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Der israelitische Lehrer · 1871-01-01 · Nᵒ. 21. · p. Seite 164

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
11 (1871)
Issue
Nᵒ. 21.
Date
1871-01-01
Page
Seite 164 (sequence 4)
Language
German
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164 Schranken fielen, die noch zwischen ihnen und dm bevorrechtetcrm Chtistm bestandm, nahm'» die Kurzsichtigen Wunder, daß die Judm, trotz der Unterdrückung, un» insgeheim überflügelt hattm; al« sie vollbürtig in den Staat»organi«mu« eintratm, er« scheinm sie sofort vollständig bewaffnet wie Minerva au» der da» Gotteshaupt mtsprang. — Nein, aber weil sie unterdrückt wordm warm, warm sie gerü stet So bewies sich auf's Nme, was" die Weltgeschichte auf jeder Seit« lehrt, daß jegliche Unterdrückung zum Nachtheile de» Unterdrückers ausschlägt. Wer hmte einm Vergleich anstellt zwischm der Stellung, welche vor noch nicht zwei Jabren die Dmtschm im Concert der Nationm einnahmen, und der, welche sie heute inne habm, der kann bei genügender Kurzsichtigkeit sich cbmfalls wundern, wie der bi« dahin verachtete Dmtsche jetzt nicht nur mit dm andem Nationm gleichbcdeutmde Stellung beansprucht und erhält, sondem sogar in manchen Fällen bereits für sich Vorrechte in Anspruch neh« mm kann, die der Nachbar für sich zu verlangen schon nicht mehr die Kraft hat. TaS find die Folgm der Unterdrückung unter der die Dmtschm al« Nation durch Jahrhunderte hindurch zu leiden hatten. Die Geschichte der Judm und die Geschichte der Dmtschm habm — man lache nicht — mehr wie nur eine oberflächliche Ähnlichkeit." (Wir bestreitm die Prämisien, wie die Folgerungen und selbst die Jnterpunktton; wir wiffm, daß die Absicht keine freundliche ist, aber wir nehmm Akt von dm Zuge« ständnisien. ES liegt ein wmig Logik darin. Red.) CorrttpondenZen t£ ZeitunISimchnchtrii. Dsrwftadt, 18. Dec. Die hiesige Landes- und die Main-Zeitung bringm beide in Extra-Beilagm ans der Feder de« Rabbiners Dr. Landsberger eine schlagmde Entgegnung auf die der Augsburger Postzeitung entnommenen Verläumdungm der Judm oder des Judmchum« im „Starkmburger Botm". Sprache oder Inhalt befriedigm hier doch ganz anders, al» im Mainzer „Israelit". Lehmann wird sich Gewalt angethan habm, nicht zu fchimpfm. Aber dies ging doch einmal nicht — Christen gegenüber. Wo er aber nicht fchimpfm kann, gelingerr ihm auch die Artikel seiner Fede: nicht. ES ist traurig, daß derartige falsche Beschuldigungen immer noch widerlegt werden müffm. Aber wenn sie wiederholt laut werdm, darf man nicht schweigen. Der Stall ist zwar schon oft gmu; gereinigt wordm. Aber. Wir dürfen uns die Augias-Arbeit daher nicht verdrießm lassm, beson ders, whn, wie dieses Mal, das Rischus und Vorurthsjt-^ourch die kleine Preffe so getragen wird. Mit Rücksicht auf die Widerlegung daher auch weniger gelehrt und ausführlich sein braucken. Aber H r. Dr. L. wollte frühzeittg dm oder die geistlichen VolkSverführung treffen. Daher a deffen Apostrophe an die christlick Man sieht ebm, wie diese für Aufklärung und Liebe recht in's Volk das Volk hätte Urheber dieser ich am Schluffe m Amtsbrüder. Ihr Verfahren obwohl sie sonst chkeit, — denn I — hat mit Juden gar keidaß er es mit arbeiten im Weinberge de« Herrn, ist dieses Mal zugleich gar dumm, diplomatisch gescheidt sind. Sie wollen dm Schlag, der ihnm versetzt wird, nach mittelalterlicher Gewohnheit auf dm Juden ablenken, dm Prügelknaben abgab zur Ablenkung des gewcihtm und ungewcihten Zorns. Aber die wirkliche Staat»- gefährlichkeit der katholischen Geisti g um diese handelt es sich gegenwärt I der vorgeblichen und erdichteten der ' nm Zusammenhang. Dr. L. weiß, > der Geistlichkeit zu thun hat. Dauer findet auch! der „Talmudjude Rohling's" thcstweise seine Ab-! fertigung. Es wäre mehr darüber zu sagm gewei sen, wenn der Artikel nicht zu umfangreich geworden wäre. Aber Kroner'S Widerligung Rohling'^ ist nicht auSreichmd. Auch eignen sich TageSblätter^ wmn auch in fortgesetztm Artikeln, besser dazu, al». Brochüren, welche vom Lolke welier gekauft, noch gelesen werdm. Berlin. Der aus dem langm St 'eit zwischen dem Abgeordnetenhaus uud dem Cultusininister bekannte jüdische Oberlehrer an der Realshule zu Posm, Dr. Jutro sinski, ist nach dm fl ofener Zeitungen zum Director des von Herm Reic jmheim hier ge» gegründetm i»r. Waismhaufe» geoählt und diese Wahl vom Repräsmtantmcollegium gmehmigt wordm.

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