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Die jüdische Frau · 1925-08-22 · 8 (22.8.1925) · p. [Seite]

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Journal
Die jüdische Frau
Volume
1 (1925)
Issue
8 (22.8.1925)
Date
1925-08-22
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Lr versuchte einiue Male. die J eder in die il.md /n ncimien. IU! sie .ilier Jedesmal sinken. ..Ii.li ii.iiie lieiile keine l.iist /um Arbeiten. ie'li lulile inieli nierkw nrdie si li" )i "-:--: ..Wenn du nlauhst. d.ill ieli l.usi Ii.iiie. irrst du new altin". Iieliierkte ile r andere v erv;il«ii:t.lente die I edi r beiseite, /nudele sieli eine Zinaretle an und blies die K\utshwulken in die l.nil. ..W eil'.t du. < il.iMii.iiiii. gestern li.ibe ich mich i li i Vrkkitl. Sie Ti:it einnew illint. \ ielleielit leiern Mir nueli ebese Wiche die Verlobunn" W.,s' Wie'" J'lese Wiche \erhibe Ui mich mit ihr. tilasn,.um. lieber I teiniel. k.unisl ein ehr einen eluekhehe re II Metiselieii vorstelleti. als mii:h? N.ieh eini- ,e n Monaten uraehvn wir Hochzeit." . I hch/e il?" . lau <>hl Was' I hch/eil.'" ..Was hast ein nur heute. Olasmann? Sprichst, und hurst mehl /u. N.i. du seheinst in (iedauhen ver- ’iett. hauiiie nur-unter, ich'uche." .Hochzeit . . . Itich/eit.. '. ." niWnteTtc Xiiifis \ a»r sch hin. ..kuieler . . . arbeiten und sehuiteii . . . Mii.1 f nein!" I > stand aut und nun an. mi' breiten Schritten im /imme r aut und .ih/uneltcti. ..Nein'' bisihhil'i er bei sieh.— will ehe S.che nicht langer, hin.mstchif heit. Wenn e s mu h allein auninue. wäre e s e ine Kleinigkeit, aber sie . . . meine .Mita . . . Man kann sie 1.1 kaum w ieelere ikennen . . J Us unn/.e I eben veracht ihr mit <iebaien und Stillen . . ..unel der l’ilcte der Kinder . . . IJi mn!'> ehe Kleine wcuuvhen. Mein Bruder bittet mieli seIn>n seit einem Jahr, ihm unsere l'erele liitt- /iiAehiekeii. Auch seine I rau lichte mich förmlich au . . ..Im < ilueks|ii|/. ebese r mein Bruder". spann hm.is seine i leehinkeii weiter. ../.elm Jahre vcrltcilatel und kein Kind. Ihn um v erllieht auch sein'Leben e in/ anders als das uiciiyne. I'er lebt wie ein Imst. In seinem I lause herrscht Reinlichkeit und <'rduunu. seine I i.m wirel mit leelein lau uesunder unel selimie t . . . Wie kann sich seine I rau mit der mumucu \ e i gle iche n / Alu r < ilnck mul! der Mensch haben . . Kur/ mul ent. ich schicke das Kind hin . . . ith es dem Kind d<ui ent edlen wird?' Welche! ia.;e 1 . . : i ieileh. die Mutter wirel sich sehnen . . . ii. wie witeJ sicisUi schnell! Aber ihr eigenes Wohl eilnieleil das I s bleiben ihr mich daheim zwei, ehe ilu nimm zu Ulallen machen . . . Heute noch wiiel ehe Kleine zur Abreise allstenistet . . . Lud von mm ab . . . ucimu damit!“ \Is lonas am Abend nach Hause kam. war das Haus sntiherlieh auteeraiiml. das ll.ilisuerat war blank Ce putzt, wie am \ i u abend des Sabbat. Mira hatte sch alle Mulle ne neben. sie wollte ihren Mann w einesteils aut diese Weise trösten, titr eleu Kummer, eien sie ihm heute mit der Nachricht bereitet hatte. Sie wat uber/euct. dal! sie allein au allem Schuld t nie Soe.u ehe Kindei fuhheh. dal', etwas Lnnewohnhehes votnuw mul sahen mäuschenstill ela. als erw alle teil sie etwas Ms de i Manu die Sehwelle ubertrat. war er so uulecuet. u,ul eerwittt. dal! er \ on eltin iestlicheii \utputz des /inmie's nchts melkte. ..Mita", litte er sofort an. ..klt sdjreihc heute: noch an meinen Hruder. dal! er unsere l'erele zu sich nimmt . . . W ir müssen endlich seine Bitte erfüllen . . . wir müssen . . . I >u \ erstellst mich wohl. . . I >erdte alles zur Abreis,- eor - Mira fühlte, dal! in ihrem Herzen sich etwas losriü. I he I rauen würgten sie. Aber sie bemeisterte Di re l.rrenunn. Sie fühlte sich so. sehr sclmldiu. dal! 'ie kein Hecht zu haben 'glaubte, in dieser Sache eine eigene Meinung' zu auliern. ..Was denkst du darüber. Mira?" ..Tu. wie dir dein \ erstand diktiert", antwortete sie resigniert. ..W enn du es saust, mul! es ucvvil! so sein." ..Ob es muH! Natürlich mul! es. Mas wirst du doch selber einseheti." Schweinen. ..\ ielleielit schicken wir ihnen ein anderes Kind?" - ..Was lieut daran? Alle sind ja unsere Kinder." ..Mu hast recht. Was lieut daran? Menke dir nur. wie die sich freiten werden, wenn sie meinen Brief erhalten." Als einine laue darauf die Mietisttrau des Bruders. ausgerüstet mit einer Menne von Mecken und Kissen liinkatn. um das klein«' l'erele abzuholen, weinte die Mutter beim Abscliiednehmen nicht und lummerte nicht über ihr schweres Los. Sie umarmte und hüllte nur das Kind tmzältliue Male, so dal! Jonas sie bescliw ichtiuen tnullte. „Na. höre schon auf, sie nach Amerika?" ' Maueuen ermahnte er die I rau eindrinnlich. aut das Mädchen acht zu haben und schärfte ihr ein: ..liier, unter der Meckc. stellt der Kruu mit Milch und da licet das Wcilihrot^ . ." Scltw einend kehrte Mira nach Hause zurück und Jonas uinu. ohne ein Wort zu sauen, in sein Kontor. Zwei Wochen waren Vorüber. Mit jedem lau fühlte Jonas immer mehr, dal! sich im Hause etwas verändert hatte, die Atmosphäre war wie mit eitler stillen Iraurmkeit anuefiillt. Die Kinder spielten nicht mehr wie früher. Ls hatte den Anschein, als taten, sie alles mechanisch, ohne rechte Lust. I hielt er verbannte alle diese Uctrachtunucn und bemühte sieh, heiler m sein. Aber mit jedem lau nahm seine Sehnsucht zu. I‘ie Stimme des Kindes fehlte ihm. es fehlte ihm •etter sonderbare < iemiH. den et empfand, wenn l'erele in ihrer '•'mderspruche mit ihm redete und il-’" < ieschichten erzählte. Sein Herz krumpfte sich :eilesm.il zusammen, wenn die andern Kinder beim Spielen ihren Namen erwähnten. Oftmals wollte er vor seiner I ran sein Iler/, ausssluittcn und ihr nestelten, wie sehr er sich nach dem Kinde sehnte, wie verödet das Maus ohne l'erele ihm erschien und wie schon es wäre, die Kinder beisammen zu haben. Aber jedesmal überwand er sich, hu Ocuenteil. er sprach davon, wie uut es das Kind bei dem > hikel und der laute hatte, wie sie über das Mädchen wachten und ihm jeden Wunsch von den Annen ablasen. Aber schlieblich war es mit der 1‘eberw indunT zu Lude. Lines Mornens. nach schlafloser Nacht, trat Ihn.is vor seine ITau hin und saute kurz annebunden: ..Mira, ich mul! heute verreisen. Moruett komm ich wieder.“ ...Wohin.'", frant die Iran überrascht. .Zn meinem Bruder . . . l’erele abholen. Ich halte das nicht Immer aus. X0,1 jetzt ab werden wir alle beisammen sein . . . Nie. nie mehr tue ich das ..." -

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