Die jüdische Frau
- Journal
- Die jüdische Frau
- Volume
- 1 (1925)
- Issue
- 10 (22.9.1925)
- Date
- 1925-09-22
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/4899998-4932193-4932287--206-4900193- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
so die gleiche l r/icliuug; und die Ausstattung für •he lochte: ging allen andern Ausgaben \nran. \ < »n leder K rhseh.iltsin tesi u nrde ■ r».l du lnr ilu I in Im r~ /uriukgclegt! Wo der \nter /» arm war. übernahmen. und das geschieht u>»el> Ins he'Uttgen Tags, iniiniue V creme-dic l.icbespilidit. arme Braute aus- /ustatten. Wenn es ,,ii belächelt wird, dal! gerade uti **chhcbimg der judrsUivn—l.hcn die Mitgiitirage une so grobe Kulle spicit. sh ist dies aui die vveise l.rketiiilins /iirnck/tittihrvn.-dnb dte Iran. me jede Perle. durdi eine entsprechende Kaseimg noch gewinnt. und dal! ihr \uhruiigssorgcn in der t he s-, <>tt der (irund tur Zerwürfnisse erspart hleiben sollen. Mainionides lehrt: I he Weisen haben geboten, dal! der Mann die I ran ehre mehr wie sieh selbst, liebe mehr wie sieh selbst: er darf ihr keine Kurclit cmllolieii. sondern mul! gelassen und samt mit ihr umgehen! Schvv mgt nicht die oft verbannte und miltachtetc I raiienseele freudig mit. wenn unsere alten Welse» gebieten: ..Ist dem Weib klein. Imeke dich und finstere ihr ins (Ihr. Mets sei der Mann bedacht auf die ehren volle Behandlung der I rau. denn ihr verdankt.das Malis seinen Seiten: ..und" Sorten betrüben des Mannes (lednuken darum trage er sie mit seinem Weihe!" I he frommen Männer der Bibel fühle» sich selbst .im wohlsten. weiin sie mich diesen (ieboten halt: delten. I nsere Patriarchen Abraham. Isaak, Inkob verdankten gvw ilt ihr hohes Alter dem reinen, von keinen Aiissdiw eiilmgeii entweihten l amilienleben. das sie führten, und wahrend so viele \olker von weltbeherrschender (irol'.e (nach .den wilden Kriegs- /eiteu). die ja auch den luden nicht ei spart blieben, durch die darauf iolgcndc Sitten- und Zuchtlosigkeit /um Zerfall gebracht wurden ist der jüdischen I rau durch ihre strenge Sittlichkeit die wunderbare I rh.iltung ihres \olkes gelungen. her (iram. der die von ihrem Manne böswillig verlassene I ran verzehrte, die als ..Agudoli" das .Mitleid der < iememde erregte, der Hucli. der den gevv issenlosen Mann traf, machte diesem solche Handlungsweise last unmöglich. •- starb" ihr .Mann, so geiiob die W|twe im (icgensat/e z.u der krassen IVarbarei der Ileidenvolker weiteste Kursorge von den Angehörigen .ihres .Mannes, blieb im Hause, wurde genährt. crekleidet und bedient — ja die Krhgn durften das Haus nicht verkaufe», so lange sie darin zu wohnen wünschte. AuUerdem waren im Ackerbaustaate der luden vom l.rtrage des l eides ausdrücklich Anteile tur Witwen und Waisen Vorbehalten. bestraft wurde, denn heilig war die Khe und der Verbrecher wurde einem TemneNcliaiider elei.-h e<-- a Jnel! Auch che \ eriuhrimgeines Mädchens zog schwere Strafen nach sich und konnte nur durch tive Heirat mit diesem gesühnt werden, lud gehört es auch zu den dunklen Blättern der Mibel. welch lurchteriiche Kache die zwei Sohne Jakobs an dem V erfuhrer—ihrer Sc-kw-evfef -hmttnahmen, um so 'heller hebt sich davon die" Inbrunst, mit welcher die -tlischuId der jüdischen-Jungfrau •gehütet wurde!- l.hescheidungei! sind möglich, allerdings hören w >r. dal! jederzeit der .Mann seiner I rau den Scliei- •Jungsbriet geben kann, wenn sie ihm keine Kinder schenkt, hoch der v iel verleumdete Talmud, der sich mit Vorliebe der Schwachen annimmt, mildert diese Harte, indem er dies (jesetz zum Schlitze und Vorteil, des Weibes ergänzt — es kommt zu einem Verbote der Lhescheidmig ohne ausdrückliche < ienehmigimg der ITau. andererseits durfte sie sich bei begründeten Klagen über den Khelierru. von diesem trennen. hie. Schwager - Idie. die Verpflichtung des Schwagers, nach dem Tode seines Bruders dessen Witwe zu heiraten, berührt vielleicht befremdend und unduldsam, doch wird sie aus dem Bestreben erklärlich, der vereinsamten Krau einen erprobten Beschützer zu sichern. All diese Kürsorge wurde der jüdischen Krau zuteil auch in allen wesetttiiclie» Kechtsiragen galt iiir beide das gleiche, peinliche Kcclrt. und die Propheten kannten für Manu und Krau nur dieselbe Anrede: ..odoitt". d. It. Mensch, uics bewirkte, dab die jüdische Krau sich voll Stolz nichtnur als gleichberechtigt, sondern als gleichverpflichtet fühlte, und jede Arbeit mit ihrem Manne teilte, oft mehr, oft zuviel auf ihre schwachen Schultern nahm, um ihn zu entlasten. Wir wissen" aus dem Spruchschatze unserer Vater, dali dem Manne empfohlen ward, sich nach seinem V ermögen, die Krau über seine V erhältnisse zu kleiden eine feinsinnige Anordnung, um der jüdischen kheirau eine möglichst grobe Anziehungskraft zu verteilten und — entgegen den bei andern Völkern so beliebten Kreuden aulierhalb der Khe. den Mann an das häusliche. Liebesieben zu fesseln. lud die Krau dürfte keine echte Kvustoehter sein, wenn sie nicht mit Kreuden von dem Anerbieten (jebrauch machte, sich zu schmücken, ihre Schönheit zur (ieltung zu bringen. Hs galt ja-auch die strenge Verordnung des abgesclmittenenjiaares Oei der Kheirau uHSZugicichcn durch andern Zierrat: der ernste Prophet Jesaia zählt die I oilette der lochter Israels, auf: Sie trugen Ohrgehänge. Armketten. Schleier. Kopfputz, (iürtel und Schnüre, kostbare Iv’ingc. seidene Leberwürfe, zierliche Schrittkettchen. die bei jeder Bewegung sanft erklingen was Wunder, dab ein Tropfen vom Blute dieser Ahnfrauen auch jetzt noch in vielen Töchtern Israels spielfroh .schäumt, sie auch manchmal ein bilkhen des Schonen z.u viel tun. und den Vorwurf des l'eberladenen. Auffallenden über sich ergehen lassen müssen. Wenn nur diese kleine Schwäche der hitelkeil ausgeglichen wird durch die Stärke mancher Vorzüge. die sie auch von den Stammüttern übernommen habe». Biese herrlichen biblischen Vorbilder ausführlich heran zu ziehen, kann ich mir wohl ersparen Sarah. Kebckka, Kabel sind Ihnen ja bekannt Kabel besonders, der die Bibel dies schönste Wort der l.iebeslvnk aller Zeiten weihte: „Lud Jakob diente um Kabel sieben Jahre, und sie waren (icuolt die Kheirau als Hüterin der Sitte eine hohe, bevorzugte Stellung, so traf sie unbarmherzig »he härteste Strafe, wenn sie die Khe brach, schien dies d»wli die einzige Kettung. Um einer Besudelung iles jüdischen Heiligtums des I amilieiilebens \orzubeugen. I s wurde zu weit fuhren, all die unlieimaeli gehemiisvollen Zeremonien vor dem Kleiner zu schildern. wenn sich die ihres Vergehens uberführte 1 hebrecherm mit zerfetztem schwarzen (iewande. mit gelostem Haar der Menge zeigen nnibte und auch dabei noch eine zartfühlende Kuck sic hl auf die Schuldige die trüberen Hausgenossen und Bienstiinten durften die einstige Herrin nicht in ihrer V Im;,ich sc hei,' Mit (leimgtuung hören wir. dalJ die V erfuhrimg uner verheirateten I r.m mit dem lode des Mannes i V V