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Die jüdische Frau · 1925-09-22 · 10 (22.9.1925) · p. [Seite]

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Journal
Die jüdische Frau
Volume
1 (1925)
Issue
10 (22.9.1925)
Date
1925-09-22
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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-U IV llnsn Kind fraet so- Wae soll i-neli ili. sor bienst? euch und nicht ilnu?! I >a es sich Stilist uns der (ies.nnilieil ausschhelit. s>, vcrleuunet es den (ilauheii ubcrIum|>t. |)u ui.ielie ilnu seine Zähne stumpf und saue ihm: ..Weiten dessen, was" der Lvviue mir uetan hat. da ich aus Acuvpten zou. Mir und nicht ilnu! Ware es (das böse Kind) dort gewesen, es wäre .nicht erlöst worden. -Das einfältiue traut: „Was ist das?-—l ud du— saue ihm darauf: ../Mit starker Hand hat uns der Lvviue aus Aeuvpte» ueiuhri. aus dem Hause der Knechtschaft." Mit dem Kind, das noch nicht zu iraueii versteht. eröffne du das besprach? denn es lieilit: ..Und du sollst deinem Solme sauen an jenem 'laue wie folirt: Weiten dessen, was mir uetan der Lw iitc. als ich aus Aeuvpte» zou." Soweit der Text, und nun kommen wir zur beutuni:. ber Redaktor der llauada itclit wie ieder I''ursche r. der sich mit Anomalien beschäftiut. v on der Kenntnis des (iesunden. des (inten, als (irimdlaec aus. bas fromme Kind traut, was denn die Zeuunisse. Satzungen und Rechte des IVssachfestes hedeuten. Der Text der llauada leirt (iewicht auf eine uewisse Reichlichkeit der Ausdrücke, um damit die ueistiue Hcxvculichkeit des Ktfidcs zu charakterisieren. Und einem solchen Kinde mau der l.ehrer unbedenklich die brzählumr vom Rassah-I'est übermitteln, wobei es ihm unbenommen bleiben soll, auch die Liiizelheiteii ueiiau zu behandeln. Ls mau mir nur ucstattet sein, tu der Reihen-- lolue der scliw erzubehniidelndeu Kinder eine kleine { mstelhmu vorzuuehmeit. so zwar, dal.' wir mm den Spruch vom eiiifältiuen. beschrankten Kinde auf seinen (ielialt prüfe», bas scliv achbeuabte Tv-hie? iiaut in uanz weniueti Worten: sein Sprachschatz ist diirftiu. kaum, dal! es den Satzbau inue halt: W as ist das? lauem solchen Kinde komplizierte barstcllnnuen eines historischen < ieschehnisses anzubicten. wäre schlechthin ein lTifitu. Mail kann einem Wesen, das nur die einfachsten auuemailiustcn binue zu erlassen vermau. nicht begreiflich maclicn. d;d! ein Stamm zu einem \olke wird, dal! dieses \ olk inmitten eines anderen a»iaiuj> ulucklich lebt, spater in politische, wirtschaftliche und kulturelle Konflikte uerfit. und dal! es endlich unter schweren Kämpfen die innere und ändere I reiheil erlunut and erfüllt und ueführt von seinem (iotte seinen I /ran uern entrinnt, bas scliw achbeuabte Kind vv in de von der hülle solcher l.rzählunueu iiberwiiltiut werden: es würde die Nebensachen von den Hauptsachen nicht zu trennen vermoueii. und wenn inan es nach ciniucr Zeit trauen vviirde. was es behalten hatte, so käme wahrscheinlich ein Zerrbild der burstclhmu zum Vorschein. Wie oft habe ich selbst schwach neuabte Kinder daraufhin überprüft, was sie von dem unzw eckmälhu zusamnieuuestcllten Lehrstoff einer (leschichtsstinide behalten haben. W ie klaulich kliuut von diesen rede-schwachen Lippen eine Lrzuliluuu. z. H vom alten Harbarossa. Non dem wisse» die Kinder meistens nicht mehr, als dal! er einen besonders lanucn Hart hatte. No» der tiefen Sehnsucht i Deutschlands, nach Linheit. die sieh dichterisch in vielt) bekannten Liede kundlut. versteht natürlich Keines der Kinder etwas, bas scliwachsinniue Kind hat auch kein Nerständnis für das Historische, wie ihm ia überhaupt mir das .sinnlich ueuebene faltbar ist. ber l'ädauoue der Hau.ida schreibt deshalb vor, diesem Kind kurz und buudiu fol 'ende» nntzuteilen: (iott-h.it uns miT"s1arker Hand ans der Hedrueknnu befreit. NNeun schon überhaupt ein sJiw .idibc uabtes Kind etwas von seiner, Numniesucsehiehtc lirnen soll, so mul! mau sich auf das Not vv endiuste be^ 'chraiiken. Also bitte keine Histörchen, keine ui v.dih ollen Anekdötchen. sondern kurze, lapidare Kunde, am bestell uanz persönlich-uehalteu Wir waren bedruckt, u u s umu es eiuuiai nicht uut und (mtt half ittts ans dei schlimmen Laue. >elbst wenn das Kind das W ort bott nicht, in seiner uiibcureitiiclie» lieie erfaüt. sondern den I vviueii einfach als Helfer und Retter liiiinimmt. so ist im >i,ine der Ha uada damit sicherlich nichts bakclies uesshchen. I nd der ethische Nutzen dei Hcichruuu ist uevvahileistet. Haben wir uns im \ oranueuanueneii mit dem einfach scliw achsiuniucn .Kinde bescbaftiul. so müssen wir der llauada foluend uiis noch mit einer besondere» Spielart von scliw achbeuabtem Kind, dem schüchternen, unbeholleiien. schwer zuuaii*: liehen, befassen. So ein Kind versteht nicht zu tia Uv». Ls uiht nun nichts LaUchcrcs in der l’adauo-uik. als Kinder durchaus und um leden I'reis'sprechen zu lassen, vvonioulich in uanzen Sätzen, bas ist so ein rechter, alter Sclmlzopf-. der vpn-eiw-a zvvanzie rTährcui noch beliebt war. Wir w iss» n heute, da''!' ei» schüchternes Kind anfanus und lunuc /eil lim durch überhaupt nicht spricht, dal! vs eine psv chische l.hial für solch ein Kind bedeutet, wenn ein I einer durchaus eine Antwort und sei es auch nur das stimmende ...la' von ilnu heischt. Aul die I raue, ob .dieses oder lenes spiel uclnllt und >pal! macht, uut Worten sehr viele schüchterne Kinder überhaupt mir mit der < ieste des Koptnickens. und das kann dann schon als eine sehr starke Heiulmnu ueltcii. I iu-nso ist ia svliulhriminnlistiscli das bei Lehrern früherer bezennieii so wichtiue ..* iest.uidnis" und . bekennen" erfreulicherweise heute überwunden, bas Kind und das schvv erzuuunuliche Kind besonders, spricht um nicht so uern mit und zu I rw achseneu. bei I ehret mau diesem Kind etwas Schönes erzählen mul auch hier den < ir'tmdsutz. innehalten, die < leschiehti so cin- 'acli vv ie inoulieh. am bc stell m I o, in de s eiueiieii I i Icbnisscs. also nicht historisch'zu uesialtcn. ..Weueu dessen, was mir uetan vier I wiee als ich aus Neu v Illen zou!" ist eler leiior der I izahlunu. wie sie die Ilauad.i iur solch ein Kmd vorschlaut Ihe Haupt- Kunst dei l'adauouik ist also stoffliche. >elbstbc schrankunu des Leinenden. Nicht sc helle nlante s Kiindenw ollen um leden l'ieis. keine Inlhuen Aueliloriimiserfolue vor l nlertiueu. solidem bescheiden heit ucuemihcT dein zu behandelnden Stotf. Ach. wenn sich doch viele Lehrer mit. dei llauada und ihren xjer puduunuischcii Aphorismen icclit u> nuliicli .beschafflueti wollten! Wir kommen nun zum letzten. cK'm ..bösen' Kind, bei Re da kt o> der Hauada vliui nhterisiu t cs' kmz und hundiu als asozial. I s schlicht sich dtiieli >eine Wesensart uanz von selbst aus du <iuncin- . 'Cli.ift aus. (icistiu ist cs keinesweus dein unten, w ohlerzichbarcn Kind iinlc rleueii. es stein scuk I raue last mit du uleicheil dialcMische» > ic >- and heit: tmt/dun heut etwas in du Am seiner I raue was nicht als W ilibcuiudc. sondern als l’roeohution dem I chrcr uc ueiiube r uc deutet wird I s wäre nun uruudverkehrt. uut einem solchen Kind dessen < ic - 1 uhIsie-beii offenbar den Lmptuidtinuen du < ie samt fielt abuchelirt ist. als uleichberechliut umzuue-he". damit also das soziale und das asoziale I lcinclM au

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