Die jüdische Frau
- Journal
- Die jüdische Frau
- Volume
- 1 (1925)
- Issue
- 11 (7.10.1925)
- Date
- 1925-10-07
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
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Ul OSCH KO VOM PA TOM A l.r/alilum; von Karl himil T r a n z o s. — (l'ortscl/uii's') .. Ifl/I will ich' erfüllten!” ric-1 der Ndmlklopier .nid zrili z» dem -\11■ ihnt seines /.weiten Handwerks. der I .Ile. Her Hui sehe s.di dein ^leieiinuitie' /u. ..Ich sage vs doch nicht". erklärte er. Hie I lle begann ihre Wirksamkeit und setzte sie kniete l<ut. aber des \aters Hand wurde milde und es nutzte witklieli nichts.' |»a jaitte er den SpruHIm;: vor die I iii uiid lief zu den Naebbarii. Trost und h'al zu suelien. her .»niete I .iiaksnlui hilf die /.ahne übereinander tuid rieb sieh laues.im und uaelideiiklieli den sticken! i.iim sehnt! er i nhig die (lasse hinab. An zwei «. hristlichc l.chnuneeimdic ihm birejevtneten. teilte er eew issenhatt die >elilnete aus. die er soeben euipfan- .en. I '.um etine er weiter Jureii die ernten, sehmutzleen Dübelten. ehielmiutu uiid lanesa n. wie immer, i ileiehzeitivt mit iliih eure aber auch selion durch diese »i.u'lelieii das uiilieimliche < ierueht. des Schulkloptets Imrester wolle ledie bleiben und ein lureliteiliehes Handwerk walilen. lud als Mosche ilull- ..bwarls zur. Maiitli kam. wo die letzten Hauser sieben, da w idieii ihm neruts die .Menschen entsetzt aus. t leim hierher war das < ierueht in zwei gleich tut Jiihureu Nur'lauten «tedrumten: die eine besä de. er sei verrückti vtewoideit. die andere, er wolle zu eleu hominikuncni celieti. ins Kloster. Abei auch dies (ierueht blieb au Tiitsetzlichkeit noch weit hinter der Wahrheit zurück, hiese Wahrheit verbreitete sich am nächsten I aetc durch Harnow's (lassen, hie Weiber kreischten uiid stöhnten, die Männer buchteu und beteten: es trat alle wie eilige nieiusames l »duck. selbst der .Mann, den noch niemand im Städtchen tiaurk gesellen. Kieiii-Meiielele. eie i ew i.: trällernde Vorsäneer der 14etschul*, wurde ernst unel liei :..>«> was lalit einen ein indisch Kind erleben!' und schlich betrübt; heim. I in anoeie i Meiielele . eie r coldene Mensch, der jährlich ■'w e i neue Aiizuec bekam, weinte bittere Tranen, e'enn sein Scliw iev;ervater hatte in der ersten Aufwallung erklärt, der Kruder eines so verworfenen hm seilen könne kaum langer sein I ochtcrmän» bleiben her alte U’abbi des Städtchens konnte an dem laue vor hrankinie keinen Hissen amuhreu und ein I laiielels.iule aus Hessarabie n, der sich (icschätte halber einige Stunde n im Städtchen authielt. beschloll •i: Hai im« w zu ..bernachten, nur um den seltsamen Knaben zu sehen, über den ein so fürchterlicher led.u.ke gekommen .... Was aber wollte Mosche werden? ..Seiiiter!" So lieilit im Jarenn der Soldat, der ..Soldner". \bcr ehe biolle l ebersetznng macht es noch nicht kl.ii. w.uimi der I iitschhill des Knaben die .luden von Knriiow tiai wie ein Klitz In der lat wie ein Mlil/: er blendete ihr sonst so scharfes Amte. I’iese! eilte, vewohnt. ie«le Sache scharfsteits und von allen Seite n zu betrachte ii. verfallen diesmal das wichtigste: v\ eres wai. der diesen I ntschliiH cetallt. dal! e s ein Knabe w.n. trotz se iner (irolle und Starke fast noch ein Kind, dem ehe •Viisiuhrunc unmöglich nehnccii konnte. Sie eergaben es und grübelten mir i sc'hreckl-darüber. wie ein sole.be r (ledankc ubei- 1 aii|«t in ihre, Milte hatte geboren werden können. ' b heim ..Sellner" werden, das ist nicht blob ein liidiiek. sondern auch eine Schmach, ja eine Heleidi^uiie (iottes. Wie konnte ein ..indisch Kind" dies freiwillig auf sich nehmen und^sich selbst zu den loten werfen. zu den verachteten Toten, deren man nicht weiter nedenkcii maw? heim wie einen «eüebten loten beweinen sie auch denjenigen, den ohne sein Zutun dies Schicksal trifft, und flehen zu (iott. dall er ihm seine Sünde vergebe. Hs ist kaum zu unterscheiden, ob sie das Sterben für ein gröberes l »gluck halten oder den Soldatenrock. Darum ist ihnen kein Opfer zu grob, kein Weg zu krumm, diesem Schicksal zu entgehe». Warum? Weil der Jude feig ist. luirt man häufig. Aber diese Antwort ist nicht die richtige. Wohl gibt cs sehr viel Teiglinge unter den Juden des Ostens und es wäre auch seltsam genug, wenn dem nicht so wäre. Mut ohne Korperkrait ist kaum denkbarher Jude aber ist. der frühen Heirat wegen und weil durch den (ilauben jede Kassenkrepzung ausgeschlossen ist. schwächlich, und die Trziebmnr leistet überdies an Verweichlichnng das schlimmste. Mut ist ferner nicht denkbar ohne Selbstvertrauen, lind wie hätte dies in den Abkömmlingen eines Volkes Wurzel schlagen können, dessen Heldentum durch Jahrhunderte im Ihildeii bestand, düs ruhelos über die Trde gehetzt wurde, wie wildes (ietier. das noch heute im Osten hier und da nicht jene Stufe der Hehandlung erklommen, deren sich nützliche Haustiere erfreuen! Türwahr, es gehört grolle Unvernunft dazu, sich darüber zu wundern, daII kriegerischer Sinn nicht gerade ein I lauptztw uler jüdischen Volksseele geworden! Aber die Trage über Mut und Teigheit gehört sehr wenig zur Sache. I »d wären alle podolischcn .'mden Helden, wie Judas Maccabäus. sie würden deshalb doch nicht gern k. k. Soldaten werden. Und zwar hindert sie daran jenes Moment, um dessentwallen sie leben: ihr (ilatibe. direkt durch seine Satzungen, indirekt durch die Weltanschauung, die er in seinen Keketmern herausgebildet. Durch seine Satzungen: aber man darl dies nicht mibv erstellen. Der jüdische (ilatibe verbietet den Kriegsdienst nicht, und er gebietet, dem Staate, in dem man lebt, treu anzaltanyeu. Aber dieser (ilatibe gebietet auch, die Speisegesetze einzuhalten und alle Zeremonien des (iebetes zu erfüllen. Wer dies nicht tut. begeht eine ebenso schwere Sünde, als wenn er etwa die Hand gegen die Titern erhübe. Denn er erhebt die Hand gegen (iott. er tritt seine (iebote mit Tüllen. Und sclum die leiseste Millachtung eines (iebotes drangt den Sünder aus der Schar der (iläubigen: das altgläubige Judentum kennt keine Kompromisse. Wer aber Soldat»w ird. kann die Tonnen des Debets nicht unhalten und muH froh sein, wenn er überhaupt ein Stücklein l’leisch bekommt, auch wenn ein christlicher Metzger den Ochsen geschlagen. Kurz, wer Soldat wird, ist kein Jude mehr, er verliert die Anwartschaft auf die Tretiden des Jenseits. Das Jenseits aber ist der einzige I tost dieses armen, verdnstvrie» Volkes, das selige D.and, wo der Jude nicht mehr verachtet und verhöhnt wird, sondern »•toi/ einhergeilt vor dem Antlitz seines (iottes. l inst, als dies Volk in stolzer Machtfiille auf seinem