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Der israelitische Lehrer · 1871-01-01 · Nᵒ. 18. · p. Seite 140

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
11 (1871)
Issue
Nᵒ. 18.
Date
1871-01-01
Page
Seite 140 (sequence 4)
Language
German
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140 Au« der südlichen Pfilz, 26. Oct. entnehmen wir dem Pf. K. folgende 2 Artikel: (Durch unliebe Umstände verspätet.) Leider müssen wir dem Leser wieder den Hrn. Dr. Salvendi vorführen. Ein Herr aü« Jngenheim wollte fichim Rabbinat-bezirke Frankenthal trauen lassen und wendete sich deshalb an Hrn. Rabbiner Salvendi. Derselbe verlangte, wie dies! Vorschrift, in seiner zusagenden Rückantwort eine | Dimissionale von Hrn. Dr. Grünbaum in Landau, fügte jedoch seinem Schreiben Bemerkungen bei, die nicht todtgcschwiegen werden dürfen. Hr. Dr. Grüne« bäum wird in diesen! an einen Laien gerichteten Briefe für unwürdig und unfähig erklärt, religiöse : Funktionen vornehmen zu können, da er von 130 j der angesehensten Rabbiner in den Bann gethan sei. , Also auch hier Excommunication!! Eine herrliche Eopie de« Jesuitismu«, ausgcführt von Bamberger, ei-äevant Eisenhändler, Polen, Ungarn und dem eingewandertcn Hrn. Dr. Salvendi. Wahrlich cs fehlte in unserer schönen Pfalz auch noch dieses Gift, um denn endlich Alles zu zerstören! Wollen denn keine Männer an die Spitze der Bewegung treten, um auch da zu läutern, wo es eben so nothwendig, wie im Muckerthum und Jesuitismus? Zeit hierzu wäre es wohl! Hierauf erschien nachfolgender Artikel: Landau, 9. Rov. Von Hrn. Bezirksrabbiner Dr. Grünebaum geht uns die nachstehende Erklärung zu: I» Ihrem geschätzten Blatte vom 6. d«. lese ich eine Eorrespondenz, aus der südlichen Pfalz, worin eine« Briefe- Erwähnung geschieht,, durch welchen Herr Rabbiner Salvendi in Dürkheim nach meinem Bezirke schrieb, ich sei von 130 der „angesehensten" Rabbiner in den Bann gethan und zur Voniahme religiöser Functionen unfähig und unwürdig erklärt. Ein Grund für diese „Erklärung" ist weiter nicht angegeben. Man könnte daher Wunder meinen, welches Verbrechen oder welcher Unsittlichkcit oder Jrreligiöfität ich mich schuldig gemacht habe. Dies veranlaßt mich zu der Erklärung, daß mein ganzes Verbrechen, dessen auch Herr S. Erwähnung gethan haben soll, darin besteht, daß ich der israelitisch«» Synode in Augsburg im Juli d. I. angewohnt habe. Daß aber die Beschlüsse dieser Synode auch mit dem jüdischen Gesetze nicht in Widerspruch stehen, da« wird Jeder zugeben, der sie kennt, mit Ausnahme allerdings der in der Regel theologisch eben so wie wissenschaftlich ignoranten Neuorthodoxen. Alles was über die Beschlüsse dieser Synode ohne Zweifel auch von dieser Seite in der Pfalz verbreitet wurde, ist einfach Lüge. Ebenso unwahr ist die Behauptung Salvendi's von der „Erklärung" gegen mich. Wir wollen nicht davon reden, daß e« die „angesehensten" Rabbiner seien. Wer diese Herren und ihre Stellungen kennt, wird sich bei den meisten derselben bei einer solchen Bezeichnung des Lach«lS nicht erwehren können. Aber die ganze, schon Anfangs 1870 erlassene „Erklärung" geschah wegen eine« Vorkommnisse« in Betreff der mosaischen Ehegesetze, welches bei den Männern de« Fortschritts ebenso wie bei den wahren Orthodoxen Entrüstung hervorrjcf, was freilich Hr. Salvendi und.der ihm gleich« oder nicht viel über ihm stehende Troß, der Alle» unterschreibt, was ihm von gewisser Seite vorgelegt wird, nicht verstanden zu haben scheint. Sein Anathcm gegen die Synode in Augsburg und ihre Mitglieder würden sicher Viele, welche zu jener „Erklärung" ihre Ramen hcrgaben, und nicht die schlechtesten, nicht unterschreiben. E« ist nur zu bedauern, daß solche maulwurfsartige Wühlereien auch in unsere friedlichen pfälzischen Gemeinden die Brandfackel der Zwietracht zu schleudern und die grauenhaften Zustände hcrbeizuführen drohen, welche die „Gesetzestreuen" (Schomre-Hadath-Vereinler) in Ungarn geschaffenhaben, wo sie es bewirkten, daß an den» jüngsten Neujahrs- und Versöhnungsfeste in einer Gemeinde der Stuhlrichter die religiösen Functionen vcrtheilte und Panduren die Gcmeindeglieder in der S y n a g o g e vor blutigem Zusammenstoß bewahren mußten. Mit Bezug hierauf erhalten mir ferner folgende Mittheilung: Aus dem Bezirk Landau. Der Entrüstung gegenüber, mit welcher das Gebühren S al« vendi's gegen den allverehrten Hrn. Dr. Grünebaum jeden ehrlichen Menschen erfüllt, erscheint eine Erklärung de« letzteren in Nr. 265 des „Pfälzer Kurier" durchaus zu zahm und ungenügend. Mau hat ermattet, daß er solch' frechem.Thun gegenüber ganz ander« auftrcten werde. Worauf stützt sich dieser H. Salvendi, daß er sich erkühnt, so gegen

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