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Der israelitische Lehrer · 1871-01-01 · Nᵒ. 20. · p. Seite 155

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
11 (1871)
Issue
Nᵒ. 20.
Date
1871-01-01
Page
Seite 155 (sequence 3)
Language
German
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I — 155 — weiter geführt werden soll, zum Segen und Heile Vr Gesammtheit. Insbesondere aber die Aufgabe unserer Gesinnungsgenossen im Rabbiner- und Lehrcrstande ist es, dies Blatt zu verbreiten und sich dadurch als Träger des Lichts, als gefinnungStreue, entschiedene Freunde dcö Fortschritts zu bethätigrn. Sie mögen es sich angelegen fein lassen, daß in jeder freisinnigen, denkenden jüdischen Familie unsere Zeitschrift gehalten werde, die sich dann auch durch ihren Ton, ihre Haltung und ihren b i l l i g e n P r e i ü als geeignete jüdische Volkszcitung stets zu erkennen geben wird. Mit diesen Worten sei für das kommende Jahr unsere Zeitschrift der Gunst des Publikums warm enipfohlen. OLent Antwort an Herrn Dr. Israel Hildesheimer, Rabbiner bei „^äaa-Iisrakl" in Berlin. Gleichzeitig mit Ihrem „Offenen Brief" an mich an der Spitze der Nr. 46. der „Jüdischen Presse" empfing ich Nr. 48 der in Wien erscheinenden jüdischen Wochenschrift, die „Neuzeit," in welcher ich sofort den „Protest gegen den Aufruf zur jüdischen Kolonisation inPalästina" von Fr. Wachtel, GcrichtSreferendar, abgcdruckt aus dem „Magazin für die Literatur des Auslandes," wegen dessen Sie mich interpelliren, Nachlesen konnte. Sie stellen an mich die Frage: 1. Bekennt sich das Comite des Gemeindebun- ' des (soll heißen: „der geschästrführende Ausschuß des deutsch-israelitischen Gemeindetages") zu den sich durch den ganzen Artikel ziehenden Anschauungen? Hierauf antworte ich: Ich hatte und habe keinerlei Veranlassung, die Herren Mitglieder de« Ausschusses über diese Ange-! legenheit zu einer Sitzung einzuladen, noch dieselben | durch ein Rundschreiben zu befragen. Der Ausschuß! steht in keinerlei Beziehung zu den literarischen Arbeiten des genannten Herrn Gerichtsreferendars. Hiermit erledigt sich auch Ihre zweite Frage. Herr Wachtel lebte bi» vor Kurzem mehrere Monate! in Leipzig und ich allein trage alle Verantwortung! für sein Wirken zu Gunsten des Gemeindebundes, j so wie ich die Verantwortung für Ihre Wirksamkeit! für den Gcmeindebund trage, indem ich eben so Ihre wie seine Bereitwilligkeit für diese» allgemein als gemeinnützig anerkannte „Institut" dankend angenommen habe. Wenn Sie jedoch eine besonders „liirtc" Beziehung des Herrn Gerichtsreferendar Wachtel zum Gemeindebunde daraus herleiten, daß derselbe im Laufe des letzten Sommers in mehreren Gemeinden Süddcutschbinds „propagandistisch" für den Gemcindcbund geivirkt, so beruht dies auf einem Verkennen der Sachlage. Herr Wachtel machte eine Gcrichtsferien-Reise und erbot sich, in dm Städten, die er berührte, unentgeltlich für den Gcmeindebund zu wirken, wie Sie cs in mehreren Artikeln in dem „Israelit" und der „Jüdischen Presse" ebenfalls gethan und ebenfalls ganz unentgeltlich ans reiner Begeisterung für dm guten Zweck. Herr W. hat eine Brochüre: „Das Judmthum und seine Aufgaben im neum deutschen Reich" geschrieben und auf seine Kostm drucken lassen, in welcher er für den Gcmeindebund von seinem Standpunkte aus eintritt und hat sich ebensowenig dabei der Gen* sur de» Ausschusses oder meiner selbst unterworfen, wie Sie eü gethan haben würden, als Sie jenem ungarischen Rabbiner gegenüber für den Gemeindebund eintraten, indem Sie erklärten, für allgemeine humane Zwecke, wie sieder Gcmeindebund. anstrebt, darf.nicht nach dem speziellem Parteistandpunkte gefragt werden und dabei doch auch anderweitig AeußcvKaen thaten, die ich nicht vertreten möchtet ^- Mir, dem Vorsitzenden des gcschäftsführcnden Ausschusses, liegt die Pflicht ob, die Geschäfte so zu führen, daß der Gemcindebund in demselben Geiste gegründet werde, in welchem er von der Versammlung des Gemcindetagcs gedacht war, so lange eine berechtigte Majorität nicht andere Principien aufstellt. Nun hat aber der Gemcindctag am 2. Juli 1869 ohne Partei-Unterschied die Zeitungen: „die allgemeine Zeitung des Judcnthumß," „die Neuzeit," „Israelit" und „Israelitischen Lehrer," (die „Israelitische Wochenschrift" und „Jüdische Presse" bestanden damals noch nicht) als seine Organe der Presse gut geheißen und damit gekmnzeichnet, daß er nicht bloS allen Parteiungen gcgmüber nmtral fein, sondern über allen Parteim stehm will. Ein praktisches Vorbild und den Beweis der Durchführbarkeit dieser Art Association liefert die Alliance israelite universelle, bei der Niemand die leitmdm oder mitwirkmdm Persönlichkeiten nach „Bekmntniffm" zu inquirirm wagm wird. Und ich lehne auf da« Entschiedenste jede Zuredestellung über die Annahme der Mithilfe des Herrn Gerichtsreferm-

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