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Die jüdische Frau · 1925-06-07 · 3 (7.6.1925) · p. [Seite]

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Journal
Die jüdische Frau
Volume
1 (1925)
Issue
3 (7.6.1925)
Date
1925-06-07
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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DIE lUDIttHE IRAK Veranlvorllldl (Or dir Sdirlfilrlmnt Frau Regina Itaaciuhn. I%»r In Geldaendunfrn und Manuftkrtplr nd tu richten an d ■ Redaktion: Anna Beate Nadel (.Die |0d Frau*). Berlin W M. Eialrtener Strafte 17 PfeUburf i»7» Erichelnl fvelmat Im Mona' Beiugtprel* I nrelnummet V) Fl vtrrtel Ithrlldi 1.11 N, haibl»hrll<*i « « M taolMk * H . Intrrttonaptri» tor den a g* ipalienen und 1 mir, hohen Kaum Xi fWnnuj. tVl ti i*!«iim antipredte: de 11maa4a>r»<_ Jahrgang 1 7. Juni 1925 Heft 3 NIIH UlINffOKMIN DIR f RAH \ uii Anna. Beate Nadel W ir alle wissen. duU das Leben, das hciUt das Leben der Allgemeinheit in den letzten zwanzig Jahren, eine Wandlung erfahren hat, die sich mit der Kntwickluiig ruhiger, steter Jahre nicht vergleichen lüllt. I nd gerade das Leben*der I ran und besonders das der jüdischen Frau, ist in fast allen Oesvllsehaftsschichten umgewertet wurden. Wenn wir alte Kranen von ihrem und ihrer .Mutter Leben erzählen hören, so merken wir. daß es fast dieselben Leiden und Freuden waren, die beiden Ucncratfni.cn der Trau brachte. Jede Altersstufe hatte ihre eigenen Pflichten und Rechte. I>ie heranwachsende Tochter blieb bis zu der Verheiratung - dein absoluten Ziel jeden Mädchen- Ichens im Hause der Litern, half der Mutter mehr oder weniger, wurde zur Mausfrau erzogen und lebte später im eigenen Heim, eine Wiederholung des mütterlichen Lebens, und -war zufrieden und glücklich, hie großen Ereignisse lagen damals für die I ran last nur innerhalb der engeren und weiteren Kamilic. deren Wohl und Wehe ihr Henken und ihre Zeit aus- ■fötlten. I las iiußerc Leben w ar das Leben des Mannes I r war der alleinige Lrhalter des ganzen Hausstandes bis die herangewachsenen Söhne ihm beistehen konnten. Natürlich hatte der Mann, der I rilührCr, eine bevorzugte Stelle im Hause. Die klch'.cii Haushaltuilgssorgcil wurden ihm-möglichst fem gehalten, die LrziehuilK der Kinder wurde fast ganz der Mutter uberlassen, die von ihr betroffenen l.ntschciduiigcu. dem Manne sozusagen in letzter liM.mz zur rlejahunK oder Verneinung Vorgetragen. In jenen Zeiten bestand die Leistung der I ran hauptsächlich darin, das Zusammenleben der Kaulilie mit Ruhe und Annehmlichkeit zu erfüllen. Viele Krauen verstanden es durch edle Selbstlosigkeit aus Wenigem, Viel.zu machen und durch ihre Herzensärme und unermüdliche Liebe immer ausbleichend unter deii einzelnen Ka'milicniniulicdcrn zu wirken. Sie waren Mütter im weitesten Sinne des Wortes: das war ihre Leistung, ihr <iltick und ihr Ruhm. Selten wir uns nun die heutige I ran an. so werden wir sofort erkennen, dalt ganz neue Lebensformen ihr einen sind, daß die Hast und Lilc der schwere materielle Kampf und das \ ollin veränderte Außen und Innen des Alltags nicht nur ihren l'flichtenkreis gänzlich verschoben hat. sondern VOj allen Hingen die Iran sich selbst so entwickelt hat. da II ihre Cllücksmöglichkeiteii, ihr. Kfstrebenswerres; 111■ sie Heireiendes verschieden im von, dem Lebensideal ihrer Vorfahren. Konnten die Krauen der früheren < leneratn(inj1 wie schon gesagt, nur ihrem Hause, ihren Kindern und einem seilet gewährten KreUudeskreise leben so stellt die heutige Zeit, durch Kriett und Nach kriegszeit selbst nauz verändert, uücli .m die Iran andere und viel schwerere Anforderungen. Weil du Lrwerbsinouliclikeiteii des Mannes sehr crschwiit worden sind die tirilude hierfür nahci fest zu stellen, ist hier nicht der IM.it/ müssen Vtell I tauen, die in anderen Zelten nie an einen licruf dachten, sich einen Verdienst innerhalb oJJei iftlßerhalh der Kamilic suchen. Und .es ist u staunlich. wie es manche I ran \erstanden hat. sich tunzustellen, und .ms dei Not eine lugend machend Krcudc und Befriedigung in ihrer |'atig> keit gefunden hat und durch ihre >clhstst.indi Jm it und ihr gehobenes Selbstgefühl, womit sie ihr I igenleben bereicherte. Aber nicht nur das nutet icllc Moment konnte die grölte Wandlung ImJ'raüenlebcu herbeiführen Auch die I rwiitcrunn der Kruueilrechte um . im i Anzahl Vorkümpfcrhitrcu schwer errungeji / H auf politischem (iebiete. legte der I ran I MIk hti »• auf und eröffnete dir weite neue I Vi spektiven I 11 v s entwickelt sich aus dem anderen: da Mittellosigkeit weitere Kreise als frühe Verfaßt, muH eine bau/ neue, diskretere Art der sozialeil Kürsorgc einsetzen, ein lieblet, dessen Bearbeitung weit,'mehr dem Wesen und den seelischen Kigcnscliafteii dei Krau eilt spricht, als den KühtgkcitCU des Mantus. Iituüci mehr macht sich der Wunsch hcmcrklut was füi Krauen geschaffen werden muß. vo*i Krauen .ms fUhr.cn, zu lassen, und jede neue I rkeimtnis h | Krauenbedürfnisse lost gleichzeitig neue Kräfte /üv i 11111111111; aller Anforderungen .ms Wie aus alledem ersichtlich, hat auch dei vot iichmstc und natürlichste I raueuberui; der dir Mut ter. neue I oruien annehmen müssen Line selbst im l eben stchendt und wirkende "Trau, wird für ihre heranwachsend«. locht ei riiehl inehl die l.he als das einzig I tsttcbeuswerte atisehen Bi« w ird ihrem K lüde d» n ms I r \i i r,bs leben erleichtern wollen und mein als tiuher lu

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