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Die jüdische Frau · 1925-08-22 · 8 (22.8.1925) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die jüdische Frau
Volume
1 (1925)
Issue
8 (22.8.1925)
Date
1925-08-22
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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EINE tiLtCKLICHK EHE Von Josefa Metz. _ (Schluß.) .Muel et hob sieh ans seiner Soiacekc und klopfte si iik I'leite aus. dann setzte er sieh ruliiu in seinen Winkel, faltete die Ilande lind sah schmunzelnd \or sieh hin. ..Was laelisteV" fuhr Rosche» ihn an. die eben das . I uieltiieh" ziisainuien zu leueti versuchte. wobei ihr das eine bilde immer wieder entglitt. ..leh laeli doch uarnit." ..Aber Iht hast n tiesieht ccmacht. als ob hu klebst '' ..Ui Heu liier." Was haste Ibr z» freue»?" .Weil ieh mir letzt zu Haus fühl." letzt, was heillt reizt? Miste nit zu Mails seit beute morgen in der I ruh ..leh b i n zu Haus seit heut morgen in der brüll, aber zu Haus f u li I e u tu ich mir jetzt erst Widder." ..leh hab hir schon mal cesaut. ich bin zu alt ><>! Rätsel raten." Nu dann.will ich her’s erklären: heil ganzen I sind wir um ‘»ander nimgegangeii. un es war alles so . . ieh weil! nit . . . liier hat sich scheinet I. Aber nn wo hu Widder sc hi rupf st . . ." ..Was? . . . Ich? Ich schimpf?" k’oscheii sah ihren Mann entgeistert an und war w ii kl ich f u r einen Augenblick sprachlos, hau» über lallte sie sich, und es klauu eine tiefe l eberzeugung ans den Worten, als sie nun sprach: „Nicht wert Inste, dal! Ihr die Sonn' bescheint." hie beiden Alten hatten das Klopfen an der Tiir uberhort, .letzt Hat Iran l»r. Stern, eine erolle lute mit Kuchen in du II.uni. ein. Hinter ihr druckte sich dfis Scltaiiettclnn her. die (Ihren uespitzt. die Alicen funkelnd ui I iw ar tune einer Sensation. Sie hatten die letzten Wolle mit aneehort. ..(niieii I ae”. saute I rau hr. Stern, „ich komme, um mit I lieh die Rückkehr \oin Samuel zu feiern, mit sv he int aber, dal! es hier nichts zu feiern uibt.“ Was hüllt nichts zu leiern, is er \ielleicht nit wn du eekoimneii. der Sclilunil. is er nit w ieder da. du schlichte Mensch?" I ran hr. Stern sah Moschen an und dann sah sh nach dun alten Mann hinüber, der über das il.mze (lesieht schmunzelte Nu wilhte nit (inten lau sauen zu der brau huktu ' Ihi . . . Ihi . . . willste Ihr mt bedanken?“ >.1111111! Heiz wischte sich die Hand an dei Miie ksute seiner l.ie ke ab und kam dann auf seine (iotmerin zu. Ireuherziu sah er sie an. als er ihr die Hand uab. „Ich dank' auch schön für all' die Muh. brau hukter. un der liebe < toll vvird's Ilm' heimzahlen, was Se an mir hab'» uetan." „freut Ihr buch denn, dal! Ihr wieder zu Mause seid. Samuel?" ...la. brau I »ukter. ich freu mer. Wissen Se. es war ja uanz schon im Heim, un ich will Hier nit beklagen ... es uab ja zwar manchmal Rotkohl. un dann, wissen Se. die Mriih war immer so latur. aber sonst . . . alles was wahr is. die alten beut sind uut aufgehoben da. was so de richtigen alten beut sind, aber ich . . . 1111 ich hab ja auch mein 7N Jahr aufm Muckel . . . aber ich. ieh muH mehr beben um mer rum haben I las bische Zank, was me da halt', das war nit der Red wert, da ward ttUui »ich warm dabei. bs muH schon so sein wie bei mein Rösche, wenn's mer gefallen soll, Uiott sie bat ja auch ihre fehler, alle haben wir unsere fehler, aber — alles was wahr is so 'n Maulwerk, wie mein Rosche seins. das tind't man nit leicht!“ Und voller Stolz blickte der alte Mann zu der alten brau hinüber, die ein sehr verw undertes Umsicht machte und nicht _w uHte, wie sie sich diesem bob treten über verhalteti sollte. „Und Ihr. Röschen", wandte sich brau Dr. Stern letzt an sie. „seid Ihr denn mm auch zufrieden?" „Nu?" saute Röschen, und dieses eine verstümmelte Wort drückte besser als die wortreichste Rede ihre (icfühle aus. — I las schiefe Selumettclien hatte sich inzwischen — zum ersten Mal in ihrem beben nützlich gemacht: sie hatte das ..Tafeltuch" w ieder auiuele.ut, ohne sich erst lauue viel verwundert zu haben, warum es abuenommen gewesen. Und sie hatte die zwei blauen und die zwei roten lassen wieder hiuaufuestellt. die Kaffeelöffel hiiizuucleut und den Kaffee vom Ofen hiulihcruetrauen. Hall sie beim Auspacken der Kttchentiite zwei grolle Stücke in die lasche steckte, wer hatte ihr das verdenken wollen? — „Nu trinken wir aber", frohlockte Muel. und damit hatte er sich auch schon seine lasse vollueuossen. „So", saute brau 1 >r. Stern, indem sie die beiden Alten lächelnd ansah. „nun trinken wir mal auf eine weitere glückliche I he!" ..Unberufen!" saute Muel. RAOISPRACHE Io es nik.Iit eine solidei bare Sache, mit welcher >.sln ilieit ein Raum uns m me Sprache \ 01 schreibt, wie ein 'aN»"shcner .Mahnruf, wie eine gesetzliche (>1 dmmg. Wo tuten in das Wartezimmer des Kassenodei >pi zial.irztes ein (iew iH hatte der Atzt, der dnuli 1 ine cipul'te Icdeitur vor Morunuen uesjmt/t ist. nie111s daueuen. w.enn die Wartenden di.ntluii sieh in no, male in >prccht>ni nutet hielten.! *«>v Ii w as tun die meisten, die aus begreiflichen 1 miedei. v 1 ui den .löge g I illelie n lliichein und Zeitschriften nichts wissen wollen? Her Vater flüstert mit seinem Solmchen. als wäre er bei „Kaisers" zur Audienz. Hie Mutter tuschelt mit dem Töchterlein, als ginge es um politische (ieheimnisse. Warum nur? Wartezimmer wollen das so! bs ist ihre Spruche Im Caie m i t Musik unterhalten sich die beute so laut wie möglich, das Stimmen - Chans ist verwimnd wenn man seinen Sinn für eine Minute auf den Sprcchtou des ganzen Raumes konzentriert, glaubt man sich von einem .Millionenheer surrender ,s

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