonnig. Wie oit <ht Kmderbhck uns die v e 1 vloi r lest» n Herzen willtuhpg cv macht, merkten wir nun erst, da ohne sie es uns nirgends gebogen woHtc.-' Aber wir hatten ja nun (leid — de» Kaufpreis nir sie. Sei's. dal! der alte Wandertrieb im besitz der Zein pieiiiiige mutiger geworden. sei‘s. JaU der Water recht viele .Meilen zwischen sich und sein Kind legen wollte, um sich seihst jede Möglichkeit* zu nehmen, dessen Zukunft zu zerstören: Heiitschland war nicht mehr groll genug fiir uns und bald auch nicht I uropa. Heute ging ich in Paris in die Schule der Alliance Israelile. morgen' schon in die der Hebräer Palästinas. Allerdings, die Seereisen dorthin währten viele Wochen zu jener Zeit. .Mir aher war alles wie ein I raum, und als läge nur eine einzige Nacht dazwischen. I hi scheuchte in einer Nacht der gleiche Angstt.aum mit wimmerndem Alpdrücken Vater und Muttergans "dem Schlafe. Heide hatten ihr fernes Kind in (jtfalir gesellen, jeder in einer andern, lud ast gleichzeitig halte ihr gellender Hiiicnii sie in der I hmkelheit cmporlahreii lassen. Nim war’s vorbei mit Sabbathfriedcn und W’crk- »agsarbeit. Sie salieti sich an ”umT unser Kind" starrte es angstvoll aus beider Augen. I nd aucli ich l»>ahel! W ie hätte ich all das. as mein l.cheii nun sorglos machte, hingegeben um v ine Stunde in Hunger und Kalte mit ihr! Nicht einmal schreiben durfte sie uns. Sie sollte ans ja vergessen. > >b sie's gekonnt? Nur durch ihre I'flegeeltern erhielten wir in bestimmten Zeiträumen. < »gleich mit der versprochene» (icldsumme. piiukti:Ji Nacliricht. Wie Klug und fein sie geworden, schrieb man. and wie irbhlich. Ob so fröhlich wie damals, als wir zwei Kinder uns um das halbreife Obst der cJiausseebaiime balgten?— I mmal hatten sie auch ein kleines Hild von ihr ge'scluckt. ein Lichtbild auf einer Mctallplattc. wie Me derzeit zu erst aufkameii. Ja. sie war geworden! Mol/ und stattlich. Nun zum ersten Male war der Hrief ausgeoliehtM Vielleicht das die Ursache des Traumes! \ber cs gab kein Halten mehr. Hatte uns ehedem Meis fremdes I ingreifen die Heimat zerstört: diesmal der eigene W ille. Wie gehetzt jagten wir Wochen über Meer und I und. bildlich in einer bitterkalten Novemberiiacltt stunden wir wieder in jener Seestadt. Keiner von ins dachte .in schlafen» Hie Litern band ihr \ ei sprechen, da» Kind nicht allfzilsucliell. Ich hatte nichts versprochen. So wurde ich aus- ..eschickt am nächsten Morgen. I nd icii ianel noch den W eg in jenes reiche Haus, .'en ich damals hinter dem I Metier liergesclilichen. I s erschien nur eigentlich weniger prächtig diesmal: atemlos /war. aber doch sicherer als einst. Wagte ich. dem I >ie*i 1 er mein Hegclir zu melden. Her mall mieh um einem seltsamen Ml ick. Seltsamer noch starrten die alte 11 Leute mieh an. vor denen ich bald v.arauf Mund Aber ich wollte ja nicht zu ihnen, ich wollte zu meiner Schwester, ieh horchte nach .allen Seifen, ob icht ihr l nchvinumUicn sich hören liehe* Ha vernahm ich ein ersticktes Seufzen aus der Noiuecke. in der die alte Haine sah. beschwichtigend »ah ich ihren Mann, ihr die Hand auf die Schulter legen: 10

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