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Der israelitische Lehrer · 1871-01-01 · Nᵒ. 12. · p. Seite 86

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
11 (1871)
Issue
Nᵒ. 12.
Date
1871-01-01
Page
Seite 86 (sequence 6)
Language
German
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86 Für 240 Hektaren, Weinberge, Felder, Garten, braucht man ein großes Material von Wagen und Meh. Ich glaube, nach der Theorie muß die Zahl des letzteren 55 Stück betragen. .Hr. Grenier ist ein ehemaliger Zögling des /»räiv cke« klaute« (zoologischer und Pflanzengarten in Paris)' und besitzt große Erfahrung von den Küsten des Mittelmeeres, wohlverstanden, was den Boden betrifft: „darin kann man sich avc^ leicht täuschen." Ich habe ihm 25% vom Ertrage des Gartens Ungesichert. Wenn er uns verließe, würde ich Mühe haben, ihn zu ersetzen; er versteht sein Fach und den Weinberg vollkommen. Wenn wir für den großen Ackerbau einen' gleich erfahrenen Mann finden, so ist, in Hinsicht des nöchigen Personals, unsere Sache gewonnen. Der Entwurf des Ihnen von mir Übermächten Budgets hat, wie es scheint, zu ganz entsetzlichen Schlußfolgerungen Anlaß gegeben. Was ich Ihnen vorlegtr, war ein Budget der Zukunft auf der Grundj läge unserer Dauern im Libanon. Die l 1,862 Franken für Ernährung von HO Stück Dich sind gar nicht zu viel. Ich schätze die Kosten eines Zöglings auf höchstens 50 Francs per Jahr und glaube, daß nach Ablauf der dreijährigen Lehrzeit die Rechnung eines jeden sich ausglcichcn wird, durch das, war er uns einbringr. Außer dem S. H. Goldschmidt-Flügcl bauen wir non die acht Zimmer des rechten Flügels gleichlaufend nift denen dcs linken; mit der Forlsitzung des Baues warten wir, bis sich der Erfolg des Unternehmens gezeigt. Meinen Bericht werde ich erst beginnen können, wenn unser Getreide in die Scheune gebracht ist. Ich arbeite Tag und Nacht ohne Rüh' und Rast. In diesem Augenblicke ist Korn, Stroh, Gerste, Alles ivohlfeil. So ist es alle Jahre nach der Ernte. Ein Monat geht dahin und Alles steigt mehr und mehr. Deshalb werde ich sofort alle unsere Dorrälhc einraufen; cs sind sicher 50"/, zu gewinnen. .Ich glaube nur noch von dem Gchalte sprechen zu müsicn, den wir dem Rechnungsführer aussetzen: so wenig als möglich. Da er Kost, Wohnung, Kleidung, Schuhwrrk im Hause erhält, so hat er gar keine Veranlassung zu Ausgaben; das Hans ist »eine Heimach. Das Alles ist wohl in Betracht zu ziehen. Es -fehlt nicht an Leuten, die sich glücklich ichätzett werden , eine solche Invaliden - Versorgung ru finden. 19. Juli 1871. .... Es stand' vom Uranfänge' .an sfs(, daß unsere Schule einen Rabbiner haben sollt mnd irre ich mich nicht, so war man übereingekommcn, den Rabbiner Kalischer aus Thorn für diesen Posten anzunehmen, da er sich zur Zeit angeboten hat und seine Orthodoxie von Niemanden in Zweifel gezogen wird. Wenn wir ihu noch nicht berufen haben, so geschah es deshalb, weil wir zur Aufnahme dieses Greises eine bequeme Wohnung brauchen und wir selbst während der ersten sechs Monate -theils unter dem Zelte, theils in einer Hütte aus getrockneten Steinen, im zweiten Semester aber in einer Eistcrnc schliefen, wo wir nicht einmal vor dem in Fülle cinströmenden Winterregen geschützt 1 lvare». Ter Augenblick naht, wo cs uns vergönnt sein wird, ihm die Theilnahme an unserem Werke, im Bereiche seiner Amtsthätigkcit, anzubicten. 21. Juli 1871. Es ist so, wie Sie sagen: eine Meierei von 240 Hckkären ist eine große Sache. Sie kann nur von einem sehr fähigen, sehr verständigen, sehr klugen und erfahrenen Mann geleitet werden. Dieser Mcinn nun ist cs, den wir suchen müssen. Mit ihm vermögen wir Alles; ohne ihn, nichts.' Don dieser Wahrheit bin ich so durchdrungen, daß ick Bedeuten trage, für Ausdehnung dcs "Materials oder Anbaues den geringsten Schritt, zu rhun, che ich diesen Mann besitze. Wenn i ich mich aus Jaffa, auch nur für ein Vierteljahr, hätte! entfernen können, so halte ich mein Personal ganz sicher! gcfundrn. Aber so lange ich den Mann, den ick suche, nicht hier habe, kann ich mich nicht entfernen. Sctzcn wir den Fall, daß es uns für den Augenblick unmög I lich wäre, ihn zu finden, so würden wir Folgendes! thun. Wir würden uns mit unserem gegenwärtigen! Material begnügen, anbmien was wir können, nämlich unsere Weinberge und imsere südlichen, an der Straße j nach Jerusalem gelegenen Thälcr, und würden das klebrige verpachten oder brach liegen lassen. In einem solchen Falle würden ivir allerdings dieses Jahr fast nur aus der Ebene Moses längs der Jcnlsalcm-Stiuffc eine Revenue ziehen. — Ich vergaß vor Absenkung dcS Planes die Namen einznlragcn, welche wir den verschiedenen Thcilen unseres Gutes gegeben haben. Wir haben die,Berge Abraham, Tara, Jsaac, Jacob und Benjmnin, die Ebenen Moses und Saninel, die Thäler Rebecca und Rahcl. Unser Gärtner wird seinen 12 Hektaren großen Garten in Stand setzen und die Thälcr Rebecca und Rahe! mit Bäumen bepflanzen, ganz oder theilweise, denn die beiden Thäler sind sehr groß. Ich bedaure, daß Sie nicht eine Woche lang hier sind, um sich in der Lage dcr Tinge Einsicht zu ücr- ' schassen. Um 4«/* Uhr wird es Tag; es kommen die Arbeiter;' sic müsicn verlesen und zur Arbeit geführt

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