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Die jüdische Frau · 1925-06-07 · 3 (7.6.1925) · p. [Seite]

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Journal
Die jüdische Frau
Volume
1 (1925)
Issue
3 (7.6.1925)
Date
1925-06-07
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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1 KASCHKKHKN Novelle von S. II \uii Mnseiithal. </. I orlM-l/iHiv;.) .! * *.inii wurde Ja n-.iie < iciee s>u gfaltig liervori Im>h und I ncelbreehl Ik eleitetc ihr .im Kiavier eine Pe e l!-ov.u ehe Sonate oder aui seinem Insirnnieiit si'ulle ei ein I »tu• mit ihr und sorcluh leimten sieh eie heulen blmi k n K<.|»Ie .meiii.inile r. um elk simiruue d* i > u ieci /Ti prüfrrr. '"Mit dem-Nachöar ssnlHf. < ’e in Kind .inner I eilte, den: I Seruis/uiosseii. konnte 'ii i.i mit lener unbefuiueiieii V ertr.mlielikeil ver- I e Inu. die in-kleinen Stadien die Kinder einer < i.iss-j 'oii seihst heileiindet. I r nannte sk keincheii. sie ihr ^hristt.ni. ein Name. der Frau kasehelehcii nie . t laiiiie w erdeil wollte, die st.ilt desse,, heharrlieh di n Namen I neclhrecht cehraiichte. I ml I neelhieeht w uelis iin\ ernierkt au dem I ä- U nie seines /.o-Juies mit empor. Mas Fluidum des •lenies. das ihr >piel durclmeistm'te. ilolt in ihn über und ersehloll ihm ein neues Verständnis der Musik. V\ eint er früher lianelwerksuiuHic korrekt seine Ant- .uben gelost sh vermochte er letzt ein lonstuck mit der leinen musikalischen I niptindime na-.il/iispielen. die h’einJieii intuitiv, oder \on ihrem Vrollen Meister helehi t. ans den I Ollen /» Wecken verstand. Wenn i i .nah /nweilen die etwas überhastete Technikdes Jn ceiste i teil Mädchens ode r die .dl/11 individuell ces'nltcte und zerrissene Pluase /n verbessern iand. wai sie iiii < irunde elocli seine I.ehren in geworden. —l—UAullkiirlich"fühlten sie. wie sie sich einander er- .an/ten: unmutie ine len sich die Tone ihrer heulen leiceti in. gleichem Strich eleiJisnm zu einem Ton: \u.;c in Alice gesenkt, lause Ilten sie. sich \ o.rahnend. icdc Nuance des \ ortracs .ah; jedes (i-etiihl. iede Ii idettschaitlie he Sleicei nne: ihre Seelen flössen in-« i uiamlci und ihre ller/en vibrierten harmonisch wie ihn Saiten. /uw eilen In achte er zwei seiner Kollegen zu ' hiai te ttiilinuce ii mit. Die Musiker' mul ihre Pulte lullten den eiiceii- K'aiiin und k’.ischelclieu sali auf di i Piitselu am I ii-sti r, ihr < iebetbuch in den llänil* n. k n Kopt vor Ik-vv umlerunc' nach dem Takte se luittelnd. Olk I die 'eh w Ie> icen Passage II der Prim- ..eiVe. du du ceheiisehtes kkiiicheii spielt, mit einem iaiimmlen ,.St1 St!“ herleitend. >o s|i.uin sich das glückliche Stillleben viele Mmiate l.mr fort. \11 kleinen Schatten fehlte es auch nicht. Wenn ..ui I reit.er abend I n.;clhiccht das v erschlossene klav je r ofliiete. ein I iehlinrsstuck .msclilne und!'k imhen hmtc, dem kucken der Mutter unwillkürlich /ui (ieire riff dann 'tiir/te K’.ischelcheii .herein mit dein \iismf: .k'einehen. was tust du! am In ihren Scliahhe s1' Verschämt leete dann das Made lu n die i ie ire vv I c und wollte I nrclhreclit eine 'pottische Ih'inci kirne machen über die ..lächerlichen Vorurteile“ nlid -he ..Beschränktheit des iiulischen /eh>lismus“ so lerte sie ihm heimlich die Hand, auf du Schulte i ->Jei blickte ihn mit flehendem \usdi Ue k an. dl! Mutie r nicht /u e rznrni Hie aber schüttelte eleu Kopf und murmelte ahrewamlt: .4kr <-oi ) />, k’einehen sprach sie kein W in t darüber, sie wuHte. wie unentbehrlich ihr der Kmistrenosse sei v I?# |S* (ieren Jas Frühjahr aber, in welchem keinclieii ihr sechzehntes Lebensjahr erreichte, hatte das Mutterherz der frommen Frau einen schweren Kampf zu bestehen. In der (iarnisonkirche. die die schönste t Irrel der Stadt besah, sollte in der Charv-ochc -ent—großes Oratorium nufcchihrt—werden. Spohr leitete das Miisikfcst. Henriette Sontae sollte die Sopraitpartie sinken, für ein Violinsolo. das eine Arie der frohen Sänvrerin einzuleiten und zu bcvrlciten hatte, bestimmte Spohr. der selbst den I aktstock fuhren muhte, unser keinchen. Wie sie bei dieser Nachricht erblühte, wie sie begeistert dem Meister das lonstiick vorspielte, der ihr wohlvrefallivr auf die Schultern klopfte! Wie sie jubelnd der Mutter die seltene. Auszeichnung verkündete und Fmrclbrecht von dem Aufsehen sprach, das der Name keine Piceard neben dem der weltberühmten Sängerin machen würde! Aber kascheichen schüttelte nur heftig den Kopt. ..Mein Kind soll in der TifleT spielen!“ murmelte sie. ..da dreht sich mein frommer Vater olewescholem**) im Hrabe herum!“ ..Ich verstelle Sie nicht V“ w arf Lmrelbrecht .ein. ..Mas können Sie auch nicht“, antwortete kascheichen ruhig. Nun verlegte sich keinchen aufs Bitten: sie las den Test, des bilblischen Oratoriums mit frommem Ausdruck vor. und als auch das nicht verfing, begann sie die Melodie der Arie auf der'ficke zu spielen. ..I>as geht ja w ie ein NigeiP") sagte kascheichen verwundert und war schon halb besiegt. Dann sehlang k’einehen die zarten Arme um den Hals der Mutter und streichelte ihr mit dem Finger die frühgrauen Härchen unter das schwarze Band zurück und murmelte in ihr Ohr: ..fielt. Mutterleb. ich darf?“ Lud als kascheichen unwillkürlich nickte, sprang sie jauchzend auf. ..Ich darf, ich darf!“ jubelte sie und küßte die Violine und ihren Freund Christian. Am anderen läge schon war Fräulein keine Piccard neben Henriette Sontag an den Straßenecken angeküudigt und die ganze (iemeinde gratulierte kascheichen zu dem unerhörten ..Kowed!"S) Aber die (iemeinde und das gute kascheichen hatten keinen l.ucch$$) zu kate gezogen, und als die Proben schon im vollen Hange waren, zeigte es sich, dal! der Abend des Konzertes mit dem ersten Abend des Passahfestes, dem heiligen Sederabend. zusammeiificl. I »a erhob die fromme Mutter ihr entschiedenes Veto, keinchen mußte dem Meister ankündigen. dal! sie nicht mitspielen dürfe, was sie weinend und beklommen tat. Der aber furchte drohend seine lupiterstlrn. ..Dummes /eng!" rief er. ..Ich bete hie es! Basta!“ I hirfte sie den Meister erzürnen, dem sie alles verdankte? Sie eilte zu Madame Ihidinc und erzählte, ihr weinend den unlösbaren Konflikt. ..Beruhige Dich, mein Kind", sagte die schone Frau und begleitete '» K uw Ile “I trie-eJemit iliüi. ' ‘**1 Sv li.iKune-nwi-ise'. S) »ihre-. K.ile-nele-r. h

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