Die jüdische Frau
- Journal
- Die jüdische Frau
- Volume
- 1 (1925)
- Issue
- 3 (7.6.1925)
- Date
- 1925-06-07
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
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t t mc zur Mutter. ..Sie müssen Meister Spolir dieses Opfer bringen", sprach sie zu Raschelcheti. „und fiailbcu Sie mir. Sie tun damit ,ei» fottfcfällifcs W erk. liudenkeu Sie. das'Rcinchcn das erste Jiidcitkmd ist. dem der faulte Künstler die Wohltat seines Unterrichts erteilt hat. Jm Stiche gelassen und erzürnt, würde er nie wieder »ich zu Aelndichem verstelien und für alle Zukunft tragen Sie dann die Yerantw ortiutf. Außerdem ist die I hre Ihres Kindes, die I hre der faitz.en Meuternde und ein Kidusch Muscheln*) und eine fromme I ran darf dem nicht c.ntfcfen sein.----- — Waschelchen schüttelte den Kopf hei diesen Argumenten. ..Ich kenn' mich nicht mehr aus", saute sie. ..und das ärfste auf der Welt ist. wenn inan nicht mehr weil), was Recht und Unrecht ist. Mein irommer X ater olevvcscholem '■'*) liätt’ mir's sauet' können, und kein Rauf ist auch nicht hier, der mir's paskenen***) kann. Aber Sie sind auch eine fromme I rau und im kleinen hiitccr gescheiter wie ich. jMaelame Chaichcnleh. also in (iottes Namen soll mein Reinehen am SederahendS) in der Tiflc spielen!" I >abei brach sie in I riinen aus, die Reinehen vergebens wecztistreichein versuchte. ..Wein' nicht. Mutterleb", schluchzte sie. ..ich tus ja nicht, wenn Du mir’s verbietest!" ..Aber ich verbiet' nichts!“ stieb Raschelchen hervor. ..ich weil) nicht mehr, was Recht und Unrecht ist!” Während Reinehen seelenvoll und von allen Leuten bewundert in der Kirche spielte, sali ihre Mutter am. Osterabend in der l'raiieiisclmle. den Kopf in ihr Machsor^) versteckt und so inbrünstig betend, als wollte sie die Töne übertäuben. die von der (ieife. ihres Kindes zum Himmel stieecn. Zu Mause deckte sie den Tisch mit den weiden Tüchern und den bräunlichen Maz.z.es>}>5$) und harrte schweifend auf die Ankunft ihres Kindes. Noch flöhend vor 1‘rrefunf kam Reinehen nach Maus im weilien Kleid, eine Rose im Maar, von Lneclbrecht bcfleitet. der von dem Meifall des Publikums erzählte und die Mutter befliickwünschte. Die Mutter schien es kaum zu hören. „Lall Dich benschen, mein Kind”, safte sie und leete still murmelnd die Hand aus das blonde Köpfchen. Lnfelbrecht lud sie nicht zum Hieiben ein: an dem ..Ostermahl" soll kein „l'retndcr" teilnehmen. Schweifend truf sie die Speisen auf. mit feprelttem Merzen sali Reinehen da an dem Abend ihres ersten Triumphes. Wie Reiiiehens erster künstlerischer Lrfolf immer w eitere W ellen z.of. taeelauf < iliickw linscjie und Beifallsbcz.eufunceu brachte, lobende Berichte in den Blättern der Stadt und selbst in ausw artifen lournalen. so schien die Yerstinummf jener Stunde auch immer breitere und tiefere Schatten über die Seele der frommen Mutter zu werfen. Ls war nicht Skrupel über das Verlaufene, es war eine unheimliche Yoraluunif der Zukunft. Die Musik hatte sieh zwischen sie und ihr Kind fedränet und sie hecunn sie zu scheuen und zu fürchten.' wie ein feindliche' Llemeut und der (ioi l'iifelbrecht-war ihr in demselben Malle verhallt. aN er Reinehen unentbehrlich •) Ycrlie-trlalumi: <nUUs *M l’ricde »nt ilmi. •••I AU'll'Kill. Vorabend de' 1 i'teOe'te' tjtj) (k-bclhu, li. $$$1 ( Ktcrktijicti. . Wir bitten sieb beim ElnKauf unserer Inserate zu bedienen und sieb auf sie 3U bestehen. v« urde. Ilaufif er als -je kam er zu den ea'iueuis.,,,0 , Tehnncen und sprach vrm^cCliienis.imeTTkimstle11 sehen Projekten, von Konzerten und Kunstrusen m fremde Städte, von cmdurticeii I rio|..en und Rcali tuuiern. Rasclielchen schüttelte nur den Kopf übet solchen „Stillt". Aber Reinehen so ii’iheiuiifen und kiiidlieh sie auch stets dein .liifendircund bceccuetc. fühlte., ohne sich davon Rechenschaft febeu zu können eine inafische (ievv.dl. die sie zu seinem Willen zw.,->e Mir fanzes Merz liitic mi| allen seinen Lasetn an du f«.liebten Musik und fand m ihm den Wahlvu wandten, der sie verstand.. Der Ion ih.ru. Due. schien ihr ärmlich und verwaist, wenn er sieh mein mit dem sciniceu vermahlte: die beiden Muiuuui der < ieifen waren ihre Korrespondenz.' siul.nischti sicli ilire (iedanken ab. ihre Wehmut, ihre I u iide . sie plauderten in Ionen. Reinehen wudtc um zu ent dal! sie ohne Christian nicht leben könne, abei sh wullte keinen Namen dafür. So nahte der Sommer: das I lieater wurde ee schlossen. Meister Spolir reiste ins Bad. Zum Abschied lefte er liebevoll seine.frolle Hand auf Run cliens Haupt. „Brav, mein Kind", safte er. „noch ein .lalir und wir sind was Rechtes. >choncii >ie sieh indes. Sie wachsen mir zu schlank empor mal das < ieifeiispiel streuet die Brust an. zumal wenn man mit eaiizcr Seele spielt, wie Sie!" Aber ecrade die l ericn/eil lieU I iifclbuslU Mulle, und enisieer als ie wurden Duelle studiert tur die ziikiiuitif c Kunstreise Und. sieh' Da kann >> schon Briefe aus Badeorten, die das miife Knnstlu paar zur Mitwirkung in Konzerten und bei Musik testen einluden. Lucelbrechts heimliche Schutte hatten l'ruchte eetracen. I riumphieieiid brachte u die Briefe, vor l'reude zitternd las RunJicti su der Mutter vor: aber diese schüttelte fcwaltu den Kopi Schmus perietidis )" murmelte 'K ich vvetd' Dali iortfeheii lassen mein Reinehen. ohne mir'" „Wer.saft das?" riet" Reinehen ersehn*- keu „Was denn?" enteeencte diese heftiz ich soll niit.feilen und Dich heruiuiuloui wie einen I h laut ' l nel wenn Du mir. Mott voll nie schonte > * 'ein' krank wirst da eirunden nnt- > den I remelej; ' Naht um alles in der Well' Was li.ib' ah von d, r Meok wenn sie mir,mein Reindiui fortfuhrt r.h li.ib da h nichrs auf der Welt, als wie Dich'"« I raue n rsliekien ihre Stimme >ie h' mich an' .■fein su i<u i .ich kann Pir's picht erzählen', letzt noch naht und am wenifsteil vor anderen I eilten: menn fünf I cer eeb’ ich drum, wenn ich ruht' zu Mails ahhehl w.ir'. ohneanelere tieel.mkeii <iott wird nid' Mauc-hel' ' > sein, er Tat m.r ia Di. h d.il'm - ce'n - mein febenschtes Kind! ,Nicht w.iht Du s.lila.'st ' »o das aus dem Kopf''"' (I ortsetziiM-; folct I 'I l'i'iir nui Jus naliiss.ici 11J1 v IZiili'i - *• I < i<itt ht-liiitr * ** I \\ t /t ibi-n.