Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 11 (1871)
- Issue
- Nᵒ. 19.
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 149 (sequence 5)
- Language
- German
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149 Wir brauchen jedoch nur einen flüchtigen Blick auf die „statistische Zusammenstellung de« Gesammtverhältnisses der schulpflichtigen und schulbcsuchcnden Kinder" zu entwerfen, um mit Bedauern zu erfahren, daß e« in unserm Vaterlande ganze Komitate gibt, wo da« Feld der Erziehung bei unfern Glaubensgenossen noch ganz brach j liegt. Wir finden die« zumeist in den an Gali-; zien grenzenden Komitaten, und gerade an denje» : nigen Orten, wo sich die größte Oppo- , sition gegen die. Kongreßorganisation bemerkbar macht. Zur Erhärtung dieser Be- | hauptung mögen folgende authentische statistische Daten > dienen, die wir ebenfalls dem angeführten amtlichen Ausweise entnehmen. | Nachdem das Verhältniß der schulpflichtigen Kinder zur Seelenanzabl de« Landes wie 17 zu M0 steht, entsallen auf das I Mann irofer Komitat mit 26,000 isr. Einw. 4420 j Bereger " „ „ 21,000 „ „ 3500 j Zalacr „ „ 12,000 „ „ 2040 j Csongrüder „ .6,800 „ „ 1156 schulpflichtige Kinder; der Schulenbesuch in diesen Komitaten ist jedoch folgender: Es besuchen die j Schule von 4420 schulpfl. Kind, im Marmaroser Könnt. 19 Kinder ‘ 3500 „ „ „ Bereger „ 238 1156 ,. „ „ Csongrader ., 1021 2040 „ „ ,, Zalaer ,. 1485 Es besuchen daher in den nichtorganisirten Marl maroser und Bereger Komitaten kaum 21/2% der schulpflichtigen isr. Kinder die Schule — währenddem in den letztgenannten Komitaten, welche die Kongreßorganisation angenommen haben, 80% der schulpflichtigen Kinder den Sckuluntcrrickt genießen. In diesem statistisch nachgewiesenen Verhältnisse glauben wir einen neuen Beweis für die Nichtigkeit ' unserer Behauptung zu finden, daß die isr. Bürger! des Vaterlandes in ihrer Stellung zu den Kongreß-! statutcn von einander nicht nur in religiöser Beziehung, sondern auch in ihren K u l t u r b e st r e b u n g e n differiren, und daß die Leiter der Schomrchadath in ihrem mit seltener Energie .wider uns geführten Kampfe nicht von der, ihnen kaum faßbar hehren Idee der Glaubensfreiheit, "sondern nur durch den Umstand geleitet sind, daß sie in unseren Statuten die Kulturbestrebungen herausgefühlt und in der Beförderung des Unterrichtswesens den Untergang ihrer unumschränkten Herrschaft über die verblendete Menge erkannt haben. Wenn es so, einerseits durch Jrrcleitcn oder Jrrthum, andererseits aber durch JndifferentismuS gelingen konnte, unsere Organisation zu erschweren, iNsolangc man bei Durchführung der Gemeindeorganisation verblieb, so glauben wir bestimmt annehmen zu dürfen, daß wir in jedem beficrgcsinnten GlaubenSgenosien einen Verbündeten finden werden, indem wir uns anschicken, jene Schmach von uns zu entfernen, welche die ermähnten neuesten statistischen Angaben über unsere allgemeinen Unterrichtszustande Nachweisen. Wir erfahren nämlich aus diesem statistischen Ausweise, daß das Gcsammtver« hältniß der schulbesuchenden zu den schulpflichtigen Kindern bei den Evangelischen .... 64% bei den Katholiken ..... 55% bei den Unitariern.48% bei den Israeliten jedoch nur 42% ausmacht. Unter 100 isr. Kindern wird daher die Schule im Durchschnitt von 58 nickt besucht. Wenn wir auch zugeben, daß dieses höchst ungünstige Verhältniß zumeist daher rührt, daß unsere in den. oben angegebenen Grenzkomitaten wohnenden GlaubenSgenosien für die Erziehung ihrer Kinder keinen Sinn zu haben scheinen, so müsien wir c» dennoch für eine Ehrenpflicht erachten, unsere llntcrrichtüzustände denuaßcn zu regeln und zu heben, daß wir im nächsten statistischen Ausweise bereits den Plab einnehmen können, der uns vermöge unserer Opferwilligkcit und der immensen Höhe der Erzichungskosten gebührt. Wir müsien dies um so mehr init dem Aufgebote unserer ganzen Kraft durcbzusetzen suchen, als einerseits nur die Wenigsten eS sich angelegen sein lasien, die Kulturznstände einzelner Gegenden zu studiren, sondern ihr llrtheil auf das a'.'genleine, fiir uns sehr ungünstige Zahlenverhältniß bafiren; andererseits aber der obenangeführte Ministerialerlaß das llnterrichtSwesen ganz