Die jüdische Frau
- Journal
- Die jüdische Frau
- Volume
- 1 (1925)
- Issue
- 5 (7.7.1925)
- Date
- 1925-07-07
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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IfiDlff lijMITK hem interessanten W erke ..Der. jüdische Ar/t" \ -<11 Dr. Hermann Spitz. I.eip/k. sind die fnl^emlen Aiiizeielmuneren entnommen. Sie eel’en uns Amselilnli tiber die Stellnm: und Wertunn des indischen Arztes im Altertum und .Mittelalter. hie erste medizinische Hochschule in Lurop.i wurde tun das .lahr lnim in Salerno hei Neat»el ccertindel. und /war mit l'nterstut/um; der dortrsreu indischen Aerzte. /.. I). Sahhatai honolos. . Hier lernte später der be'deutcMi'de indische Ar/t l'arraeul. der die europäische Medizin um einen i;rohen Schritt vorwärts I,rächte, indem er als erster 3as medi/uusehe Riesenwerk des Arabers Rliazas ms Lateinische uhersetzte Hd7u>. ein Werk, das daun in dieser l'orm Ins zur Neuzeit das medizinische henken in l.tiropa beherrschte. — 1 dir die jüdischen Aerzte im Mittelalter war die biblisch-talmudische .Medizin eine der w ichtigsten (irundhuren ihres W issens und Könnens. Sahhatai honolo. der um das Jahr not, der hochgelehrte jüdische Leibarzt des Königs \oii Neapel war. erzählt in seiner Selbst!>i<7crruph'ie. er habe die medizinischen Schritten des Morgen- und des Abendlandes studiert, aber schließlich in ihnen nur das gefunden, was er schon aus indischen Duellen wußte. Maimonides. die hoheitsvolle l’rscheiming. in der die Jiewaltierste (ieisteskrait sich v erband mit vollendeter Lebenstiichtic'keit und höchster Sittlichkeit, bedeutet eine Lpoche im eeisinieii .Indentum. Aber auch in der (ieschichte der mit.telalterlichen Medizin ist er einer der hellsten Lichtpunkte. Lr siedelte .Üijährie nach Aegvptei. über, wo er als Jude leben durfte und bald als Arzt so eroßeii Ruf erlangte, daß er an den Hof des Sultans Suludiii irezoecn wurde. Line Herumne als Leibarzt des englischen Königs Richard l.oweuherz lehnte er ab. In einem Hriefe aus dem Jahre Ischmierte er seine Tätigkeit als Leibarzt bei Saladins- Nachfolger: Jeden Morgen mal! ich den Sultan ncsuchen. und weint er. eines seiner Kinder, oder eine seiner I rauen krank ist. dann mul! ich den ganzen Tau dort bleiben. Aber auch wenn nichts Hesonderes voriallt. so komme ich erst nachmittags nach Hause ziirucL. Wenn ich sterbend vor IImmer mein Haus betrete, finde ich die Vorsäle von Menschen jeden Standes eejiillt: Juden und N<chtinelen. Reiche und Arme, t reutide und Leinde. Richter und Beamte, eine bunte Misdtumc. die auf meinen ärztlichem Räl warten. So wiederholen sich die Besuche bis eeeen Abend. Nur am Sabbath kann ich mich der (iemcinde widmcli und mich mit der Lehre beschäftigen Die lätivrkeit der uidischen Mediziner war in den christlichen Staaten des Mittelalters nicht mehr schöpferisch, richtunggebend, wie bei Isaak Israeli und Maimonides. sondern erhaltend, vermittelt d. übersetzend. Sie erhielten die Lackel der europäischen W issenschaft brennend, bis die europäischen \olker reif waren, sie zu übernehmen. In Deutschland werden in den alten l rkunden jüdische Aerzte irulier erwähnt als christliche. Der l’apst Celäsius tun suu) hatte einen indischen Leibarzt, den er seinen Idcund nannte. Karl der < irolle schätzte die luden wie als Kaufleute und Diplomaten, so auch als Aerzte. Karl der Kahle hatte felsenfestes Vertrauen zu seinem .jüdischen I eihurzte Xcdckias. ler bum Volke im Rute eines Zauberers stand. , Mit Mauno indes hatten die indische < iescluchte und die indische Medizin einen Diptclpnnkt erreicht, .den sie nicht bähen konnten Die arabischen Mauten verloren bald ihre Weltmacht, und ihre Inden sanken in dem A er lall zur Bedeutungslosigkeit herab. In den« trisdi aufstrebenden ein istlich-eiiropaischeii I andern w in e'en die jüdischen Kaufleiite und Aerzte gern auice nomine n. Sie liatteii’jner in Spanien. I rutikicivli und Italien den grollte n I iniliiß auf den Viifsdi w inig de: Volkswirtschaft nud vier Medizin. Aber überall .1 e selbe leiden s v olle I ntvv ic klung subalel sic h in ihn I andern ein eigener k.mim.musst.md. eineigener < ielelirteiistanel und zwar mit intensiver Beihilfe vier Juden gebilelet hatte, bemannen Be driu kmun und V erfolgungeii .der einstigen I ehrmeister, im Brand, den die-t ieistlichkeit fanatisch schürte. Von der latickeit des indischen Arztes im alten Balastina berichten-uns zahlreiche Mellenin Bibel und lalmtid Versetzen wir uns m das Balasima zu Beginn unserer /eitrecliiiune so sehen wu Aerzte in großer Anzahl die leidendem in Stadt und I and v ersorgen. I >cr I almud gibt ehe V o, sehnt! rit.rti s.ß in keiner Stadt wohnen, wo ein Arzt fehlt Der Arzt stellt hoch in der Aelitung des V olkes. eien >pru eilen Sirachs heißt es: ..I hie den Ar/t mit gebühr liclier Achtung. daß du ihm nahest z.m Not Die Kunst erhöht den Arzt und drracht ihn groß bei I in steil und Herren." Sop.de! ehe mitte laltei heb schwelen Lesse In abge nommeti waren sobald der dnliüischleicheiielc I l.melelsjnde wieder uiilr-cht gehen und frei atmen durfte, hat er das lVusuni. e!as die Volker in den letzten luhrlmrdcrteii gelernt hatten, in kurzer /.eit nachgeholt. I nd niit einem Schlage stellen indische NutncJi w leder an der spitzt ui den Annalen der Medizin. I in nur einige Nali.eu aus Deutschland zu nennen: die Internisten >e.i.,t", und Boas, die Lhirnrgen Israel mal I lottu. dn Nervenärzte Mendel mul < ippcnhcinicr. die h Inder ir/tc . Baginsk v und Linkeistem und die Baku i loloeen I In lieh und Wasserm.nm alle hoelibcdcntend als l'orsclier. als Helfer mul als Brucken der llimiami.it zwischen den Juden und Jen Völkern. Mandl.' indische. Aerzte des Mittelalters werden nur als aralu sehe und italienische Aerzte in den Realstem ge tulirt. wie es la auch heute in den Zeitmge n heißt, daß der letzte medizinische Nobelpreis dein dein sehen Arzt Muverlioj m Kiel v ei heben winde, von dem nur I mgevveihte wissen! daß ei hule ist. 'sowie ich noch nie einen christlichen Kollegen getonn n habe, dem es bekannt war. daß I Irrlicli zu den luden gehörte. Nmst wurden vielleicht volkisV.be emps Studenten' seine Heilmittel zm Uck w eisen I eberull im .uidischen >cliritttiun kommt /.um AusdriK* d o. die I rlialtnng der De sundlieit > me lehcios» l’thc'i' sei. ' 1 ■. . 'V“ "•'ir Wir werdeo unt erlauben, nli&t eingegangene >Jbonnement*-lletröge mit <fer nticQaten Summer au entnehmen. Die S^Örlittetlung. 7