Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 11 (1871)
- Issue
- Nᵒ. 8.
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 51 (sequence 3)
- Language
- German
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— ßl 6. Tre Versammlung erklärt, das; sich der religiöse Unterricht in der Schule der kritischen Behandlungswcise zu enthalten habe; sie will nicht, daß der jugendliche Sinn in seiner idealen Entfaltung durch die Anregung von Zweifeln ernüchtert werde. Gerade deshalb aber erwartet sie, daß unsere Schulmänner mit weiser Umsicht die Resultate der Wissenschaft nicht ignorircn, vielmehr einem in der Seele der heranreifenden Jugend etwa später austauchtcndeii Widerspruche zwischen der Religion und der zur Geltung gelangten wissenschaftlichen Betrachtungsweise Vorbeugen. 7. Die Versanimlung erkennt daSBedürfnih eigener Bildungsanstalten für jüdische Lehrer, zumal Religionslehrer an. Sic würdigt die bestehenden, verdienstvollen Anstalten zu diesem Zwecke; sie wünscht lebhaft deren Vermehrung. Sie verkennt aber auch nicht die große Schwierigkeit, mit welcher die Herstellung einer genügenden Anzahl solcher Seminarien verknüpft ist. Sie hält eS daher für dringende Pflicht, dahin zu wirken, daß an den allgemeinen öffentlichen Seminarien, insofern dieselben nicht durch Ihren specifisch confessioncllen Character der jüdisch-religiösen Gesinnung der Zöglinge nachtyeilig sind, tüchtige, jüdische Männer angcstellt werden. welche cs verstehen, die angehenden jüdischen Religionslchrcr zu ihrem Fache heranzubilden. 8. Als wünschenswcrth erachtet die Versammlung ferner, daß bei dem Unterrichte der jüdischen Seminaristen ihrer musikalischen Ausbildung als Cantorcn eine besondere Pflege gcwidniet werde. 9. Die Versammlung betrachtet endlich als höchste Aufgabe im Interesse der wissenschaftlichen Erkcnntnih des Judcnthums 1. die Gründung einer oder mehrerer höherer Lehranstalten für die Wissenschaft des Judcnthums (theologische Facultät),' und stellt sic sich selbst als einen ihrer wesentlichen Zwecke, die allgemeine Beteiligung an der Herstellung und Erhaltung derselben zu erwecken. Eie erklärt, daß deren Bedeutung vorzugsweise darin besteht, eine Pflegestättc der freien wissenschaftlichen Erkenntniß zu sein, bcrufen, das Judentum in seiner geistigen Macht zu ergründen und ihm seinen berechtigten Einfluß auf die gesammte geistige Entwicklung zu gewinnen. Sie ernennt demnach eine Coniniissivn, welche sich mit dem bereits hervortretcnden Bestrebungen verbindet, um die Herstellung solcher höherer Lehranstalten zu verwirklichen. soll statt des 18. Capitel des 3. B. M., das seinem ganze» Inhalte nach der Feier des Tages durchaus nicht entspricht, das 19. Capitel, VerS 1—23 und zwar mit der» Schlußsätze t>en “r.v lrwtrr.D iv n^DJi verlesen werden. 12. Die bei dem Verlesen der Thora übliche Melodie (Trop) soll abgestellt werden und an deren Stelle ein sachverständiges Vorlescn der Thora mit Rücksicht auf die verbindenden nnd rednerischen Accente treten. 13. Die Haphthoras sind in der Landessprache zu verlesen. Für dieselben können auch Stücke aus den Kethuwim gewählt werden. 14. Die Einführung der Drgel ist cmpfehlenSwerth und es steht ihrcni Spül am Sabbat und Festtagen kein religiöses Bedenken entgegen. 1b. Tie Thefilla soll in jedem Abschnitt des Gottesdienstes nur einmal gesprochen werden. 16. Textesvcrändcrungcn in den Stellen, wo die Wiederherstellung der Thieropfer und die periönliche Rückkehr nach Jerusalem ausgesprochen wird, lind von der Commission vorzunehmen, welcher alle betreffenden Anträge, Amendements u. s. w. überwiesen werden. 17. In den zu überarbeitenden und neuen Gebetstücken sollen alle Aeußernngcn, die irgendwie als Ausdruck der Erbitterung oder des Rachcgefübls gedeutet werden könnten, gemieden, in allen Bitten, die nicht cenfeffionellcr Natur find, eine die ganze Menschheit umfassende Form angewandt, ebenso der Dank nir die geistigen Wohlthatcn Gottes an Israel, als Erwählung Israels, Sabbat u. drgl. positiv und in einer unsere Brüder anderer Confessionen nicht verletzenden Weise ausgedrückt werden. Dagegen sollen, wie dies bereits in manchen bisherigen Gebeten der Fall ist, ganz besonders zum Ausdruck gebracht werden: die religiöse Mission Israels, die providenticlle Führung in der Geschichte Israels, die großen Principicn des Judenthums, nämlich der fortschreitenden Entwicklung, der dcreinstigcn allgemeinen Herrschaft der Gotteserkenntniß, der Liebe des Rechts und des Friedens (mcssianische Zeit), der allgemeinen Nächstenliebe u. s. s. 18. Am Morgen der drei Feste entspricht der Gottesdienst dem des Sabbatmorgcns, jedoch mit der Fcsttcfillah, dem Hallet (nach Bcdürfniß der Gemeinde in hebräischer oder in der Landessprache), dem bestimmten Thorastücke, der besonderen Haphthora und andern für das Fest bestimmten Liedern. HI Gottesdienst. 10. Alle Vorlesungen aus der Thora geschehen in hebräischer Sprache. Unter Beibehaltung des einjährigen Eyclus werden die Wochenabschnitte Vor- und Nachmittags am Sabbat vcrleien. kJ 11. Vor dem Mincha-Gebete des Versöhnungstages