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Der israelitische Lehrer · 1871-01-01 · Nᵒ. 12. · p. Seite 84

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
11 (1871)
Issue
Nᵒ. 12.
Date
1871-01-01
Page
Seite 84 (sequence 4)
Language
German
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84 lingeauf fcen Bahnen Ser (Aiiltur. vorwärts. vald sprengten sie mit ihrem GeisteSschwette die Barrieren der schmachvollen Ghettos, die die Juden von den Bekenner» der christlichen Religion trennten nnd und erkämpfen die Aneaennunz Jsmels, den «Kennst des bürgerlichen Rechtes und der bürgerlichen Freiheit. — Der Aufschwung Israels in Gesittung und Bildung nnd die davon bedingte materielle Wohlhabenheit darf also lcLmlich als das Ergebnist der Wirksamkeit der Schule betrachtet werden. Sie hat die Bahnen des Fortschrittes geebnet und die Steine hinweggeschafft, welche ihm hemmend im Wege lagen, sie hat den Juden die geistige und polittsche Frecheit gebracht, sie hatchnen zum Ansehen und zur Achtung bei ihren Mitmenschen vecholfen nnd die Quellen des Segens und des Heils erschloffen — von ihr strömte das Liäst und das Leben aus! — Mit dieser grosten Mission, die die jüdische «schule bisher erfüllt hat, ist aber keineswegs chre Aufgabe gar^ gelöst. Noch in unserer Zeit erfüllt sie eine wichtige «sendung, welche für die Entwickelung deS jüdischen GemeindelebenS von nicht minder hoher Bedeutung ist. — Mit dem Abstreifen d«4 Beralleten und Erstorbenen auf dem Gebiete der Religion ist von den Juden zum grosten Thclle auch das Frische, das Lebensvolle desei- . trat worden. Theils Unkenntnist mit den erhabenen! Aren unserer Helligen Lehre, theils die materielle LebenS- rrchtung haben bei denselben eine Kälte und Gleichglltigkeit gegen unsere angestammte Religion, das wertvollste : Kleinod, das die Zeit uns überlicfett hat, erzeugt, welche ' dem Aufblühen und Aufleben d«S Judenthums gefahrdrohend entgegentteten. Die hellige Geschichte Israels, die in chrcn grosten Monrenten und erhaoenen Characterzeichnullgen der Geschichte aller Völker voransteht, seine hohe göttliche Sendung, die 'hm geworden, find dem jüdischen «Feiste entrückt und finden nur schwachen oder gar keinen Widerhall mehr in der Brust des jüdischen Jünglings, der jüdischen Jungfrau. Gegen diese Verflachung in der Erkenntnist und Würdigung der sittlichen und geistigen Idee d«S JudenthnmS must die jüdische Schul« Front machen. Während sie früher ankämpste gegen Jrrglanbeu und Fanatismus, kämpft sie uun gegen Unglaube« und Jndifferentismus. Sie will de» Geist des Judenthums,, welcher vom Lebe» überfluthet wird, vor Zersetzung bewahren. sie will die Jugend empfänglich machen für die veredelnden Ideen der Lehre und Geschichte Israels. ' Und je weniger in den jüdische« Famllien das wahr-.; Haft Jüdische gepfteat wird, desto mchr bleibt eS die Auf- I gäbe der jüdische» Schule, den tief innerliche» Gehalt i unserer Religion, welche durch ihre Reinheit und Klarheit alle Zeitftürme überdauert hat, die Schönheit der jüdische» Sitten und Ecremonien zu beleuchte», um die Jugend de« geläuterten Judenthume zu gewinne«. Di« Msche Schule ist demuach heute «in wichtiger Faktur zur Hebung und Kräftigung des jüdischen Familien- und Gemeindeleve«», sie ist das Gotteshaus für die jüngere» Gemeindeglieder, die heillgste und eLelste PflanMtte der Religro», Gesittung und Bildung. — Und wenn es den jüdischen Gemeinden wahrhaft darum zu chun ist, de» Geist des JudeitthumS in der «Semeinde zu heben und zu befestigen — was bei den grosten Opfern, die soche gerade in neuerer Zeit für die Verschönerung des CultuS darbringcn, wohl anher Frage ist — so dürste wohl die jüdische «Schule, als festester Grundpfeiler des Gemeinwohles, vorerst ihre «Sorgsamkeit und warme Zuneigung beanspruche«. Leider aber find die Gemeinden wÄer deS Grosten cingHenk, was die jüdische Schule bisher auf dem Gebiete des EulturlebenS für sie erstrebt hat. noch der heiligen Mission sich bewustt, die solche m Israel noch heute erfüllt, und daher kommt es, dast gerade die «Schule als wichtigste Gemeinde-Anstalt die geringste Anerkennung und Unterstützung erfährt. Während man Tausende für andere Gemeindezwecke — ja oft nur für äusteren Pomp — verwendet, find die Hunderte, welche die «Schul« kostet und die sie reich verzinst, den Gemeinden zu viel. Noch immer must demnach di« «Schule um ihre Existenz kämpfen, deren dringendcS Bedürfnist nur von wenigen Einsichtsvolle» anerkannt wird. Bettachtete man sie in früherer Zeit mit Mistkauen, well der Geist, der in ihr wohnte, zu christlich war, so findet sie in unserer Zeit darum nicht tat rechten Anklang, «eil ihr Geist zu jüdisch ist. Wiewohl der jüdischen Schule die Anerkennuug nicht versagt »ird^ dast sie in ihrer Entwickelung sich auf die Höhe der Zeit cmporgcarbcllet hat, wiewohl nicht geleugnet wird, dast die jüdischen Lehrer unserer Zeit in ihrer individuellen Bildung und pädagogischen Befähigung auf dem Niveau der allgemeiuen Ansprüche sich bew^en, stöstt die jüdische «Schule dennoch auf so viele ungertthte Vorurtheile. dast diese ihr die Lebenslust entziehe« und ihre Wirksamkell lähmen. Dieser Kälte und Apathie, welch« der Schule zu Theil «erden, must sie schließlich & Opfer fallen: mit chr aber fällt auch eine wichtige tution der Gemeinde, welche der eigentliche Lebemsnerv derselbe« ist. Alliance israelite universelle. Wir «ttwhuren dem Berichte der Alliance, der de«»ächß versendet werde« wird, Eiuiaes, was ft« die Letw unlsere» Blattes von ganz besonderer vedeutww lein dürste. Es find tonnt die Briefe vw» de« Brrtttor der Ackerbansch nle in Jaffa. Als diese Anstalt eröffnet »«de. wandte sich chr die G«»st des

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