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Die jüdische Frau · 1925-07-07 · 5 (7.7.1925) · p. [Seite]

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Journal
Die jüdische Frau
Volume
1 (1925)
Issue
5 (7.7.1925)
Date
1925-07-07
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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S1SKIND TON VKIMBBMi, BIN IDBISCHKB MINNKSjKNCKK \ oii llickla S k u r r a. DetilsJus Mittelalter was konnten wir du .uii ihn luden .mderis er/ahleii. als ,dal> sie in iheltos ziisamincnucpicrchl. /u linden gedruckt von dem ilali des anderen v ollberechtiuten Htirucr. kein anderes l.ieht des < ieistes gekannt hallen, als das ihnen dureli alle lahrhuuderle leiielilende ihrer neeiien I vv ickeilsw erke : der I Itora und des Talmud. I inl doch ist dem nicht sn. Wer uns .luden kennt. weil! wühl: uh man gleich imd: so.uewalt- -ain uns ah/us|ierren trachtete. wo irgendwann ein lnseher I uftzn.: durch eine I urspalte dranu. da hahen wir ihn mit nierineii l.nnuin einuesouen. wo irgend für uns erreichhar ein Leuchtfeuer sich entzündete. da hahen wir ihm Hreimstnfi herzu tragen hellen mit der Tacket unseres (ieistes. So wird nur. wer unseres \ olkes (ieschichle nicht kennt, sich darüber verwundern. dal! soipir im IT und 15. I ihrhuiidert. den für uns.dunkelsten in I >eutschland. .luden lebhaften Anteil an deutsche! Iv'ittcr- und Heldensage uciionmiei' hahen. nicht nur als (ienielter. sondern selhsischopierisch. so ilali kein Uew issettliafter Chronist jener laue an ihnen \ortiheruehen i onnte. Sie schlichen zum I eil unter griechischen Namen, wie ..Phobtis". den der Jargon spater in I e iluisi Ir verwandelt hat. oder ..Kleon vnnis'. heute kaluiau" oder ..kleeniaun ’. Was sie sehnten, ist leieier zum '-.'rollte» Teile di i Vergessenheit veriallett. ein Schicksal, das sie mit vielen ihrer christlicheu Zeitgenossen teilen. I i ii e s I leih r aber sind in ihrer ganzen Ligenart in einer der herrlichsten I Iichters.iminhmgen jener Zeit erhalten gehheheii. der I leiilelherger- oder der Matinesseschen I .icderhanilschtift: l>ie I »ichtungen des indischen .Minnesängers Siiltkind von I rintherg! I aide des I.'. lahrhunderts unter dcinietnuen der deutschen Stamme gehören, der die Weiuheit seines Hintes hi s aut den heutigen lau vielleicht am uh - verfälschtesten he wahrt hat. unter den Tranken, in dein kleinen unterlr.mkisclieii Städtchen I rintherg an der fränkischen Saale, nahe von Wurzhiiru und kissmueii gelegen kissinucr Hadeuaste werden sich vielleicht eines Ausflugs auf die nahe Trimhuru erinnern und werden dort v ielleicht v ou einem Minnesänger gleichen .Namens. ..I Ingo v. I rintherg". gehört hahen. der-aber rein germanischer Ahsjuinniunu war und in seiner I •ichtiinu ..Her Iv'enner" gegen allerlei Sunden und I o, heilen seiner Zeit zu Tel de zog. I i her SuHkinds Tlteruhatts und Kindheit ist uns nichts überliefert worden, wir et fahren erst von ihm. als er an dem berühmten Minncsünuerliofc der i dien (trafen von llcnncheru gleich anderen gast- Iklu Aufnahme fand. In Anbetracht der damaligen hm ge, liehen Stellung der luden eine erstaunliche loler.mz. die sich viele Tnisten unserer jüngsten \ eru.mueiiheit wohl hatten zum .Muster nehmen können, Luser Sauger scheint in sehr dürftigen Verhältnissen gelebt zu haben, denn in einer seimfl I >ichtuiiucn petsoiiiiiziett er sich als ..Hieueimt von Darbi.m". dessen Kmdir oft Mangel leiden, weil ihre >sIm.ihelweide sie selten sättigt, und weil -Ileir i 'imnchabe' ständige! tust m seinem Hause sei. f r scheint also verheiratet uevvesen zu sein, was ja die Minnesänger niemals abgehalten hat. an den iMinneliofeii um die (imist der Tdeldamen zu werben. Seine (iesänge imisseti bei seinem ritterlichen Heschiitzer. vielleicht auch bei dessen Damen im Anfang viel Trfolu gehabt haben, den» seine fränkischen Sattgesbrüder Hiteroli. Hodeitlaube und andere. die ihm erst freundlich gewesen, werden ihm plötzlich feindlich und neidisch, verleumden und treiben allerlei Wanke gegen ihn. da 1.1 er in tiefster Seele i ntnintigt. an seinem bisherigen Lebensziel v erzagend. zu klagen beginnt: ..Was soll dies töricht wandern mit Sang und Saitenspiel?! Von einer Hilr.u zur andern; was ist mein Lohn, mein Ziel?" Hcsonders in seinen frühen I Lichtungen erinnert nichts an die jüdische Abstammung des Verfassers, der die dichterische Ausdrucksweise' seiner Zeit meisterlich beherrscht. Dieser mittelhochdeutsdie Dialekt des IT bis 15. Jahrlumerts ist es ja auch, den die deutschen Juden nach ihrer Vertreibung in alle Welt hin mitgenommen und in seltsamer Hinneigung zur deutschen Sprache bis in unsere Tage, auch im fernsten Osten, mit Hebräisch vermischt, als ihren lurgon zärtlich gehegt haben. Und unsere heutigen Zionisten dürfte es interessieren, dali im 15. Jahrhundert Arnold v. Kart" die Kreuzfahrer warnte, vor den Juden in Palästina ihre Worte in acht zu nehmen. da sie alle deutsch verstünden. Trst in reiferen Jahren klingt in Siilikinds Dichtungen sein Judentum an. so durch die Wahl des Stoffes aus dem Alten Testament, wie in dem eitlem Spruch Salomonis nachgedichtete»: ..Ihres Mannes Krone ist das viel reine W eib, ihr Licht verlöscht nicht in der Nacht!" oder durch das dem Juden der Diaspora eignende t irtiblerische; in dem Liede ..Wenn ich gedenke, was ich war. / als was ich werden muH. so ist all mein’ Trctide dahin: / und ist das nicht ein Jammer und erbärmlich Not. i Halt ich von I ag zu Tage muH fürchten den Tod? / AIJmüeiitiiaT höre, du bist aller (inaden voll, / verhilf mir. dab meine Seele dort vor dir (inaden linden soll!" Zeichen seiner jüdischen Abstammung ist wohl auch das bei ihm für damals überraschend auftauchendc soziale Moment, das den übrigen Sängern jener Tatze noch völlig fern liegt, wenn er singt: ..Wer adlig tut. den will ich lia’n für edel wer auch nicht von hohem Namen, sich doch Untuucnd tut schämen, den lieil.1 ich edel wohl —" Ist doch das soziale Tmpfinden seit biblischen Zeiten bei dem Volke des < iotlesstaates selbstverständlich : des einzigen (iottes. der alle seine (iescltopfe mit gleicher Liebe erschaffen hat und vor dem alle gleich klein, aber auch gleich grob und von seinem (leiste erfüllt erscheinen, im <iege»salze zu liriechvn Wotnern. (iermanen. deren (ibtterlehre solche höherer und niederer Art. Halbgötter und

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