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Die jüdische Frau · 1925-09-22 · 10 (22.9.1925) · p. [Seite]

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Journal
Die jüdische Frau
Volume
1 (1925)
Issue
10 (22.9.1925)
Date
1925-09-22
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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umtlauhlichc < iebcfreudiickeit der Jüdin wirkt sich;jus in Wohlltin. i »\crircsscn sind die jüdischen W ohltätcrimiui. die in Deutschland für Fraueiirecht. Vo.lksw olilf.ilirt nnd Lr/ichum; sich cinset/tcn. Wir denken dankbar an Lina Morgenstern. Henriette * loidsehimdt. Berta < tppeuheim und viele andere. Wir alle wissen, wie umrerecht die jüdische <iesaintlieil, oft beurteilt wird weife» einer \erschwin- Jeiid kleinen Minderheit, die sich unwürdig und damit ■ ..inijudisch" beniinint. Aber niir dnrcli viizvnos- Wissen Können wir aufklarend wirken. Wir alle müssen auf die w 'ackeren Frauen hin weisen, die trotz Wohlhabenheit und hoher gesellschaftlicher Stellung alle Liebesdienste an .loten üben, die jüdischen I rauen, die nm.li heute, wie in vergangene» Jagen. Keine bezahlte Hand .in eine. l ote, und wenn es die ärmste ist. heranlassen, und sie selbst zur ewigen Ruhe herrichten. wasehen und bekleiden. Lud ich w age zu behaupten: Ihe beste Jüdin ist auch dit beste Patriotin, denn die täglichen (rebele lehren sie. ..dem Lande anziihangen'. das die Heimat gibt. Nie vergesse ich den erschütternden Migi »blick. als wir unserer frommen, leidenden Mutter beibringen sollten, dal! ihr einziger Sohn und i mahn, r m den Krieemüsse, und sie schlicht und :>>>!! sagte: .dreht dem Kaiser, was des Kaisers ist hott wird dm schützen." ..__. l od-^tr-FrtcTbcMcTriTuFcTrdnmc'c». dal! das alte, indische I raiienide.il bis aut den heutigen lag lebendig ist. |.s lebt in indischen Frauciilicrz.cn, unbeirrt \oii den wechselnden Modebegriffen über >.elueklichkeit und Moral. Ihe Wohltätigkeit, die wohltätige Liebe, das Xrebeir nach dem Höchsten, die (iottesfurcht sind. finttlnh. noch immer Ausstrahlungen der jüülsell’CTI iseele! hie Kraft dazu saugen wir eben immer wieder aus unserm innern Zusammenhangs mit der IJihel. mit inisern vorbildlichen Stammüttern, hie heschichte kennt kein zweites Meispiel einer solche», nie unterbrochenen Kontiniitüt. Wir Juden allein lesen in der Ursprache die heilige lliora und wenn Moses oder David wiederkäme, er würde in jeder Svnagoge seine eigenen Worte, seine lJs:dm.-n- -höret»-- Wir allein beten noch zu dem einzig einigen <iotte und beweisen damit der Welt: „Die Seele des aiten lestaments ist die Seele des Judentums!" Ja. aber Adel verpflichtet! Lernen wir doch von den christlichen Adelsgeschlechtern, stolz auf Ahnen zu sein unsere Ahnenreihe ist länger, unser Adel ist reiner, und der Jiches. der Adelsbrief in meiner Familie. den ich hoch halte, kündet nichts von Raubrittern. sondern \on den gelehrtesten Rabbinern ihrer Zeit. Mag jede jüdische Mutter den Kindern ihre Ah- 'tanimung bewirbt halten. Und die Mutter, die schmerzlich inne wird, daß sie. weil ohne Tradition erzogen, um unschätzbare Werte gebracht ist. wird mit gutem W illen immer noch Möglichkeiten finden, um dem nach Religion schmachtenden (jeiuüt ihres Ktmles. wenigstens etwas Judentum zu geben, um üurcli geheiligte U'eberliefertnig das Familienleben zu vertiefen und den nüchternen Alltag zu verklären. Lin Renegatentum ist ausgeschlossen, wenn die indische Frau und Mutter auf ihrem Posten steht, auf dem Lhreiiplatze. den ihr vor 5(>K5 Jahren das göttliche Wort gab: .Ich will dich zur tiehilfi» in a c h e n!" I)IK VIIEIR P\1)\H0HIS( HEA APHORISMEN DER H A H A D A I >r. Herndt (i ö t z.. psychiatrischer Berater des Jugendamtes Ciipenick. nie WisM.hsch.ift muh Wesen des schwer erziehbaren kiiuh s ist noch keineswegs alt. Heute steh' sie im Mittelpunkt des Interesses der modernen Miideiforsclume. I as anomale Kind und seine Pädagogik wird erst sut höchstens drei Dezennien als ein \on der I'adagogik des normalen Kindes gesondertes ' icbiet betracht!, t. Früher wurde s\ siematisch ledighell das gesunde Kind erzogen und dem Lehrer blieb es ulu Ilassen, sich auf seine Weise damit ahzufmden. wenn m der N.lur der ihm anvertrauten Kinder eines sich fand, auf das die schonen pädagogischen Ratschlage des I clirhuchcs oder die praktischen Lri.difnngen des Seminars schlechterdings nicht passen wollten. I ist stets galt als einzige Möglichkeit pädagog,sollet Behandlung eines sch w ercr/ichbarc» Kindes die Intensiv ierung. d. h. die rein »».imitative \ ersturhuue der bei normalen Kindern üblichen pädagogischen Mittel Also etwa, daü das infolge seiner geistigen Be schiunhthcit wJivv achhceuhtc Kind den im ubnccii iiu.'ekurztcii Lernstoff mehrinals und ■ mniei wieder v orgoelzt. eingeblant bekam. Das ilmJi ene nngliiekhche < leluhls- und W illensalilage cekcnnzeieIniete asoziale Kind, wurde durch vermeinte Mienge. will sagen, vermittels vermehrter Mi .de ii, aber im t i.mzen prinzipiell, genau so behandelt. wie ein gut leitbares, normales Kind. l'm so erfreulicher ist es. wenn man in einem Büchlein w ie der Passah-Hagada. das doch auf eine uralt-ehrw ürdivre Lebenszeit zurückblicken darf, ein paar pädagogische Leitsätze findet, die man wohl als Prolegomena zu einer modernen Pädagogik ansprechen darf, dsie stehen inmitten von Hymnen. Segenssprüche». biblischen Lrzählnnge», (ileichnissen lind andern frommen hinnen gleichsam aphoristisch eiiurestreut. Wir wollen uns nun der schonen Aufgabe unterziehen, sie uns zu vergegenwärtigen und auf ihren psychagogischen Wert zu prüfen. Ls soll ja immer noch einige < ilaubensgenossen geben, denen die Hagada nicht soweit bekannt ist. daß wir den Mofi wie l'inen ganz geläufige» ohne weiteres behandeln dürfe». Ihnen zu Nutz und Frommen, und uns zur Freude möchte ich die Belegstellen in wörtlicher Uebersetzung hier anführen: „Vier verschiedene Kinder hat die JJtora gemeint : das fromme, das böse, das einfältige und das noch nicht zu fragen versteht. Das fromme fragt: Was bedeuten die /eugnisse. Satzungen und Rechte, welche der Lvvjge. unser (iott, euch geboten hat? l ud du teile ihm nun alle Verordnungen über die Pessach-Feier mit. auch die. daß man nach dem Pessach-Upfer keinen Nachtisch genießen darf.

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