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Die jüdische Frau · 1925-09-22 · 10 (22.9.1925) · p. [Seite]

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Journal
Die jüdische Frau
Volume
1 (1925)
Issue
10 (22.9.1925)
Date
1925-09-22
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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i nie Wetfstufe zu stellen. W ollte man sich mit einem crundsat/lich anders gearteten Zoijlinit.J wir be- /. i, In ■ ii -vi.l. i!.- k in.lur Iii iiIu- »I». [i».\■ li<iH;illti..eti.-4- .ml um I >«. I'.iiic mit I ur und W ider. einlassen, so Lime man nicht weiter. I.s mul! liier schon der i Miinds.it/ .vorherrschen. dal! das ( mte sich /war von .sdhsl.xefMiJit. aller mit einem vrew isscTTMTbsoluteii \ae lull tic k allste stattet weiden muH, um nicht ■ ...m/liili II.uhh' /II Meinen. I aller soll man diesem ..host ii Kind eine Antwort neben. die ihm die Zahne stunipt imul.it. d h. ihm eine nochmalige I rage und .' kdir um I rage und so Ins ins I ndlose nnmogluh macht I hier schwanken, labilen Dsvclie mul! inan die e uene K t alt der I ebetZeugung entgegen-, d. h. heilend /nr >e ile stellen, oder galt/ modern ans- .;i ilitu kt man 111111! psv clnsche > trthopadie treiben: »ml dann mul! man solchem Kind klar und deutlich und ohne >chonnng die Folgen vor Augen fuhren. die '■kli aus einem W nlerstaml gegen die h'egeln der i ie memschalt ergeben. Schw crcr/iehbarc Kinder ■' e iden nicht mit nio, .discheut irundsat/eti gebessert. .■><(fiele iu lediglich durch das |»ermaneiite I.rieben ihrer, rein d>nami.schen Unterlegenheit unter den W illen’der t iesamtheit. Wer sieh von andern bösw illig ansschlielil lind sie schädigt, der nniu stell mellt wundern. w enn er ausgeschlossen w ird und dadurch Nachteile hat. (icrade diese v ollig unsentimentale und her/hatte liehaudlung des Problems des scltwerer/iehbaren Kindes unterscheidet sieh erfreulich von vier weichlichen.'praktisch höchst zweifelhaften Pädagogik noch nicht langv ergangener Jahre, die mit einem llvperindiv idualismus und einer schier mimosenhaften Scheu vor der Wirklichkeit arbeitete. Zusammenfasseiid können wir also feststellen, dal! es dem KVdaktor der I lagada gelungen ist. in wenigen Zeilen markante (irundsätze aufzustellen, einmal über die Ouantität des Lehrstoffs, dann über die Methodik der l ebermittlnng des Stoffes au den Schüler und endlich und hauptsächlich über die psvchagogische Lrfassung der (iesamt persönlich keil auch schvv ieriger Kinder. Ich glaube wohl, dal! w ir uns hier wieder einmal davon überzeugt haben, wie irisch und lauter sich der alte Wein in dem köstlichen (letal! der I lagada bis heute erhalten hat. .1 I BÜSCHE WOHILTÄTIICJMEIT m IS. .lAlimilYIVKKT!IN BEB UN \ oh | >r. I\‘. Silbe \n die selbst nn Kleinen geübte Wohltätigkeit •ii i I!erImer luden erinnert ein im Jahre 177t> aus i!e ihn. von einem durchreisenden Kabln an einen Kabln ..in Polin". natürlich tu hebräischer Sprache. :v iK ho ter Ihief. in welchem von einer wohltätigen 1 aniehtun.: beneidet wjrd. die auch noch heute, und soweit uns bekannt ist. auch gar in nnabgeande rief V. V isc geübt vvuel. I >e i durchreise Ilde Kabbi schreibt, e i habe gar viele liebliche I inriehtimgen zur X eroi.;unc viel \rillen unter unseren I'.rüdere auge-^ Holten, abet eine habe »heraus sein Iler/ erneut, . s gibt, so beiiehlel er. in Üetlin. eine heilige t ie- e 11svhalt, die se hr zahlreich und ..geldreich ' Ist. Sie I 11 /.\ii I lik Ilsen, eine mit Xiel'li und dieandere nt l!ith be/e icliuet: die erste ist versimpelt und Iid I UI alle lahie ndel. alle J lallte von dein ve beste I! der < ie se Ilse liaft geofttiet. die zweite aber st be sgn.dig otten. Sobald bei lemamlctn in eiei > ienieinde. es sei ilej. Keichste oder der Aermste. ein I sie s i.dl sieh et e feilet oder eil e I lall III eile. W ocliell kommt, so wud die otteiie Iluchse lletli mit t leid— ,e lullt und Hebst ein Htichse Alepli zu dem < ie - na iikIe11iit.;Ih d ins Haus geschickt. I'ieses (iekl teilt g.mzbeb zu se Ule, n eien X ei fugiing. Ir kann hl alles ( ie LI KU sich entnehmen oder auch nur •na" leil davon. Im letzteren lalle aber muH er ■.ins iibti. e < ie Id aus der Puclise l'.etli nehmen und in la I!>>e hse Xlc’pfi dm eh die an ihr angebrachte <>eit- Miiielmie iiiltin. Abei auch denenige. der von diesem « n Ide :iehts nehmen will, mul! es dennoch aus der •Itef.e 11 I lliellse lll die v e I sc lljossenc stecken, wobei . s ihm II.lim hell trei stellt, auch V oll seine IN (leide "• die Ihle Ilse zu tun. I >ie beiden I hichseii werden dann u.ieli e inigeii lapui ..b.ge holt, und man finde' ' .iaim si Ibst v e i stündlich allemal eile I hie hse I!e th- Ie er. d’e i in me i . ..au»ei der iin Aeiboigenen s,ehet". >.eid oh das hinge sandte ( nid Verbraucht, ob es in me Ihle hse Ale ph lime mcekiminien »de. ob I,"eh mehl tgIeit. Derliu. hinzugetan w orden ist. — ..I>cr I »ürftige“. so schlid.lt Jer Drief. i.liat genossen und darf sich dessen nicht schämen, und der K’eiche hat (lutes getan und kamt sich dessen nicht rühmen.“ Siehst du. mein Freund, dies ist eine gar sinnreiche Lrfmdtmg. wodurch üeleuenheit gegeben wird, ohne zu erröten. Wohltaten zu empfangen, und ohne Vergeltung. „Wohltaten zu erteilen. Ich habe es vorzüglich wert gehalten. Dir dieses zu schreiben, dajnit Du diese weise Veranstaltung bei Deiner (iemeinde gleichfalls einführen mochtest. Du wirst Dich dadurch in den Augen der .Menschen gar beliebt machen, und der (iott unserer X ater, der die Armen speiset, w ird Dich und Dein I laus da tut mit Segen überschütten.“ Ja. gevv il.I eine sinnreiche Lrtindung und zugleich i ine. die von zartem (ieffihle spricht. Die beiden Ducliseii haben gevv il> manchem armen I ratternden und mancher bdrangten XXochnerin vvohlgetan. über die Not des I ages hinvv eggeholfen. und dabei mit solch herzlicher K'ucksiclituahine. Der -Dedrängte -braucht nicht hinzugehen, tun dem Wohltäter zu bitten, vier, Wohltäter kommt zu ihm: Manchem Dankbaren lallt es schwer, zu danken: hier ist et dieser Xufgabe entbunden. Die beiden einfachen Ducliscn sind eine sichtbar-lebendige Illustration zu dem schoiie’ii XX orte (ioethes: ..Inst Du was (lutes, so wirf es ins Meer:' Sielits nicht der Fischer, so sieht's doch der Herr"! Der Üricf datiert, wie angegeben, aus’detn Jahre i,7o. Nimmt man au. dal! siiatestetts die Linrichtung im Jahre 1775 ins Leben getreten ist. so würde sie heute mindestens 1 5 o Jahre bestehen. Xbcr es ist doch höchst wahrscheinlich, dal! sie noch el langer bestellt. l ud da sage, noch einer, dal! wir Juden nicht konservativ sind, konservativ im besten Sinne des Wortes, d h. erhaltend alles das. ..was edel ist. lullte ich'und cut."

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