Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 11 (1871)
- Issue
- Nᵒ. 13.
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 101 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/4896751-5428704-5428758-5433887--3720-4899926- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
101 sein Wasser an den großen Behälter abgebrn; wir sanken Wasser in Gleichhöhe mit dem ersten Brunnen. Sobald er vollendet ist, laste ich einen dritten und dann einen vierten anfangen, auf beiden Seiten dezweiten Hofes, auf halbem Wege zwischen den beiden Brunnen der Are. Ich fahre mit dem Ankäufe unseres Bedarfs an Stroh und Gerste fort; es wird ganz gewiß rin Steigen der Preise stattfinden, je weiter wir uns von der Erntezeit entfernen. Eben so werde ich Vorrath von jftxll kaufen und ihn, wie vergangenes Jahr, je nach dem Ankäufe, ablöschen lassen; im Winter kommt kein Kalk auf den Markt. Neues Dieh habe ich noch nicht ankaufen lassen und werde damit warten, bis wir unS über die Art des Anbaues für das nächste Arbeitsjahr sest entschlossen haben. Aber Maulesel für den Transport werden wir doch haben müssen. Sobald unsere Zimmerplätze wieder in den Stand gesetzt sind, werde Ich die Einschließungsgräben vollenden und nach der «rsten Regenzeit mit Hecken einzäunen lasten; uns noch bester zu schützen, laste ich einen zweiten Graben, parallel mit dem ersten, anlrgen. Zwischen beiden wird ein Ring- oder Gürtelweg sich befinden. Wege und Gänge aus einem großen Gute sind kein verlorener Boden und die Bäume und Hecken sind auch productiv. Ebenso werden wir Gräben zwischen allen Hügeln anzulegen haben, um die Wasser der Regenzeit aufz unehmen und nach außen abzulciten; es gibt Plätze, wo das Waster stehen bleibt, was dem Getreide schädlich ist. Es wird nützlich sein, am Eingänge aller Straßen Wächterhäuschen zu erbauen; die inneren Wege wird man mit Gräben und Hecken einfasscn müssen. Ich zittere bei dem Gedanken an alle Ausgaben, die wir noch machen müsten, um unser Eigentum in gehörigen Stand zu setzen! Aber wenn die Arbeiten vollendet sind, ist ihre Unterhaltung ein Geringes und der Ertrag wird uns nach wenigen Jahren, wenn es Gottes Wille ist, reichlich decken. Ich würde mich sehr freuen, zu vernehmen, daß Sie einen Ackerbau-Kundigen gefunden haben, der gegen ein fixes behalt und einen Antheil am Reinertrag den guten Anbau unseres Landgutes sichern würde. Wir haben «inen trefflichen Gärtner; möchten wir nun auch einen gleich tüchtigen Oeconomen finden; seine Aufgabe wird «ine weit leichtere als die des Ersteren sein. Wir haben unter den Zöglingen 2 Gärtner-, 3 Schreiner-, 2 Schuhmacher- und 1 Blechschmid-Lehrling. Die Regierung beginnt, wie ich es vorausgesehen habe, Grundeigenthum in Palästina zu verkaufen. Man setzt in diesem Augenblick, % ©tunbe von uns, zwischen den Straßen von Jerusalem und Gaza, .4000 Denumen (1 Den. — 924,16 Quadrat-Meter) zur Versteigerung aus. Das Ausgebot beträgt 600 Livres (?) türkisch; ich werde Ihnen den Preis, zu welchem man eS abläßt, mittheilen. ES wären große Geschäfte iur Grundeigenthum zu machen, wenn sich «iue Gesellschaft zum Ankauf bildete. Wschenbericht. Alzei. In diesen Tagen wurden die diesjährige» Werke des Meküe-Nirdamim-Vereins versandt. Sie find: Pachad Jizchat. Fortsetzung von « und der Buch stabe v. Auch ist eine Biographie des Verfassers aus der Feder eines ehemaligen Schülers der Rabbinerschule in Padua. (Jsaac Levi in Ferrara) beigefügt. Ferner Abrabancl's Dialog über dle Liebe und die Fortsetzung von Wessely's Commcntar zur Genesis (Jmre Schefer.) Endlich Sepher Muffar von Ben Ephraim aus Modena. Wir sehen: Multa ist geboten; die nachfolgende Bcurtheilung wird zeigen, ob auch multum. Wir erklären aber jetzt schon, daß der Verein bei weitem größere Anerkennung und Förderung verdient, als er findet. Er findet bet weitem mehr Gleickgiltigkeit, ja Anfeindung. Einer wohlwollenden lkritik aber darf er sich nicht verschließe». Paderborn, 17. Qctober. Im hiesigen israelitischen Waisenhause wurde heute eine Todtenfeier für die in den Feldzügen von 66 und 70 gefallenen Glaubensbrüder gehalten. Der Oberpräsident der Provinz und die Spitzen der städtischen Behörden waren mit anwesend. Rabbiner Schwarz von Cöln leitete die Feier, welche aus deutschen Gesängen und Gebeten mit Instrumentalbegleitung und Predigt bestand. Sonderbarer Weise schloß sich der religiösen Feier ein solennes -Frühstück für die geladenen Festtheilnehmer an, wobei die üblichen Toaste nicht fehlten. Straßburg. Wir haben bereits gemeldet, daß an die hiesigen Schulen und die des Elsaß überhaupt Israel. Lchrer berufen worden, und noch mehr in Aussicht genommen find. D>« Regierung hat sich selbst veranlaßt gesehen, dies officiös in einem Erlasse hervorzuhebe». Es ist hier nun in dieser Beziehung sogar Etwas geschehen, worüber man in Deutschland nicht wenig erstaunt sein wird. Es ist ein jüd. Lchrer. Dr. Marx Simon, am Straßburger Lehrerseminar angeftellt worden; in welcher Eigenschast und für welch« Fächer, kann ich Ihnen heute leider noch nicht mitthcllen. Ich darf jedoch die Hoffnung an diese allerdings bemerkenswert« Eoncession knüpfen, daß sie auch für