Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 11 (1871)
- Issue
- Nᵒ. 15.
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 115 (sequence 3)
- Language
- German
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ße dem Geiste leichter faßlich, angenehmer und ge- ' und fipren. sich ' ihm tiefer. Auch mW die da» 'Gemuth emWnHich^. uUd Veit Wimm gediKr für die rellMen Ideen.' Denn '«tun die M-im blumige» Hewayde^des Attmuchigen und LiÄWai den Mc^chew fuhmchek, dann erst lauschen sie irr Sudacht ihMWorten "und" öffnen ihr Gcvfüth Een Lehren. Wie'dÄ -farbige Regenbogen in'der Mythe.'so D die Schönheit der Formen, die' Kunst, die Blxücke zwischen Himmel und Erbe, die Vermittlerin Msthen Gott und den Menschen *) II. aber ist der 'Küttus eine specielle Bethätigung der relig. Idee, das religiöse Gefühlsleben tonnnt nämlich hier zu seinem Rechte." ' Am Strudel der weltlichen Geschäfte, in einer werttagigen Umgebung und Stimmung erhebt der Mensch nicht leicht seinen Blick in die ideale Sphäre, um Geist und'Gemüth zu erfteuen, und die mannigfachen Störungen des Gefühlslebens zu heben dnrch entsprechende Ideen. Dieser Zweck, (der gewöhnlich von denen, die über den EultnS schreiben, allein hervvrgchobcn wird, Imr aber dem andern keineswegs subordinirt ist) wird in« Cultus ebenfalls erreicht dnrch das bei Punkt I. sud Kt. a. b. c. angegebene. Besonders aber geschieht dies durch das Gebet. Gibt die Seele im profanen Leben der gehobenen Slimmung durch lyrische Ergüsse den rechten Ansdruck, so geschieht dies im Cultus durch das Beziehen der Stimmung auf die Gottheit und den Dialog mit demselben.J) Wo Gebet, Opfer. oder sonstige Handlungen als 2) Vergleiche die scköne Rhapsodie Schiller«: „An die Künstler." 3) Auf einem besonderen Blate fand sich folgende Rotti;: „3m Gebet, oder in der Andacht erhebt sich der Geist in die Sphäre der Vernunftideen. Und zwar will er darin theilr neu« Weisheit schöpfen, «der schon Gewußte« klarer anschauen — als» ein intellektuelle» Bedürfniß befriedigen — »der er will «in Gemüth»b«dürfniß befriedigen, indem er einer Stimmung Ausdruck geben, »der ein« Luft der Seele bewirken will — oder endlich er will seinen Willen beeinflussen, dureb Vor- und Grundsätze ihn in der Tugend bestärken, oder fromme Gefühle und Gesinnungen in« Herz pflanzen. So ergibt sich für da« Gebet folgende DreitheÜung: 1. didaktische Gebete (fromme Betrachtungen, oder Vorlesungen) 2. Herzen«- gebetc. 3. moralische Gebete. Ziffer 2 zerfällt wieder in mehreren Classen. ». lyrische Gebete, welche eine feierliche Stimmung erzeugen, oder zum Ausdruck bringen und zwar »»eine Stimmung, dir ihren Grund lediglich in der Betrachtung hat (Preiö-Lobgebete) 3. eine Stimmung, die au« der momentanen Gemüthkdi«pofiti»n entspringt, sn'« eine traurige oder freudige. (Hieber gehören besonder« dir Dankgebete.) Gebete der Erhebung. Der Mensch will eine Unlust vcrsch»ch«n (Trostgebete,) Hoffnung schöpfen, eine» Wunsch aursprechen. Wird de« Gebet« eine schicksal-bewegende Kraft beigelegt, so kann man noch die 4. Klaffe annehmen: Die Bittgebete.» A. d. Herausgeber«. religiöse Pflicht gegen die Gottheit gehalten wurde, oder wird, rft dann der Cultus noch eine wettere specielle B»- chätigung der rel. Idee, indem sich der Mensch der einen rAiglösen Pflicht entledige» will? die- Hlmdlungen.- die eine "Gunst von der Gottheit' «fielen sollen, find-die», insofern sie Mittel an dir Hand gibt, föne Zweckrzu erreichen auf nicht empirischem-W^e. - ' •" Der Cultus mm mutz «ine solche Form haben, daß er dieser Idee entspricht: diese Zwecke realifirt, und zMr objertiv und subjectip. d. h. er muh den Menschen, der voll Verlangen hintritt, finden lafien, was er sucht — und er muß den, der mit leerem- Herzen hingcht, dazu anregen. er muß eine unwiderstehliche Wirkung aur ihn ausüben, in die relig. Free sich zu versenken und der Idee des Cultus zu genügen. O ppel n, 30. Oct. S chrift-Worlesung. Bon Tr. Wiener, 2. Artikel. (Bergt. Nr. 6.) Wie die Synode sich von der Rabbinerversammlung schoil durch ihre äußere Zusammensetzung unterscheidet, indem in ihr Rabbiner mit Männern des praktischen Lebens vereinigt sind, so sollte das Synodalblatt unseres Dafürhaltens neben theologischen Erörterungen vorzugsweise solche religiöse Fragen, die in'S praktische religiöse Leben ciugreiscn, sogenannte brennende Fragen und dazu gehört der öffentliche Gottesdienst, — besprechen. In Nr. 6 habe ich dw Hoffnung aussprochen, daß in uu'crer Synagoge Sabbat Bcreschith der dreijährige Tdora- Cvclns eingcführt werde: dies ist min gcscheben. - Was ist damit gewonnen 1 Kürzung des Gottesdienstes, Zeiteriparniß allein, zumal da, wo derselbe nicht allzusehr ausgedehnt ist, wäre kein hinreichendes Motiv für diese, wenn auch nicht wirklich neue, aber' doch liumerhin erneuerte, also als Neuerung erscheinende Institution. Aber diese Kürzung hat schon durch ihre negative Seite einen nicht zu unterschätzenden Werth: sie trägt viel bei zur Beseitigung von . Unordnung, Audachtlosigkeit, Plauderei. So schlimnt cs in den meisten Synagogen auch sonst mit der Liturgie beschaffen ist, möge Berftänduiß der hebräischen Gcbetstücke vortianden. oddr wie es tu Wirtlichkeit leider der Fall ist, meist nicht vorhanden sein, immerhin beten doch die Anwesenden, mit oder leiderohne Andacht, ans dem Gebetbrichc oder auswendig. Wie steht eS aber mit der Vorlesung aus der Thora? In lehr vielen Gemeinden versteht der ver schwindend kleinste