Mannheim
Compact Memory

Der israelitische Lehrer · 1871-01-01 · Nᵒ. 18. · p. Seite 141

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
11 (1871)
Issue
Nᵒ. 18.
Date
1871-01-01
Page
Seite 141 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/4896751-5428704-5428758-5433897--3765-4899966
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

I — 141 — Hrv. Dr. G. aufzutreten? „Wer kennt Salvendi", so fragt mit Recht H. Profeffor Fürst in Leipzig in Nr. 11 des „Synodalblattes", „vier kennt diesen Ritter der hl. Orthodoxie, den Heißsporn von der traurigen Gestalt?" Ein junger, fremder Mensch, der nicht studirt hat, der selbst, wie man allgeniein sagt, und H. Prof. Fürst ebenfalls bemerkt, auch im jüdisch-theologischen Fach — etwas schr „schwach" ist; der sich in den Helligenschein bei dem Volke hüllt, dadurch, daß er jedem veralteten Brauch da» Wort redet, aber selbst nur „hält", was er — nicht laufen läßt; der jedem religiösen Fortschrttt, soweit er, — bei seinem übrigens fast zur Null herabgesunkencn Ein stütz, — nur immer vermag, hindernd im Weg zu treten sucht, der sich stets als Feind aller Reformfreundc gerirt, nichtsdestoweniger aber bei seiner Bewerbung um die Pfälzer Stelle bei H. Dr. A. in B., damals in M.>), um Empfehlung bettelte und sich sogar auf einen andern Reformer L. in D.<i) 2) berief, das ist die Person des .hl. Salvendi, wie er leibt und lebt. Es ist derselbe, der selbst in unserer Pfalz sich durchaus nicht als den strengen „Gesetzestreuen", der doch vor Allem jeden Paragraphen des „Schulchan Aruch" erfüllen muß, bewährt hat. So ist es bezüglich feiner gerühmten Schulchan« Aruch-Treue bekannt, daß er mit seiner Schwägerin am Rösch Haschanah auf dem Ball war; daß er am Sabbath von Sausenheim nach Grünstadt und von da nach Kirchhcim an der Eck geht, dabei seine Reisetasche von einem Christen tragen läßt und seinen Mantel und Schirm selbst trägt re. re. Ist das, so möchten wir fragen, für einen solchen strengen „Schulchan-Aruch-Mann", wofür sich S. ausgibt, erlaubt? und gründet sich vielleicht darauf der unzweideutige Ruf, den sich H. Sin seinem Leiborgan, dem jüdischen Volksboten, genannt: .Lsraelit" mit naiver Bescheidenheit selbst vindizir!? i) Die betreffenden Namen stehen H. 3. auf Verlangen jeder Zeit zu Diensten. *) Auf eine in Wirklichkeit gestellte Anfrage d«S H A. an L. erwiderte Letzterer: „daß er die Finger davon laff», denn H. 3. fei ein — Am Haarez. Nun, an das „u n" glaubt das Volk einmal nicht, wohl aber um so mehr an die-,-! Ein solcher Mensch nun wagt es, als „Gensdann Gottes", wie ihn Dr. Fürst treffend bezeichnet, gegen nnsern verehrten Dr. Grünebaum, der nebenbei gesagt, und abgesehen von allem andern länger im Dienste, al» S. alt ist, dm Hochgelehrten, dm tzeiligm, dm vorgesctztm Bischof zu spielen, ihn in Bann zu thun und der Vomahme religiöser Funktionen für unwürdig zu erklärm?! Solche» Gebahrm muß im Interesse der Wahrheit und der Ehrlichkeit mit aller ) Entschiedmheit zurückgewiesen werdm. Wir glauben nicht, daß irgend Einer dasselbe wird vertheidigen > wollen, ja wir wagen zu hoffm, daß Kgl. Regierung d. Pf. noch in ganz anderer Weise, als es in dem hohen Erlasse v. 14. August d.J. geschah, den Mmschm, der da» friedliche Gemcindelebm der Pfalz zu unter« wühlen droht, unschädlich machen wird. Nur noch eine Bemerkung schließlich: Wenn bei den schamlosm und gchässigm Angriffen des H. vr. Salvendi L Cie. gegen die Thcilnchmcr der Synode und ins» besondcre gegm H. Dr. G. die Absicht obwaltete, das Ansehen des letzteren in seinem Bezirke zu schädigm, so kann Einsender nach gewonnener Ueberzeugung nlit besonderer Genugthnung constatirm, daß diese Absicht total fehlgcschlagm und H. Dr. Grünebaum sich de» Vertrauens seines Bezirkes, wmige neuorthodoxe Ausnahmen abgerechnet, nach wie vor erfreut, ja vielleicht in noch höherem Maße genießt, seitdem er gerade ^durch die The.ilnahme an der Augsburger „Synode" das löbliche Streben bekundete, die Religion des „JudmthumS", unbeschadet der Fundamcntalgrundsätze derselben, von veralteten, unhaltbaren, mit dem Geiste der Zeit nicht mehr vereinbarm Institutionen zu reinigm, um dm Kem des Judcnthums zu erhalten, zu kräftigen und zur gedeihlichm Fortentwickelung zu bringen. - W. Aus dm sächsischen Herzogtbümern, im Nov. 1871. Die RabbinatSwahl im Großherzogthume Weimar ist vor einiger Zeit erfolgt. Ein Orthodoxe vom reinsten Wasser, Dr. Koref au» Halberstadt, hat von Seitm der wählenden Geineindcvcrtrctcr dm Sieg davon getragen. Selbst der Kandidat mit dem „eisemm

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.