Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 11 (1871)
- Issue
- Nᵒ. 17.
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 132 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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132 gebildet genug, um auch für die profanen Unterrichtsgegenstände etwas Tüchtiges zu verlangen; und daß endlich viele nichtorthodoxe Israeliten ihre Kinder in christliche Anstalten schicken, und dadurch die Frequenz der Gemeindeanstalt schmälern. Wann wird die Zeit kommen, in welchen ein allen Ansprüchen entsprechendes Schulwesen dem Judenthume und der allgemeinen Bildung in gleicher Weise gerecht wird? Lorrtspondkn^tn & ZtitungsnstchriMtn. Berlin, 13. Nov. Bon dem Vorstände der israelitischen Gemeinde ist folgende Ansprache erschienen: „An die geehrten Mitglieder der hiesigen jüdischen Gemeinde. Bor wenigen Wochen war es uns vergönnt, bei der Feier des zweihundertjährigcn Bestandes unserer Gemeinde auf dereil mächtiges und gedeihliches Wachsthum, auf deren bedeutsame geistige und hunianitäre! Wirksamkeit einen erhebenden Rückblick zu werfen. I Wir find sicherlich Alle Dessen inne geworden, daß die hohe Bedeuiung, zu welcher unsere Gemeinde gelangt ist, nicht blos durch die Gunst der Dcrhältnisie erreicht, sondern durch ernste Geistesarbeit errungen worden ist. Unterdessen hat unser engeres Preußisches Vaterland seinen Perus, der kraftvolle und zugleich geistige Träger des deutschen Gesammtvatcrlandes zu sein, immer mehr erfüllt und geht rüstig voran in der Erkenntniß dieser seiner weltgeschichtlichen Ausgabe. Berlin ist bereits zum Mittelpunkre Deutschlands geworden und tritt mit Bewußtsein und in erhöhter Anstrengung den Gang an, nicht nur die würdige Hauptstadt eines Landes von solcher Machtfülle zu sein, sondern auch voranzuschreiten in aller fördernden GeisteseNtwickelung. Auch unsere Gemeinde erkennt die Pflicht, welche ihr ihre Stellung innerhalb ihres Schmestcrgemcinden auferlegt; sie will nicht blos voranstchen durch Umfang und Mittel, sondern durch Geistesthaten, ' sie will durch gemeinnützige Werke ihre hervorragende Stellung bewahren und weiter begründen, > durch gemeinsame rege Betheiligung ihr eigenes l Gemeindcleben fördern und ein gesundes Geistesleben weithin wecken. Sie will und soll der j Aufgabe eine „Mutterstadt in Israel" zu sein,! näher tret.n. Der Wunsch, welchen wir bei der Einladung zur zwcihundertjäbrigen Feier aussprachen: „daß die Geisteskämpfe und Errungenschaften der Vergangenheit ein Antrieb sein mögen zu einem thatkräftigen Schaffen und Wirken der Gegenwart," diestr Wunsch tritt bei der bevorstehenden Neuwahl der Repräsentanten als Mahnung an unsere geehrten Gemeinde-Mitglieder. In ihre Hand ist es gelegt, daß die edlen Güter, welche durch dm einheitlichm Verband, durch regen Gemeinsinn crworbm wurden, erhalten und durch gedeihliche Fortentwickelung in ihrem Werthc erhöht werden, daß nicht eine schlaffe Sclbstsicherheit Platz greife, welche zersetzenden und auflösenden Elemmten eine verderbliche Einwirkung möglich mache. Somit halten wir es, indem wir den geehrten Gcmcindt'-Mitgliedern hierbei Einladung und Stimmzettel zu der am 30. d. Mts. stattfindenden Repräsentantenmahl übersenden, auch diesmal für dringend geboten, auf die nicht zu unters ch ätz ende Wichtigkeit des Wahlactcs Hinz »weisen, und eine recht rege Bethciligung andemsclben angelegentlichst zu empfehlen. Berlin^ am l. Nov. 1871. (Folgen die Unterschriften der Mitglieder des Vorstandes.) Berlin. Der landwirthfchaftliche Verein hat die Mittel in Erwägung gezogen, welche beim Vieh am besten der Fleisch- und Milchbereitung zugleich dienen. Der bekännte Zwickauer des Kladdaradatsch macht dies vom jüdisch-religiösm Standpunkte lächerlich, indem die Berührung von Milch und Fleisch rituell verboten sei. Auffallend, da das Blatt in jüdischen Händen ist;