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Der israelitische Lehrer · 1871-01-01 · Nᵒ. 9. · p. Seite 63

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
11 (1871)
Issue
Nᵒ. 9.
Date
1871-01-01
Page
Seite 63 (sequence 7)
Language
German
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— 63 ders hochgchaltene Piutstncke in hebräischer Sprache beibchalten und Betrachtunzen in der Landessprache eingelegt werden, um JDic erhöhte Bestimmung dieses Festes für das Individuum zum Ausdruck zu bringen. 21. - Zn jedem der vier Abschnitte des Gottesdienstes am Jom Kippur sollen eine Betrachtung in der Landessprache und Bußgebete in hebräischer oder in der Landessprache, je nach der erforderlichen Zeit, eingelegt werden. 22. Zwischen Schacharith und Mussat oder zivischeu Mussas und Mincha soll die feierliche Hascoratk Refchamoth (Seclenfcier) abgehaltcn werden. 23. Die Aboda ist beizubehalten, jedoch soll die Ueberarbeitung der Zwischenstücke der Commission überlassen bleiben. 24. Cs soll vorzugsweise ans eiuslimmigen Gemeindcgeiang gehalten werden. Mehrstimmiger Chorgeiang und weitere musikalische Aufführungen sind nur da zu empfehlen, wo binreichende Kräfte vorbanden sind; jede profane Musik ist abe:'durchaus fern zu halten. W o ch c n b c r i c!- t. Aus Bayern. Professor Herz in Erlangen, der erste isr. Professor in Bayern, der so lange heldenmüthig den Verlockungen widerstand, die ibiu die Professur erst mit dem Ueberrritt zum Ebristenthum in Aussicht stellten, ist gestorben, nachdem er erst ivenige Fahre sein Hobes Ziel erreicht hatte. Zn ibm verliert die Universität Erlangen einen ihrer tüchtigsten «belehrten und das bayrische Ziidcnthum einen seiner gesinnungstüchtigsten und geachtetsteil Mitglieder! Friede seiner Asche! Aus Cafsel erhalten ivir folgende Abschrift eines Eörpsbcfehls. Cassel, den 10. September 1371 General-Commando des Xl Armee-Cor-ps. Sccl. I. >>. Z. Rr. Olli.'). Eurer Hochwürden erividere ich auf das gefällige Schreiben vom 15. d. M. ganz ergebenst, daß in Folge der geehrten Zuschrift vom 5. d. M. die Truppen-Commandos des diesseitigen Armee-Corps bereits darauf anfnierksain gemacht worden sind, Urlaubsgesuche von Soldaten israelitischer Confemon geniäsz der Königlichen Verordnung über den Garnisousdienst vom «>. Juni 1870 soweit als möglich zu berücksichtigen. Eines besonderen Antrages Eurer Hochwürden in ähnlichen Fällen bedarf cs seit Emanininz qu. Allerhöchsten Verfügung ferner nicht. Der kommandirende General, gez.: von Bose. An den Landrabbiner Herrn Tr. Adler Hochwürden hier." Hiergegen stellen wir hierher ein Eingesandt, welches die „Frankfurter Zeitung" unter der Rubrik „Mittheilungen aus dem Publikum" enthält und also lautet: Herr Redacteur! Während in den letzten Jahren im ganzen Umfange der preußischen Monarchie die Soldaten ni os a i scheu Glau b e n s an ihren höheren Feiertagen vom Dienste dispeitfirt würden, hat inan kürzlich in Frankfurt bei einem Garizisonstheil ein entgegengesetztes Verfahren beobachtet, daß ich nachstehend näher zu characterisiren mir erlaube. Es sind nämlich von einer Compagnie des hier mit 2 Bataillonen garnijonirendcn 81. Znfanterie-Regiments drei jüdische einjährig Freiwillige am gestrigen Versöhnnngsfeste (dem höchsten jüdischen Feiertage» zum Dienste commandirt worden, der darin bestand, bei einem Leichenbegängnisie eines ihrer Caineraden die üblichen Gewehrsalven am Grabe abzufeuern. Tie von einem Bethelligten erhobene Beschiverde bei dem Vorgesetzten Feldivebel blieb unberücksichtigt. Die betreffenden Soldaten mußten sich den Anordnungen des Subahternbea inten fügen und am gestrigen Tage Dlenst thun. Der eine derselbe wurde allerdings nach dem Begräbnisse entlassen, ivährend die Anderen zum Gewehrputzen noch znrückgehalten lvurden. Es ist ferner constatirt worden, daß in einer anderen Compagnie ein jüdischer Soldat am selben Tage die Wache beziehen mußte. Wir fragen nun, wenn es unter ungleich schwierigeren Verhältnissen im vorjährigen Feldzuge möglich war, Angesichts des Feindes den Soldaten, nicht allein den Dienst 'am Verjöhnungstage «vor Metz! Red.» zu erlasse», sondern auch ihnen zu Abhaltung des Gottes dienfles behülflich zu fein, ivie kommt es, daß man jir Friedenszeiten ,io intolerant verfährt >. F r ankf ü r l a. M.. 2<>. September 1871. Hochachtungsvoll Worauf in einer neueren Niiiiiiner folgende Erividcrnng folgte: Herr Redacteur! Bezugnehmend auf die Mittheilung ans dem Publikum 3. Blatt Rr. 281 frage Herrn M. wer an Cbarfreitag. Lüstern, Pfingsten. Weihnackten, den christlichen hohen Feiertagen, die Wache bezieht >.. und erbitte mir von demselben auf dem Wege seiner Mittheilung Antwort. Frankfurt a. M., 2!». September 1871. .7. K. Wir wissen nicht, was Herr M dem Herrn I. K. antwotten wird. Wir, wären wir gefragt, würden sagen; Soll darin die „Gleichberechtigung" gesucht wer-

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