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Der israelitische Lehrer · 1871-01-01 · Nᵒ. 10. · p. Seite 67

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
11 (1871)
Issue
Nᵒ. 10.
Date
1871-01-01
Page
Seite 67 (sequence 3)
Language
German
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te»; sie ist nicht neu im Judenthum. Die Geschichte erweist, datz die Rabbiner zu verschiedenen Zeiten Anordnungen trafen, um 'Jfonucn herznstellen, welche dein Bedürfnisse der Zeit und ihren Anschauungen entsprachen; — ■ wir erinnern nur an die tieseinschneidenden des Rabcnu Gerschom -über die Ebegesetze! — und' wir sind übnzeugl, datz hierbei der Grundsatz, „datz die Mehrheit der Gemeinde da der besiehe n kann," sicher stets volle Berücksichtigung fand. Wenn wir beute dem Laienelemeiit sein Recht zurückgebe», wenn wir die Gemeinde durch ihre Bertreter fragen, was ihr Roth tyue und wie es möglich ist, daS religiöse Leben in ihr zu irischer Uralt, zu neue»» Leben zu bringen. so thun wir wohl nichts Anderes, als was in anderer Form zu allen Zeilen geschehen ist. Die Rabbin erversainmlnngen würden in nnserer Zeit spurlos voriibergehen oder vielleicht gar Antipathie und Mißtrauen erwecken. Das Zuiainnicngehen mit den Geuieinden sichert unseren Beschlüssen weit eher ein freundliches Entgegenkoinlnen. eine vertrauensvolle Anfnahme. Die bisherigcn Synoden haben bewiesen, datz die Theologie dabei doch stets zu ihrem Recht kommt. In allen eigentlich theologischen Aragen bildeten die Laien die a smerksanien Zuhörer,- die erst entschieden. wenn sie sich genugsaui belehrt wußten durch die Referat, und Reden der anwesenden Theologen. Eine Ueberstnrzunz ist nicht vörgekommen; — ein sicherer Beiveis ist der von uns mehrfach hervorgehobene Umstaiid daß bis jetzt auch nicht ein Einziger der von der Synode geratzten Beschlüsse wissen schatllich bestrtten wurde: datz Alles, was man gegen sie ausbriiigen konnte, entir'eder Rcäkeln an der Form der Beschlußfassung oder grundsätzlicher Aanatisinus war. Wir leugnen nicht, datz die Geschästsordnzing der Srmode Fehler hat. Aber man darf nicht vergessen, datz wir keine Snnodalverfassung haben und auch nicht haben wollen. Uniere Synode ist eine niöglichst freie Versammlung der Faktoren, ivelche durchs ihren Berus Einfluß haben am das religiöse Geuieindelebe». Tie möglichste Ausbildung und Hebung dieses Instituts ist eine Ausgabe aller wohlgesinnten Männer in Israel, welche Einsicht genug haben, um zu begriffen, daß das „Gehcnlassen", die Richtberücksichtigung der vorhandenen Eonflikte ein gränzentoses Unheil wäre. Und wenn auch die Beschlüsse der Synode nicht alsbald überall zur Ausführung gelangen; wir streuen unseren Samen in die Furche der Zeit. Richt, was wir fertig bringen ist die Hauptsache! Einheit in die Bestrebungen aller derjenigen bringen, welche die Erhaltung und das Zvrlschreiten des Iudenllmm wollen, ist Segen und Leben und das ist unsere iibufgabe und die der Sunode. * Wochenbericht. Ober-Ingelheim. 6. Oct. Wir können nicht umhin, auch m Vieser Zeitschrift, die dem gesammtcn jüdischen Volke dienen soll, auf eine Versammlung hinzuwciscn, die in dieser Woche — am 3. Cctober— in M aunheiin statlgefundcn. So bescheiden dieselbe ausgetreten, so groß ist doch ihre Ausgabe und ihre Beveuliing gewesen. Die jüdischen Lehrer Gesaminldeurschlaiwü beabsichtigen zur Hebung der Schule und zur Förderung ihrer Standesintercssen einen Verein zu gründen. Unseren geehrten Lesern, welchem Stande sic auch angchören mögen, dürfte doch „ich! unbekannt sein, ivelche erbärmliche Stellung die jüdischen Lehrer zur Zeit »och einnchmcn. Und doch ist die Hebung der Schule' die erste Ausgabe der Zeit und alle Ve mühungen zur Rcgencrirnng des Iudcnlbums können nichts sruchtcn, wenn unseren Rindern nicht ein erleuchtender Religionsunterricht crlheilt wird. Wenn aber noch fernerhin die Stellung der Lehrer so bleibt, ivic sie zur Zeit ist, so ivcrden wir bald gar keine -Lehrer mehr oder doch nur solche Subjekte als Lehrer haben, die ihrer Aufgabe, nicht gcivachfcn und unwürdig sind zur Erfüllung ihres Amtes. Diese Sachlage mit allen möglichen Mitteln zu ändern, ist Aufgabe des neuen Vereins und alte diejenigen, auch Aichliehrer, welche sich jür dieses Streben intercsfircn, sind cingeladcn, als Mitglieder einzntrelcn. Der jährliche Bcilrag ist auf nur 3'> kr. — i(J Sgr. festgesetzt und der Präsident des Vereins.— I. R l i n gen st ein aus Dberingelheim — nimmt Anmeldungen entgegen. Ueber die Ziele und Zwecke des Vereins, söivic über seine Mittel wird von Zeit zu Zell das Röthige verösseiillicbl und den Mitgliedern milgelhcill werden. . Erlangen, 3,-Cct. Dem „R. Eon." theilt iilan mit, datz zum bleibenden Gedächtnisse des Wirkens des verstorbenen Professor Tr. Herz an hiesiger Universität von dem Berwandtcn desselben schon für die nächste Zeit die Stiftung eines Stipendiums für hier stndirende Mediciner ohne Unterschied des Glaubensbekenntnisses beabsichtigt ist. Ebenso, datz bereits einleitende Schritte geschehen von Seilen der Verehrer, Freunde und Schüler des Verewigten, demselben ein Denkmal zu setzen nnd wohl auch noa) das Andenken durch Gründung einer Stiftung zu ehren. Ems. In dem hiesigen Uursaale wurde in den Tagen vom 12. bis 15. d. ein Schachkongretz abgehal-

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