Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 11 (1871)
- Issue
- Nᵒ. 15.
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 114 (sequence 2)
- Language
- German
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114 schwinden; will die Form ewig bleiben, so muß die Idee verkümmern und absterben. Auch das erschwer!-bedenkend den Kampfvmit dem gSmmlichen JudenWchu-, Haß^tzas rabtz. - ervretattonen noch immer zwischen den feilen der' ra liest. Darum deucht .mich's gut, daß in Israel der Pentateuch verbreitet werde «it einem guten, populär abgefaßten Commentar versehen, der namentlich die legislativen Stelle« Lentlich, durchsichtig und erschöpfend behandelt, die natürliche Deutung der Gesetze und ihre richtige Auffassung der rabbinischen cntgegenstcllt und die Verkehrtheit der Letzteren ins rechte Licht setzt. Die Einleitung dieses Werkes müßte eine kurze, leichtfaßliche, populäre Geschichte des Entstehens nnd der Entwicklung des Judenthums cnchalten, sowie die wichtigsten Resultate der Kritik. O, daß die Verhältnisse, in welche mich Gott gefteöt hat, es mir unmöglich machten, solches zu vollbringen, die Lanze einzulegcn für die reine Religion Israels und den heiligen Kampf gegen das rabb. Judenthuni mit offenem Vifir zn führen.1) Lo« Cultus überhaupt und vo« jüdische» iaSbesoudere. 15. K»pitel. M. S-, wenn unser Gottesdicust wenig entspricht und die Synagogen so wenig besucht lverden und die Andacht aus denselben fast entstoheu ist, so stimme nicht ein in das Lamento abcrJndiffrrentismus und religiöse Laubeil. Nicht an der Maffc liegt der Fehler, nicht mangelt der religiöse Sinn den Nachkoinmen Abrahams — sondern der Fehler liegt am Cultus selbst, in deffen mangelhafter Einrichtung: denn von ddr Idee des Culttis ist der unsrigc noch weit, sehr weit entfernt. Was ist die Idee der Cultus? Ich habe noch nichts Erschöpfendes hierüber gelegen und will dir meine Ansicht über den Cultus mit möglichst philosophischer Gründlichkeit und möglichst populären Wotten auseinandersctzen.- Bei dem Cultus kommt in Bcttacht: die Idee und die Fon» des Cultus. Der öffentliche und der Privatkultus (als Morgen- und Abendgebet, Tischgebet). Der stehende und der casuelle Cultus (als Geburt. Austritt aus der Schule, Trauung. Stcrbefälle.) Die Cultuszciten (Fest- und Feiertage, die Zeiten des öffenlichcn, genicin- 1) Schade, daß R. Joseph dir Leipriger und Ang»burger Sp»»dal»«rfa»»l»»a nicht erlebte; hatte fie auch nicht $««| seine» radikalen Ansichten entsprochen, so hätte er rn der Synode dochjedenfall» ei» Institut frendig hegrütt, durch rvelche« die Xealifirunz seiner Ideen am ehesten;u Stande zn kommen scheint. Ä. d. Heraudgeder«. samen Cultus!) Die Cultusliteratur, (Die clasfich-poetischen Schriften, in denen der echischc Geist verherrlicht wird und^iim Ausdruck kommt; di^chr poetischen Gestaltung imdiaiöjen Geftihleuyd SttMMgen dienen. — die Asbck -A,.D»ÄegeW»d ^Mer Erörterung ist die Der utft die Fon» iw Tultuvnd zwar des stehenden, öffentlichen. Die Idee de- Cultus muß als eine zweifache bestimmt «erden: I. ist der Begriff des Cultus so weit, als der Begriff der Religion und er repräsentitt dieselbe in ihrem ganzen Umfange. Denn die Religion, als einer Summe von Ideen, bedarf einer Institution, wenn diese Ideen lebendig eingreifen sollen in das Leben der Menschen, ihr Thun uud Lassen regeln und ihr Leben verschönern sollen; denn: a. die religiösen Ideen, welche von der Sttömnng der Tazesgcdanken- und Geschäften in den Hintergrund der Geister gedrängt werden, sollen im Cultus dem Geiste »icber vergegenwärtigt werden uird lebendig und frisch vor die Seele treten, in ihr sich fixiren, um im Leben realfirt zu «erden. b. Sollen die religiösen Ideen hier gelehrt, der religiöse Unterricht fortgesetzt und supplirt werden Denn (abgesehen davon, daß das Gebiet der religiösen Ideen ein unendliches ist), die Ideen, die blos als Keim in den Geist der Kinder sind gesäet worden, die dort sich cmbrvonal vorfinden, müssen späterhin erst aufgehen, sich entwickeln und cutsalten, mit immer neuem Lichte beleuchtet und mit dem Leven verwebt werden. Deßgleichen'müssen die Zweite! "^egen die religiösen Ideen, die im Lebe» so oft ihr Schlanzenhaupt erheben, beschwichtiget und unterdrückt werden. -c. ferner sollen besondersdiejenigen Ideen, die der Zeit, de» Vcrhältninen der Gemeinde und des Individuums besonders angemessen nnd nothwendig sind, dem Geiste vorgehaltcn und mit der Gegenwart in Beziehung gesetzt «erden. <i. endlich sollen hier die religiösen Ideen gefällig, plausibel gemacht werden. Diese Zwecke werden im Cultus erreicht a. durch das Individuum selbst, das hier, in feierlicher Lokalität und Sttmmung. in Gemeinschaft mit Anderen, aus der Sphäre des Alltagslebens sich erhebt in die Region der rel. Ideen und diesen Ausdruck gibt, oder solche anregt, im Gebete. b. durch das Wort eines oder mehrerer hiezu besonders befähigten Individuen, die Geistlichen. v. endlich und hauptsächlich durch die Kunst. Indem die rel. Ideen im Gewand« der Kunst sich darstcklen und durch fie verherrlicht werden, (durch die bildenden Künste (?) sowohl als auch durch die Poesie, Rhetorik. Musik und symbolische Handlungen, — welchen letzteren ich übrigens das Wort nicht rede» möchte, — (?)