Die jüdische Frau
- Journal
- Die jüdische Frau
- Volume
- 1 (1925)
- Issue
- 3 (7.6.1925)
- Date
- 1925-06-07
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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muht sein, der Lkenart des einzelnen in Hezm: unk stellen, selbst wenn die Hezichiinecn zwischen Litern die Wahl und die Art der Ausiihum: des erwählten und Kindern äuüerlicli gelockert erscheinen, weil l'.erufes gerecht zu werden. jeder mehr Spielraum zur Lut Wicklung seiner Ligcnwerden neue I nuülieiibaiidc geknüpft werart gebraucht. die inneren Heziehimgen zu einander den. die Mutter und Kind einander zu l'reunden w erde» v ertieft. und hgliickcuder sein als irütier. iii.ieheii und eine gesundere und dauerhaftere Hasjs laue Drücke von (ieneration zu (ieneration zu u.irsteireTT at^^n V.iisaninletilehen Thrr-yversdkietKau--.seUhuiun^ iiiuLudifdt'JJ-'h ein wuchtiges Dilied in_der steil I leineiite. 11111*' auf I raditjo» heruheiid. bas Kette’der Menschheit zu w erdeii. sPTdas erstrebensvorbildli.he jüdische I atuilicnlebe» wird neu erwerte Ziel im Lehen der neuen I ran. | II D ftti Von Doris Wittner. I he historische bestall des ...lud Stil*", wie lafiige \ olksmeinung Leopold Milt-l ippenheimcr. den In•cIiiihuceiideii ..I inanzdirchtor" (und heimlichen I aiidesregenteiii 'des Herzogtums Württemberg linier der IlerrsJiait des katholischen Suuveraius Karl ALvunder.Vil Heginu des achtzehnten Jahrhunderts hartnäckig benamst bat. ist dem ehrliebenden Judentum aller /eiten und \olker nicht so sehr um seines tragischen I ndes willen, als um seines in behände und durch >chande erkauften blücks wegen als eine „Partie lionteiise" des eigenen Stammes erschienen, au der man sich eiern mit schamhaftem blinzeln voruberdruckte. um nicht sehen zu müssen, hören zu müssen, wissen zu müssen . . . Lud siehe plötzlich! nachdem sich zwei lahrliuudcrtc hindurch eine umfängliche Literatur um das anteclithare Charakterbild des seltsamen Mannes, um sein und seines Landes Schicksal aui- 'scturmt hat. kommt un\erseheiis ein I lichter Lion t eucht w a 11 g e r gegangen und erzählt uns in einem starken bände \oii ca. 7no Seiten <Drei- 111 a s k e n - \ erlag. M 11 n c h e 11 - H e r I i n) die (lescluclite des Leopold Milt Oppenheimer, genannt ...lud Sufi", sein unv ergleichlich glanz, v olles Lehen und sein im\ ergleichlich grausames und grauem olles Merheii noch einmal und W linder uher W linder — das l nglaiihw urchge. hier wird s Lreignis: in der beschichte des .lud Siilt. wie Lion I eiichtvv angcr sie erzählt. ist alles enthalten, was jemals jüdische Hauser. Herzen und Hirne zum (inten oder zum Hosen he w egt und mit allen Ichctistordcrndeii l.eidensJiaiten durchpulst hat. In dieser beschichte des lud Süll ist die beschichte des Volkes Israel eingeschlossen. und ist mit eingeschlossen die grolle s^ lucksalstrachligc Auseinandersetzung zw Kellen Judentum und Christenheit, die schon Jahrtausende wählt, und die mit dräuend unheilvoller bebarde in immer neue Jahrhtu 1 Je 1 te Atemzuge vor dem Antlitz des I w igen hinubergreilt. Auch bedeutet die beschuhte des genialen Juden, der als I iiianzhunstlur. wie als Staatsmann und Politiker über alle.beisteskrafte und Ilildungsmoglichkeiten einer noch ohskurautistisch verschlossene», pictistisch verdüsterten /.eit weit hinaus langte in die neuen Morgenröten einer aufgehenden Kulturepoche, gleichzeitig die beschuhte des daii'.iligen |>artikularistisch zerrissenen I eutsclilaiid. das sieh in dumpfen Religioiiskampfe» oder wustein l\ auhrittertum. >oldateuspielereieii 1 a Ji tiaiizi.sischen. spanischen und türkischen Vorbilder 11 verzettelte, olue leiiials einer echthurtigen Idee. gesJiw eige denn einem Ideal, freiw illigen I L ei eshaim zu le isten. 1 s ist nullt etw t nur die bes.itll des lud Süll, eile I lon I eiuhtw ancer mit grandioser Objekt!- v 11 a t. ohne jede Parteinahme iiir oder wider, mit pastosem Pinselstricti al Lresko gemalt hat, sondern es ist vielmehr ein toller, halb schauerlicher, halb grotesker bestaltenreigeti. ein „danse mäeabre" von wüster und wilder I.Indringlichkeit. den der I hchter vor unseren Augen lierautheschwort. bürsten und ihre Huhlerinneii, die mit unbarmherzig grilligen Handelt die deutschen Lander aussogen. — Liitertaueu mit knechtischen Mienen und noch knechtischeren Seelen, beglückt, von erlauchten I allsten gezwackt und geprügelt zu werden: Littet und Abenteurer, ehrsame Hürgersfraueii mit dem heimlichen l.hrgeiz, die „Herzdame" (lies: Die Nebentrau) ihres bürsten zu werden, und galante I lauten der grollen \\ eit. christliche Handelsherren von patrizischem Tun und doch beschränktem (iev.ese. und jüdische (ieldtürsteu, vor denen, gleichviel. ob sie in hotisclier I rächt oder in Kattun und imt Sclilatenlockeit auitraten. die Pforten der lipehnuitigsten Schlosser autthegen im Kaiserlichen Wien ebenso wie in Amsterdam, 111 frankliirt oder in Spanien, an italienischen Holen, wie in den mächtige» Ilateiistadten der Levante; fromme Rabbiner, geheimnisvolle Kabbalisten und die geistig hochmütigen. mit den feinsten Mitteln einer raitmierteii Politik arbeitenden, nur um weltliche Macht besorgte» Diener Roms, geschmeidige Werkzeuge des Statthalters Christi aut l.rden. /wischen all diesem vielfarbigen Volk verstreut, immer mit gebücktem Kucken, und mit den llackerudeii Augen der Unrast; die Sohne des V\ ustenw anderstaimiies, die in der Welt verirrten und verwerten Kinder des „Huches" eben jenes Huches, das einem verbogenen. zerstobenen, immer gejagte», immer gehetzten Menschenliniiilci» alles ersetzen muH. was andere Volker m selbstbevvuliter Wurde ihr Ligen nennen, nämlich Staat. Heimat. Heim. Herrn. Lrtolg I reude. bliick. Wir sagten es schon. Lion I euchtvvanger hat sich nicht etwa herabgevvurdigt. eine Apologie des nicht nur von seiner /eit. sondern auch von der W tltgcschichtc. gerichteten (ilaubensgenosseii an- /»stimmen: nur ist es dem Dichter gelungen, auch der von ihm verdammten bestall menschliche Züge zu leihen und kraft diese» menschlichen Zügen vor dem W eltgericht auf mildernde Imstande zu plädieren. I.r hat zu divseni Zweck von jeder poetischen 1 reiheit und von manchen befremdenden Anac'uro- 1 isineti ausgiebig bebrauch gemacht. Aber sei's drum: sein Hildnis zeichnet sich trotzdem oder gerade darum durch eine lebfrische Hlutwarme aus. v ie sie beispielsweise das tendenziöse Zerrbild, das dereinst der deutsche luchter Wilhelm Hauff von dein gleichen ...lud Suli" entwarf, völlig vermissen i