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Der israelitische Lehrer · 1871-01-01 · Nᵒ. 17. · p. Seite 135

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
11 (1871)
Issue
Nᵒ. 17.
Date
1871-01-01
Page
Seite 135 (sequence 7)
Language
German
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135 Diese- Central-Comite besteht aus folgenden Herren: Dr. Felsenthal, Präsident; I. Lederer, Kassier; K. Herter, Sekretär; L.J. Unna, B. H. Seligmann, I. Ohnstein und A. P. Levy, Direktoren. £ r«i 11 c t o n. Lustschlösser. Alte Geschichten von I. (Fortsetzung.) Der Winter war gekommen. Trüb und schwer lag die Luft auf dem Lande und auch die Gemüther mancher Menschen zogen sich vor dem nahenden Winter zusammen; und doch bietet diese Zeit dem menschlichen Herzen, das lieben und geliebt sein will, so viel, Andere und dadurch auch sich selbst zu erheben und zu beglücken. Es war am ersten Abend eines der gemütlichsten jüdischen Feste, des Licht- und WeihefesteS. Lehfeld stand an dein Fenster seines kleinen Zimmers, hinausschauend in die trübe sinstere Nacht, in der kein Sternenlicht leuchtete am ganzen Himmel. Fast so trüb und finster sah e4 auch in seinem Herzen aus. Fast zwei Jahre war er jetzt im Orte und doch konnte er nicht sagen, daß er hier heimisch geworden. Eine Hoffnung nach der anderen hatte er begraben. Es war nicht mehr die Rede von den Luftschlöffern, die das Jugendlebcn so frisch und glänzend machen, weil es seine Träume mit diesen blumen- und golddurchwirkten Gestalten der Zukunft verwebt; es waren berechtigte Hoffnungen, die fast ForderungeN sind, die jeder natur- und geisteskräftige Mensch sich erhalten muß, will er die Spannkraft des Geistes erhalten zu gesegnetem Wirken im schwe-! ren Berufe, — die Lehfeld vernichtet sah. Er dachte I zurück an die liebende Mutier, deren einzige Hoffnung er war! Wie hatte er sich gefteut, in seinem Berufe > eine sie beglückende Thätigkeit zu entfalten, sich eine ] sorgenfreie Stellung und Achtung zu verschaffen i und sie dann in seinem Hause schalten und walten zu sehen, ihr die Früchte seines Schweißes in den Schooß zu legen; und jetzt — er konnte sie nicht zu sich nehmen; er konnte kaum einige Gulden erschwingen, um ihr, die in befferen Tagen Alles für seine Ausbildung gethan hatte, das traurig schwere, einsame Alter zu erleichtern. Er batte auf 1 Anerkennung, Freunde, auf das frohe Bewußtsein gerechnet , das ein sichtbar gesegnetes, nach allen Seilen fruchtbares Wirken bringt — und er stand fast einsam in seiner Gemeinde, mit seinem Denken j und Streben; nur Wenige erkannten, was er seiner Gemeinde sein und werden wollte; mehrercmale waren ' ihm Schlingen gelegt worden, um seine Rechtgläubigkeit, sein religiöses Handeln anzuschwärzen; er war verdächtigt und er fühlte die Hände, die das Gespinnst der Ver- ' leumdung um ihn zogen, seit sPesach — langsam und; sicher; und er konnte das Gewebe nicht zerreißen; nur ' seine Kinder hielten treu zu ihm; aber mit der Anerkennung wurde ihm auch das frohe Bewußtsein ' geraubt; er glaubte die Quelle der Nichtbefriedigung; in sich zu finden; er hielt sich für schwach und unj fähig, unbedeutend.Er blickte um sich; das; letzte Ausstackern des schwachen EhanukkalichteS web! vor seiner Phantasie Gestalten der Vergangenheit mit Bildern der Gegenwart zusammen, verschiedene Ge- I stallen, Veilchen. Ta hörte er eine geräuschvolle Gesellschaft sich : seiner Wohnung nähern; vor seinem Fenster machten ’ sie Halt. | „Ob er eine Ehanukkalicht angezündet hat/ hörte! er eine Stimme fragen. i „Warum nicht? Das ist klein, das kostet wenig! und wirft doch auch ein wenig Schein. Er spart sein eigen Licht dabei/ „Gr wird singen/ sagte August Allmann, „und wißt Ihr, wie?"

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