Die jüdische Frau
- Journal
- Die jüdische Frau
- Volume
- 1 (1925)
- Issue
- 10 (22.9.1925)
- Date
- 1925-09-22
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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1! J1 OSCH KO V01\ PAHTI A Lrz.dilui».' ''*i! Karl Imil brauzos. W as liier erzählt werden soll. ist nur der Le-!>ensl;mi eines armen Mnv.|ivh, d.-r m n> .an— ll'v'chcn \X mKel der h rde ueburen wurde um! nneli maneherlei bahrten und Schicksale» dort verstarb, einsam und elend wie er nelebt. Mit seinem I amiliennameii hielt er \ cilchcndiitt. mit dem. Adruamcn aber nacheinander Mosche. Moschko. Moses. Moriz. Moschko und endlich wieder Mosche. Die Ueschiehte dieser Namen ist zucdeich die De schichte von allem tiliiek und I ncliick seines Lebens, das man hier ausführlich und der. XX ahrlieit eemalt berichtet bildet, von der Wievre bis zum Urabe. Mitten im .ludenviertel von Iiarnovv-war er geboren. in einem jener kleinen, dusteren, sumpiicen Sackerälicheu. die um die alte Jiclsehul'" liefen, •and zwar in der kleinsten, selmuitzicsten I bitte dieses ärmlichen (iäl.lchuis. In dieser I lulle wohnte sein X ater. Abraham Veilchendutt, der nicht weniger als vier (iewerbe betrieb er wirkte als Schul- Klopfer. kr.mkeiipilec'cr. I otenw achter und Schneider und dennoch liaufiir. um nicht zu v erluuiecrn. ceüiitict war. zu einem iiiniten zu ereilen: zum Iktteln. Denn jene vier (iewerbe briiieen. in liaruow vvuiiestens. nicht viel ein. auch wenn man die seltene \ ivlseitiekeit hat. sie vereiniet zu betreiben. Als Schulklopfer hatte Abraham ein < iehalt jährlicher zwoli Dulden und muhte da für die Detschul' in Ordimin; halten, v iele gottesdienstliche \ erriclituncen erfüllen und die emizc (ienieinde zu gewisser Zeit, die just ui den kältesten Winter fällt, im Morceucraueii 'um Sclmkrancr wecken. I reilieh pileetc er daneben auch Kranke und wachte bei Toten, aber wenn er sich dabei soear zuweilen ebensoviel verdiente, so sind doch zwei (bilden monatlichen Liiikoiuiiieus nicht viel, wenn man .ein Weib und sechs Kinder zu ernähren hat. Denn das war der einzige k'cichtum in der armseligen Hütte: drei Knaben und drei Mädchen.- Was aber die Schneiderei betrifft ' ach! damit ging es schlimm. Denn erstens werden in l’odol’cu die .luden, die sich einem Handwerk widmen, fast sämtlich Schneider und auch in Harnovv cab es ihrer fünf Dutzend, und zweitens ging seit langen luhren das (ierucht durch die < lasse. Abraham X eilehenduft habe einmal die .kicke Nassaus,- des I leisclierkuechts.'wkchief geschnitten und Samuel, dem Dorfeehcr. ein Heinkleid geliefert, das kaum zur halben XX ade gereicht. Kurz. Abraham war nicht der Schneider der vornehmen (iesells'chait von I kn - now und seine l irma wenig in Mode, was mit anderen XX orte» licillt. dalt er allwöchentlich eine melancholische Hose oder einen lebensmüden Kaftan gegen eine I.ntlohmmg von fünf Kreuzern zu iliekc» hatte. So war er denn notged>ungen auf jenes fünfte 'iewerbe angewiesen, aber dieses ist ja bekanntlich ein überaus freies und die Konkurrenz gerade auch in Harnovv erd,tickend grob. Treilich konnte sieh -Abraham einer reichen Schwester, (iukle Hellstem, i ulmieii. aber Tr muhte sich auch niisschhclilich mit dem k’ulune begnügen. Dum diese! rau. die sich ehirch ihre < leschickiichkeil zur Köchin des reichen Nachm» Ikllsteiu und. nachdem dieser Witwer geworden, durch das Dewicht ihrer le’cizc (sie w >,g drei Zentner) zu seiner I hegattin atifgeschvv ungen hatte, war sehr stolz und lieh sich nicht gerne an die arme X erw .ujdlschaft ub S ickgalkhcii eiiuuern. I ml so kam’s. da i i Xhr ah. iin und sein XX eil; und diewelis Klinkt unendlich viel foreii. hungel len und v. einten. I nie Sage er/ahlt. dal! die I ngel iede I raue ..iiizeichiicn. du jeder Mensch lueiueden in seinem Schmerze weint. Wenn dies wahr ist. dann war Cer liebe (iott sicherlich genötigt gewesen, tur die! a nulle X eikheiiduit einen eigenen Ineei nu/iis,eilen, lud der hatte dann wahrlich auch Kein leichtes I el't II. Die geringste Arbeit machte ihm wohl 110dl der ningste Spfoh der I aimlie. der kleine Moscln. Nicht etwa, dalt ihm ein günstige res los gefallen, als seinen Litern und (iescliw istern. im (leceiitui! Denn eben weil er grade das halbe Dutzend voll machte, war er schon bei seinem I in!ritt in die XX eit. an dem et doch wahrlich unschuldig war. in wupe irumdliclier XX eise empfängen worden. Not macht hart. Die I bein itatteit sich bis dahin fünf Male unter immer schwereren Seufzern in das XXorl dci Sdirii ”.:efiut. dal! Kinds r ein Segen (tolles sind: beim sechsten Male ledocli waren sie entschieden überzeugt. dal! auch allzuviel Segen nngesund ist. Die < iescliw ister abe r ei buchten darin vollends eine ruckT des tiesclticks und k> dein Ankömmling einen heuen I eind bei ihrem Kampfe um Mrot und Suppe. I ml als Per Knabe licr.mwuclis. da setzten sich die < lesiianingen nachdrücklich in I atni mim: Not macht hart. < lb aiidi die Halle, die w tr .'int I rden erdulden, diohen auigezeiciinet werden, erzählt die Sage nicht, aller wenn dem so ist. dann hat Mosche allem in seinen Kmdei tagen mindestens drei I mgd be»chaitigl. Dem I laneitumel hingegen machte et. wie gesagt, geringe Arbeit: ob sie dm auch noch so sehr pullte», ei weinte nicht, keinesw egs aus I rot/, sondern weil er eben nicht vuhkidre wai. I reilieh lachte er auch nicht. wenn ihm eine sp.n liehe I iehkosn,,g winde. Du alledem gedieh ei doch prächtig und wuchs stark und breit heran, als w.ne er der Lnakssohne Liner, vor denen sein Xolk einst so sehr gezitteiI. und nicht das Kind des aimeii Sehne iderlems und des v ei kummerle u Imlc n.w e ihcs. aulge saugt tmtei lamme r und haue», cinporeew achseti unter Not und Schlagen. I 'ml ela> beste war’s v oid. wenn uns e'ies XX eilige über ehe ganze Kimle ize.t unseres, I Id ekai hin wegtragen dttrtte. Denn die Menschen hören nicht gerne von traut rccii I >mgen. und das Allcr- 11aurigsie auf ehesei dunklen I ule ist ia eine Kinder , eit o'nne jeden Sonnenschein.. Aber e s mul! doch gesagt weiden, wie der Knabe ward. Ir ward stark, wul über seaie verkümmerte Dasse. weil ubei sein Alte i hinaus. I r wäre) stark und alles, was 'obhdi and-lack hisw c't an ilnn'war wurzelte m diewi I >ge »schalt. D'nmt ve a, er mutig w fs konnte ihm aiici, geselle he n »ml hieb gern »in sidi. nicht liot/u Iiiiel I'edi. soudeii) mit stillem I ''einigen. I mb »nt demselben Hel.ace», halt er unernimlhdi den I lolzinniei n und i kuschet knechten des Städtchens bei iluu schweren Athen, ve e il solche Anstrengung den inngeii Selim n Wohltat Aber es war ihm peinlich, in du kleine n dumpfigen Wiiikelsclink übet deii krausen Zeichen zu grübeln, denn da li.nt ■um seine hiall ludls. I ml weil die anderen Imlu ungen waren, wozu -»■ iloe K -rpu uml ihre l'ZniiiaC gemacht: Iroiuia. '».il. tue so tiel de > .v, huiieiople l - liling^Ie I liui ui de l t lasse aut II