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Die jüdische Frau · 1925-05-05 · 1 (5.5.1925) · p. [Seite]

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Journal
Die jüdische Frau
Volume
1 (1925)
Issue
1 (5.5.1925)
Date
1925-05-05
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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I IIICEND UND ff WH iE. Von Heinz 1. e w v. Wie teder vvalircnu seiner >cliulzcit einen Lehrer hatte, den er »mi< liebte, so auch einen, den er bekämpfte. beides lieitt nur am Lehrer. I s dbt lini allere eitesten Sinne) keinen böseren Menschen für die hütend, als den (innerlich) alten Lehrer. f Miesen Lehrern call mein Kampf so mächtig. daN ich heiite. wenn ich auf meine Schulzeit zurückblicke, noch wütend werden kann, wenn ich an solch einen ..I'adaip>c'e»" denke. l ud gerade heute iimbte die Nachricht kommen. daN mein ehemaliger Direktor . ab<exam>'eii worden war". I nd dadurch ist die Schulzeit wieder so lebendiel in mir «evrorden. sinddie alten (leider nicht vergessenen) Lrinneruiu'en wieder so mächtiy in mir tmporKcsticiten. daN ich so herzlich, wie nie. die armen Kerle bedaure. die zum unc'ehebten Lehrer in die unbeliebte Schule' müssen. Lud wenn ich den liincen zurief: Kämpft -lcvlc» das Schulsystem, kämpft für euch und für die Kameraden. die nach euch kommen, so antworteten sie (doch ein weiiie zerknirscht): Wenn wir aus der Schule sind wollen wir kämpfe».»während der Schulzeit aber sind wir machtlos. I alscli! Auch die Schuljugend kann tiir sich kämpfen Sie lieb sich allerdings die uroUe Monlichke't lutbcheu: Sie wrleuenete ihren eignen (ieist lind stellte sich unreif, als die Schulcciiicindcerlasse »sw. kamen. I in Wec genommen, alle Webe' verschüttet? lubeiid siebt schon durch sich selbst, was is* stärker als die .lui'cmi? Itibeiid kämpft für sich: du reit sich. Lin I ulirer in jeder Klasse, einer, der versucht /um /usammeiischiuli zu streben. Nach einem Jahr, nach zwei Jahren: Die banzc Klasse: Lin Merz, und eine Seele. l’nd jetzt beginnt die Arbeit: Nichts wird dtirchbclassen an schlechten- -Schülermatcrial. Wer möbeln will, wird zu einem Schiller bebeteii. er wird mit ihm arbeiten und lernen. (Dies ein Lall für viele, die den Schüler betreffen.) L'nd beben den unberechten oder unfähibeti Lehrer bellt die banze Klasse vor. Was macht derl'irektor. wenn nicht ein einziger aus der Klasse fehlt, die ihm erzählt, was vor'befallen? Nichts. Lud dann macht sich die Schuljubcnd später mit uen l nterrichtsinethoden bekannt, mit "allem, was /um Schulbet rieb behort. um hier ihre Hebel anzusetzen. Sie trete dem Hund entschieclenerScluilreformer (l'roi. I’aul t Jestreich. Berlin - Lriedenau. Menzelstrabe I) bei und höre was Lrfahrene ihr zu saben haben. Wirklich. Iiibend braucht nur für ihre Ideale zu kämpfen, und sie wird immer den richtigen Web bellen und finden. l'nd sie muh tälib sein, damit sie es erlebt, wie I nkel und l renkel in d ie Schule bellen, die sie zu ihrer Zeit erstrebte. Die Frauen und die Reklame. Hu- Kchl.imc 1«utuIit 1 die I'i.üt tagtäglich in ifdfiu Urt. Schon /u tt.usf taugt cs .ui | i|f Zeitung bringt Inserate in I ulk-, hi den Straßen uti l dtu Halmen scnmcttert jedes frei« I Icckelicn sein Angebot heraus. \on überall tlrmi/t die Kekl.iine aul den Städter ein. Su i\t deshalb nlch* .illeni rille Angelegenheit der l ieschultslcutc. Mindern ganz gewiß auch i.iisere eigene. d.i die Ke klame j.i die M irktiug ti.dieii soll, der Mensche» an einer seiner ..schwachen Seilen" /u treffen und damit einen Kntsc IiIiiU hei vorzuruttn. all dem let/ten lindes' i in .nuleier < leid verdiene» will. In ihrem grüßte» I eil ist die Keklame' aul die Psvche de I ran ahgcstitiilnl. »eil diese sozusagen der Emkaufscllcf der I aitnlie ist und trfahruug.gemäß .null /alilreielie soll Herren I etmtigte Artikel I/. II Wasche! emk.inlt I he allein auf das. -u.aiiulkhf < »'schlecht losgcl.icsenc Keklame ist an der Zahl ccr Artikel gemessen. v erh.iltmsmallig gering. aber guautitativ ungeheuer groß. was man sieh uugclahr >>> /u erklären hat Her Malm lalil sich sehr leicht durch Keklame beeinflussen, »eil er lausend andere Ihrige im Kopie hat und ihm die Zeit lelilt. darüber n.ichzudenkctt. welches der »ohlfeilste Artikel lur ihn ist Anders bei der I ran Sie denk! ult w nchciilunv tibi r das. »js augcschaltt »erden soll, ».ich. meist hat sie i meji neuen Hut in iiedauken schon Imi1m.il gekauft. ehe su il n l.itschahch k.inll Hei ihr ist es Notwendigkeit. über Preise und I mkuulss erhaltnisvf eiirau unterrichtet /u sein. Per Spars.imkeilslneb. de' bei du I lau ui der Keitel starker als beim Alaun aiiseebildet ist. veranlaßt sie. .ml alle Ankündigungen gei.au /u achten Allmählich bekommt die t rau den richtigen llll.k lut etttstitetni mte und wirklich vorteilhafte- Angebote und »eilt laus.huniteu bereits an der Art der Autm.tchnng Zit ii kennen Mail kann sagen. d.ill hinter guahtattv enter Ke- Klaiue. die nie hl rin! reißerischen Ked.-nsarten irbeitet. zumeist lull reelle Angebote st.. Ken M ie soll suh nun die trau ccgc.imlur den vielen Auge- I ulen die die Keklaute veonittell. verhalten' Zunächst sei gesagt. dali es nichts schadet. »etm sie sich voll der Mimet »Icdetkfhtetiden K’iklain, für irgendeinen Artikel beeinflussen lallt. Penn nur die wirklich vtute Wate iindel auf die Dauer Kauter, und nur stetiger l ittsatz verschaffI die Mittel, dem Publikuin in lorilanienden Ankündigungen die Mare und deren Vorzüge vor Augen zu luhreti. Tur schlechte Ware würde sieh eine Keklame von längerer Dauer nicht lolmeit. weil der Verbraucher, deren Hesch.tiienlieil bald i.-rkeunt und sie dann prin- , ipiell nicht mehr kaufen wird. Die Keklame für einen mittder- '.vertigcn Artikel wurde also nutzlos verpuffen, woran der Erzeuger selbstverständlich kein Interesse hat. Die I rau hat es heu'e beim Einkauf leichter, die (Qualität einer Ware zu prüfen, als z. H. ihre UroUmuttcr vor 50 Jahren. Die meisten l .ibrik.iiiien bringen ihre für den Haushalt bestimmten Waren in einer testen Packung unter ihrer Marke in den Handel. Mit dieser Marke verbindet sich atlf'lirutld der Keklame und der eigenen Erfahrung allmählich eine bestimmte Vorstellung.' so daß die Hausfrau ohne Prutting der Ware nr die Marke zu fordern lut., Sie weiU dann sielter. daß sie nach il .rein Wunsch bedient wird. Die durch die Keklame immer wieder emgehammerte Marke garantiert für eine gleieltblei hende l.lnaht.it. volles <ic'vv,cht und reellen Preis. Wirkt nicht, so tragt manche f rau. diese oft bis ins ulirlose gehende Keklame verteuernd aui die Ware? Nein, im < icccntcil. gute Keklame wirkt uitts.itzsteigernd. und es is leicht cinziisYhcn.' datl sich ehe Herstellung größerer Warenmengen billiger stellt, »eil der Einkauf im großen zu besseren licdinguugcn et folgen k inn und die t nkosten sieh auf eine größere Anzahl erzeugter Artikel vcrtcilc'n. Ihe Keklame verbilligt also die Ware, und zwar tut sie es umsomehr, te erfolgreicher sie ist. Sehr oft druckt sich diese Verbilligt»» nielit m der Herabsetzung des Ptetscs. sondern durch die Ver- 1 esset ung der <.lualit.it he glcichblcibcndcm Preis aus. Man stellt also au den kur/cn Ausführungen, daß die vielgeschmähte Keklame litte volle Daseinsberechtigung hat. W etm oic I rauen d» r Keklame da < leltor schenken, wo sie gufe W arn v.e-r tritt, so haben sie es it. der Hand, den W arenmarkt rein- . »ballen von solchen W aren, durch deren Kauf die Erau um ihr gutes lield gebracht wird. . Walter Schmidt. 10

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