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Die jüdische Frau · 1925-10-07 · 11 (7.10.1925) · p. [Seite]

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Journal
Die jüdische Frau
Volume
1 (1925)
Issue
11 (7.10.1925)
Date
1925-10-07
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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( Wenige Minuten spater kam wieder ein Junge ms /.immer und brachte wieder eine Schüssel (iriitze _mit Mrot Rcb Jom-i siliii kl di-tn Schiller das L.ssen. Her Junger blickte nicht einmal aut--- Aber ^JcF Rabbi erhöh sielt und ging aui den Schüler zu und sah ihm in die Amten — stolz und voller Liehe und er berührte seine Schulter. Man hat dir zu essen gebracht! I >a hob der Schüler langsam .meinen Kopi. Sein Antlitz aber .warnoch blasser^geworde» und Tratten— glitzerten in den ilammeudeii Amten. Ich weih es. Rabbi! sagte er doch ich mag heilt nicht essen! Nun schon der \iertc I asttag. kragte der Rabbi und nur itir dich? / I s Klane wie ein \orwurf l.s ist ein neuer I asttag. erw iderte der iniighng. Ls ist ein Lasten der Muhe. \\as sprichst du * Ihr linden Lusicn-der -- Hn tci’- la. kabln . ._. Lin Lasten der Muhe. Ma du »orhin dein Mahl begannest, hnh ich gesündigt in tiedanken und das (ichot verletzt: ..I hi sollst dich nicht gelüsten lassen." Mer Rabbi beugte sich vor, als müsse er besser horchen. _ _ -Aber der SchülerLühTfort:X'iTddann wurde mir >on all dem Lichte so wohl, so leicht . . . Und mir war. als wäre ich kein Körper mehr voll Irdischer schwere. Mir war. als ob ich cmporschwebte in ein glühendes Land! Und eine siihe Wärme durchrieselte mich . . . die wundersame Lust des Lebens und jubelnder Lreude. -Keine Liber in meinem Antlitz hat sich bewegt. Starr waren meine Lippen. Und doch habe ich gelacht.. so innig, so herzig und voller Lust wie ein Kind. — Oh! riet der Rabbi erregt. Mas waren die himmlischen Lreude»! -Und dann klang es in mir. und mir war. als ob ein Lied in mir erw üchse. Mer Rabbi sprang von seiner Mank empor und siebte sich-vor den Schüler?^ Lud dann?? Und dann?? — Und dann hörte ich. wie in mir ein Singen begann . . . Ich fühlte, daß alle meine Sinne sich schlossen ... Aber i u u e » . i n n e n sang es. So muH es wohl sein ... ganz ohne Worte .. so . . ja .. so ..-. Wie denn so? In selbiger Nacht, ganz spat, weckte der Jünger seinen Lehrer. Sie schliefen beide in der Klaus auf harten Hänl.en. einander gegenüber. Rabbi. Rabbi, riet der Schüler mit tonloser Stimme. Mer Rabbi sprang erschreckt empor und fragte: Was ist? Ich war jetzt hoch oben in den Sphären der Himmel. Wies,,? fragte der Rabbi, noch schlaftrunken. In mir horte ich ein Singen! J >a setzte sich der Rabbi auf und sah ihn fragend an. _ _ _ -Aber der Schiller sprach und seine Stimme klang schwach und leise: Ich weih es selbst nicht. Rabbi. Ich konnte nicht schlafen, und da zog es mich hinein in das ticheimuis Lurer Rede . . . Ich hätte so gern die Melodie gehört, lud in meinem Schmerze, daü ich den Sang noch nicht kannte, begann ich zu weinen. Laut weinte es in mir. Jedes (ilied weinte ui mir vor <iott dem Schöpfer. Mann betete ich den Spruch der Läuterung. den 'Ihr mir aiiVerlruut hattet und seltsam! Nicht iieine Lippen sprachen die Worte. L!ine Stimme in meinem Innern sprach die Worte. Sie sprachen sich .dlein; und dann wurde es licht um mich. Ich sclilolJ die Augen. Und doch blieb es licht in mir. so licht, so helle leuchtendes Licht. — Ich kamfs nicht .sagen . . Vorhin wußte ich’s noch . . Und dann wuchs das Singen zu einer Xauberweise. als spielte in meiner Seele eine Liedei oder als säße Jona, der Kleßmer. in mir und spielte wie beim seligen Rabbi am Tische gottgeweihte Lieder . . Und doch . . viel zarter hat es in mir gespielt, viel w undersamer, wie erdentrückte Seligkeit.. Und initiier ohne Worte, ohne Stimme .. . Nur Seele. ... nur Seele. Wohl dir! Wohl dir! mein Schüler. Voll 'Trauer aber schloß der Schüler: Nun ist alles dahin. Die Sinne sind mir wieder. geöffnet. Und ich bin so müde, daß ich . . . —Ua-aber^ehric-er pfötzHctrkuit auf und griff sich ^egen das wild pochende Herz. -Rabbi, sprich mit mir das Sterbegebet! . .. Sage mit mir das Sütidenhekcnntiiis! .. . Ich höre ein Rufen \o» der Höhe nach mir. Sie rufen den Sänger. Lin Lngel bin ich mit weißen Flügeln! Rabbi! Rabbi! . . . Schina .lis . . . * Lr starb. Und alle im Städtchen wünschten sich einen solchen Tod. Nur der Rabbi war nicht ganz zufrieden. Noch ein paar Lasttage, klagte er. und im Kusse (iottes war er geschieden . . . Kl AK BETRACHTUNG KtR DIK JUGEND .ZUM TODE MOSE : \ on I >r. Jesaja Silber. Io harter Sklaverei seufzte das Volk der Hebräer. Auf dem lluoiie zu Acgxptcn sali jener t\rannische i’harao. der keine (irenz.cii in seiner (iransamkeit gegen die Israeliten kannte. Vergessen war das große X e rd>enst. das einst Joseph dem Lande erw iesen hatte, daß er es vor Hungersnot bewahrt und durch seine -geniale Leitung zum Reichtum and (ilanz •.einlut hatte, und daß dieser Hebräer \cg\;>ten so gewaltig gestaltete. Mas stark emporwachscnde \olk zu (iosen war ein Morn im Auge des feigen Königs der Aeg>ptcr. Schwächen, ja vernichten wollte er es. und es wird erzählt, daß als einst der König von einem Aussatz, befallen wurde, er unschuldige jüdische Kinder schlachte» ließ und m ihrem Mlute badete. Mit- Litern dieser Kinder aber kneteten Lehm, stellten Ziegel her und bauten die schreck- \ 4

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