Die jüdische Frau
- Journal
- Die jüdische Frau
- Volume
- 1 (1925)
- Issue
- 10 (22.9.1925)
- Date
- 1925-09-22
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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in seinen Alicen wie einiee I m-e_-denn er liebte ML-: Sie kennen Jochebcd. die Mutter Mose, die dem (iebntc des Koniv;s. ihr Kind /n toten, zu trotzen wactc. die crobe Prophetin I »cborali. die mit ihren clutvollen (iesaiu;en die aus Aecvpten atiszielienden Kinder Israels zu Mut und Ausdauer auteuert. die rührende (iesta.lt \on Jcphtas Tbchterlciu. die dem Vater sein entsetzliches (ieltibde. sie (iott zum Opier zu bringen, leicht zu machen sucht, indem sie tapfer savrt:...Tu, wie du Jehovah geschworen hast, denn er hat dich an deinen Feinden gerächt." Nur ein Miiüibercrriilk‘ii noch zulv'uth. derStammmutter Konivr David’s. deren köstliches Treueeelobnis an die .vereinsamte Schw iegermutter: ..I »ein \ olk ist mein Volk, dein <iott ist mein (iott. wo du stirbst, da sterbe auch ich” Fwiirkoitswcrt behalt, und uns heut noch ergreifend cntceccntönt. wenn zwei Liebende sich vereinen. 1 >ie .indischen Kdiikinnen zeigen so recht, wie nie .indische'Frau (aus der Sphäre ihrer Hcstinmuuic herausirerisseii) eine andere wird, zwar zu herrschen, aber nicht zu regieren versteht übrigens ein Manko an K’ecentemmreiid. dal! ja leider jetzt unserni deutschen Vaterland auch zum \ crlwiimiiis wurde! Die gelockerten Sitten der Könige gaben ein böses 1 »eispiel. .sie.-stunden-uuter-dom F.im'lull griechisch-- römischer V erw ilderung — doch die jüdische Religion wurde als Kostbarkeit weiter gehütet im Scholle des Volkes, dem sie nach der Zerstörung .Jerusalems zmii Talisman, wurde denn im F.letid _der \ cri^imtumt-zeigte die jüdische Frau eine Scdcrrg rolle. \or der jedes.andere Heldentum verhlal.lt. Wir müssen im Fluge durch die Zeiten, durch das finstere Mittelalter, die Kreuzzüge, die den .luden die furchtbarsten \ eriolgungen brachten und immer waren die. Frauen der I rost und die Aufrichtung der Männer. Allmählich kamen bessere Zeiten, aus den Trösterinnen konnten wieder die tapferen <iehilfiimen nach dem I übel Worte werden wohltuend zeigte es sich, dal! die geistige Sphäre der indischen Frau nie \om männlichen llocliamte eng begrenzt wurde sie übte IleilundrArzueikunde. nahm I eil an der l.rfmdimg der Huchdruckerktinst die Frau eines berühmten Arztes. A b r a h a m R o n e t . errichtete in Mantua die erste Druckerei für hebräische Werke und noch viele andere Frauen arbeiteten fieberhaft daran, die Schöpfungen jüdischen (ieistes der M.cnge zugänglich zu machen. Aber Voraussetzung dafür war eben, die Kenntnis der heiligen Sprache, welche der Welt die Zehngebote und die U rgeschichte der'Menschheit 'übermittelte. und die den damaligen Jüdinnen diirctTdie ilibel. ihres oft einzigen Frbauungsbuches. ganz geläufig war. Meiner''\chonen Aufgabe dienend, die indische Frau in ihrer gradlinigen seelischen I .nt« w icklung \on der biblischen Zeit bis zum heutigen läge zu schildern, mul! ich wieder Jahrhunderte 'durcheilen, bis zu tinsern l rurerolhnutlcru. die zu M o s e s M e n d e I s s o h n s Zeiten.das W linder v crw irklichten. aus der Fuge des (ilietto (im Augenblicke der Hefreiung) auch reif für diese Freiheit zu sein. Ihre Ndine. anspruchslos und gottergeben erzogen. mit dem durch das Talmudstudium scharf geschulten Denken. lullten (schmachtend nach neuem Wissen) Schulen und Florsale und mit Neid sahen die andern das wunderbare Schauspiel, wie sich die I riebe, die Licht und Luit bisher entbehrten, sich im (ilanz der Sonne zu hetiliehen Hinten entfalteten. I nd Schuld daran war die starke Hand der hebenden Mutter, sie hatte die Kinder sanft und unbeirrt auf den rechten Weg geleitet. Wir besitzen in unserer biblischen Poesie ein (iedicht. das nun \olke nach seinen beiden ersten Worten . I shes jacliil" genannt wird: ..I rau der Kraft . also nicht wie anderwärts ' erachtlich das schwache (ieschlecht I »ies 1 ied sang jeden Freitag Abend der Mann seiner IT.m , iirgeg.-n wenn er \ om (iotteshause kommend*, die Sehwelle seines Hehns überschritt, und diese W urdigung enb ihr in allen Verhältnissen den Stolz, eine Fslies chajil zu sein. Hetschw ester war sie me. die altjudisclie W eltanschauunc' war durchaus optimistisch und Führte in der grollten I nge zum Frohsinn und ..Frieden" denn der Ruf um Scliolaum durchtont ihre tägliche» (iebete. Die Frauen lener I poche lasen am liebsten in den ..Sprüchen der \ater”. dem zusammengefaüten < ioldgehalteoaus dem grollen nidischen Schrifttum muhte da nicht das dort umgestellte Ideal ihnen in Fleisch und Hlut ubergehen > Sie verbanden mit dem W orte Fromm alles t frohe und (tute und nicht das strenge luiichaltcii der titueilen Formen und Speisegesetze, das war ihnen selbstverständlich. I'rotess,,r Moritz Lazarus sagt von diesem Ivpus unserer Lrgrohmutter' ..Ihr gemutsinniges. —vrm W ohllatigkeN vTlirCTiTelichtetes. von religiöser I iefe durchgeistigtes Wesen hat seinesgleichen selten gefunden." Wie1 lauschten wir Kinder, wenn uns. die Mutter von der ..Hube K’iike" erzählte. Diese (irolialme tTTFden Frvverb sorgen, denn die I almudge lehrsamkeit stemiielte ihren Mann zum Aristokraten, der bei seinem Studium nicht gestört werden, mit (ieldv erdicuen nicht belästigt werden durlte! >,« kam es. dah die F raiiv »frage - die spater so viel Kopfzerbrechen machte sich damals v,»i selbst loste. Die Lrvverb.>tatigkeit des Mannes wurde nielit als K’eclit gefordert, sondern als Pflicht aiisgefuhrt Die Frau.‘von der ich spreche (und sie war nur eine von vielen) konnte es mi I rtragen von >tra pa/.eii mit jedem K^ icgslielden aulnehmen. Die n.isht liehen Waeenfuhrtcn zu dem weit entfernten Mai kt platze, fanden sie bei Frost, >iurm. und K'egen auf dem Posten und k.ipi sie todmüde lieiuü. w urde sonnt vom Marerlos der zehnte I eil dei Masser". v, ie es das (iottesgc setz verlangte, turejft Armen z.nruckgelegt. War sie in der Woehe gvplagte Du- 'icNii. so im Strahlen der SabJ>athkerzen I in sin,' Den Sabbath war Ruhetag. und (iott wurde weiter helfen. Wie eiipnckte sie sich am (iottesdiciist und an ihrer einzigen Lektüre der Hibel ledef staunte über ihren (ieisi. ihre Hildung an ihr sah man so recht, dal! nicht die Summe der angesaimnelteii Kenntnisse, sonderndie Wirkung eines einzigen, wertvollen Huches, allerdings des Huches aller Huclier. den < ieisi schärft und veredelt Der I tivus zweckloser Heschafligung war de» indischen I rauen :ener Zeit fremd. Das (mte. ZielbewüHtv ' wofür das Wort: .. I agles geprägt war. lag ihnen »n Hlute und sclilol! alles l'»nutze aus Wieder eine (iencrntion weiter, und die jüdische I rau uberlallt dem nunmehr im t rwerbslebcn stellenden Manne die geschäftliche I atigkeit doe I ur sorge. ihr Verstand gehört wieder nussjihcühch der I rziehuue der Kinder mit welchem Frt>>|>ge. zeigt das überraschende Aufblühen der indischen ( u nieindeii. Die Kräfte wachsen mit dem Wohlstände dieser wachst mit de» guten /.vveckvn. dem» er dient Die