Mannheim
Compact Memory

Die jüdische Frau · 1925-05-22 · 2 (22.5.1925) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die jüdische Frau
Volume
1 (1925)
Issue
2 (22.5.1925)
Date
1925-05-22
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
76% known words query
IRI
…/4899998-4932193-4932264--041-4900035
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

RASfHKLCHKN Novelle von >. II. \<m’i Moseiith.il (I. I 01 tsetzum:.> AK kemehcü das z wollte lalu cricivht hatte, i rrnjlo neben ihrer Schönheit ihr musikalisches lahm die alleemeine Aufmerksamkeit. Ihre clockciihelJe Stimme dram; wie d.«>» Hezwitscher eine'» Kauarieiiv priels aus dem lenster eles dumpfigen Zimmers in die Hasse hinaus: was sie einmal gehört hatte, das trällerte sie sofort nach und die Leute im. Habchen schauten hinauf, wenn ..das Kind" s.me. ..Wart', ich schenkdir was", s.iele die dicke I roellerin. die in dem vertalhien Hausflur der alten.Sv na- <o<e ihren Kram feilbot. Aus altem (ierumpel suchte sie eine nesprtnu'ene Herne hervor. keinchen putzte sie zierlich wie ein Kätzchen und hat die Mutter, ihr Saiten zu kauten. Ohne jemals ein solches Instrument in der Hand celiaht /„ haben. z.o< sie die Saiten aut* und stimmte sie vorsichtig lauschend. und mit dem mühsam eereinietrn Hoccn wulite sie der Heilte alsbald Tone zu entlocken und Niete sie zu den Weisen, die sie zu zwitschern eewolmt war. Verwundert und bewundernd nickte Iv’aschclcheu mit dem Kopf dazu. Her l'licksclnieider bueelbrcclit eeceuuher 1111 (Kittchen hatte einen Sohn, der im Orchester des Hoftheaters spielte. Christian, so hielt er. horte vom l enster aus die Studien keinclu^ns auf dem eespimieetieti Instrument, winkte ihr und bot ihr seine Hei-ce und sich selbst zum Lehrer an. So studierte-mm keinchen bei dem iuiuten Lmtelbreeht, und dieser fand nicht Worte vrenuvr.. das seltene Talent des Mädchens zu bewundern, laelich kam er hinubei. seine Stunden versäumend, und brachte die < ieiee mit und Noten, die keinchen so spielend erlernte, dal! sie das Schwierigste bald vom Hl.itl lesen konnte. kascheichen aber sal! Abende laue bei der I nschlittkerze im niederen' Kämmerchen und stiec an den Skalen und Solfeeeiett. die ihr ..cchcusclites keinchen" mit Kühn geschwungenem Moeett der * ieitre entlockte, wie auf einer Jakobsleiter in den Himmel hinan. Sie nickte mit dem Kopf den lakt. schüttelte ihn vor Hew undcruni’, wenn die Saiten unter den rosigen l'imterspjtzeti ihres Kindes trillet teil, und murmelte dazu deutsche französische und hebräische Liebesausdrucke, t nd wenn I ueckbreclH mit strahlenden Atmen die geniale Schülerin he trachtete oder ihr mit einem: „Hrav. Inav keinchen!" auf die .Schultern klopfte, so rief die clucklicln. Mutter nur. .dielt, was für ein Kind'" .Sie müssen sk mir einmal bringen", saitte I >au Cli.liehen Hiidinc. die seltonste und w ohltati-.tste I i'au der < iemeiiide. zu Herrn l.imelbrecltt. dm ihrer Sohn auf der Heine unterrichtete. . Kt das l.dent des Mädchens wirklich so aullernewolmlich. wie >ie sanen. so mul! der L'rauetiverein für ihre hmistlvriche Aiishildunn auch etwas Aullemewolmliehes uni". ..I >a wäre wohl das erste" saute l.neclhtcvlil. dal! ihr ein anderes Instrument und" t'unte ei bescheiden hinzu ..ein andeicr I elirei ceceben wurde, denn bei mir kann sie kaum mehr eiw >0 Jemen. I he leclnuk bewahret sh \\ n. durch ein Wunder in Jahresfrist, und was die iimsikahsJu. Auffassum; betrifft so bin ich Hnudlaucer der Kunst nicht imstamle. ein solches (ienie zu leiten". . I UI eile I ll'l' v sn|| 'si SIM w < I de I l I V\ illi . 'l Madame Ihieline. ..und weLlien lelitei ..laulu.11 Sie ..Sind w 11 nicht so chukheh" im I r .e Ibie s kt begeistert aus. ..den emlticn Meister den unscir ,» nennen: I udwie >pohr!" Madame Hndnm sann einen Aiuenhluk dann crullte sie freundlich den mneen ' Musiker, kliideti sich an und hccah sich in das ihrem Hanse .ml dein honusplatz beiiachba'r.te bescheidene i.utenhaus eben, das l.uilwic Spohr. der berühmte K<mipositciir und umibertreffliche Heim nspiele r. bewohnte, der Kurz zuvor als .Kapellmeister an die kiirfursth. he <lper berufen worden war. I he sdione und air.:e seliene I ran war mit der.-Hattiii >po|its. einer' Heft hellen Ilurienspieleriu. seit längerer /eit betietnuht l|ie edle, feimtebildcle Künstlerin bes.il! aiiüeideiii die Kunst, das herbe und unzimnudlehc Wesen ihres berühmten Hatten zu mildern. Ihrer I iitspiacln se lam.' es. dal! der -Meiste r sofort verspr.tsh. das Kind 'nnzuhoren. Wie keinchen aufuibelte. als Madame Uuduu ihr das neue Instrument von multiceui Wett sandte, so erschrak sic bei der Autforde rune. suli dem ei ollen Me istet vorzustellen kas,. licLIir n bat e'rinceud. sie begleiten zu dnrteii und einlioa^rwverspraclt sich von diesem Kontrast ehe sidivste Wirkinm Mas hochaitice'seliossene Kiml nn weilten Kleieklien. mit den e"ldbli»>den langen Zopten. za hilft ehe lanct n Wimpern senkeiiel V >>r dem bevor stehenden Hlnch. clicli einem I hnersehen Incel \\.th 1 eitel K’ ischekheii. in ihren a riincelbe n!>.'! e ineew ickelt. eien V lolmkasten Iinteim Xrm lind fortwährend mit dem kleinen Kopf« luVkeiid ein echtes niederländisches Hciirehilel bot \m I meuir.: ei es t rai teils aber blieb das Mutte ts lietl Hotz alles /ureeleiis stellen: sie waltete.' unter eleu Itamueu v e t steckt bis ehe I one v 011 eier Heute eles ...:e he iise. h teil Kindes" erklangen. Meister Spohr wai von eie in Klaviet. aut eiesse n halb's’eoftueteu I leckel ehe l’aititun semei 1 >pe 1 Her Alclivmist" aiilite-schl.nteu |.,e ehe ei etnsic korrigierte, uiilm stände u. eile I i.ult e te uelen zu he crillten, eine hohe, mächtige, volle- Hestalt mit e dh-n (lesichts/iice 11 und einer Stirn wie ehe eles lupite von (itriejoli Hie 'Storung in se-nte-t .\ihvit s. i,,ei ibm. unw illkiuumeti zu sein, das M.uh h>,, |.,s mit kliipfetielein Heizen vor dun st.mel. v-uieli--■(■. keines Iflicke v luelessmi hatte- I t.m >pohr das K la vier ceoffiiet ti: lel fteiiuelli I is t elahe tan eile K --d hei amte zo-ce-n. ''le enit nusli d. III . Noiet-he >' da heincbeii in den llamlen hieb, und bo' a. dl ih> .1. I-ec'L-ite rin au I Us hehiel ube 1 ehe W a111 tle S . hvv le rieetl Stuckes es wai ein >pol"'s,lies \ loltnl-.m •’ ze rt nickte Me eh r IUI e II V IItno-in zu za I» sinne II. He r Meistr hatte Iinb, n I Iau Ihieliiu nd eie in I e eie t sof., I'latz ccttonuiie-ti. uied da diese' hr lenster cec* uube rstaiiel. -.Inte h ehr ehr de- Wir bliicn alcfi beim Flnkauf unterer Inserate zu bedienen und sieb (iuf sie 3U beyle&en.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.