Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 11 (1871)
- Issue
- Nᵒ. 7.
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 47 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/4896751-5428704-5428758-5433875--3668-4899878- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
47 Augsburg, Baiersdorf. Barchfeld, Berlin. Bernstadt, Blcicherode, Bochum, Braumchweig, Breslau, Pricg, Bnttcnhausen, (Karlsruhe in Obschl, Cassels, Colberg in O/Pr., Crossen, Dessau, Dresden, Cichstetten, Eisleben, Emden, Erfurt, Frankenstein, Fürth, Glatz. Glogau, Görlitz, (Kninberg, Hamburg, Hannover, Heilsberg, Hildburghausen, Hildesheiin, Hirschberg, Königsberg, Leipzig, Leobschütz, Linz, Lyck, Magdeburg, Meugeringhausen, München, Akü nsterberg, Neubrandcnburg, Neustadt-Eberswalde, Neuwied, dlienburg. Nordhauscn, Nürnberg, Oberingelhrim, Oppeln, Pleschen, Postelberg. Potsdam, Prag, Prcußisch-Rhoden, Rackwitz, Reichenbach in Schles., Schippenbeil, Schönebeck, Schweidnitz, Schwerin, Stettin, Stuhm, Tann, Tanberbischofshcim, Teltsch, Tilsit, Walldorf, Worms, Zirndorf. Worms, 8. Sept. Die Wahlschlacht ist geschlagen; unter starker Beteiligung und mit großer Majorität sind die zurückgetretenen Borsteher wieder gewählt worden. Die Verläumdungen und WahlmanoeuverS der Gegenpartei waren also nutzlos. Man calculirt jetzt, daß das perhonescrte Mitglied durch diese Neuwahl das älteste des Collegiums geworden sei und somit statutenmäßig beim Beginn des nächsten Jahres anszutretcn habe, bevor es eigentlich im Amt gewesen sei. Mil diesem Calcül tröstet fick die «Gemeinde, falls trotz des Zeugnisses, ivelches die Gemeinde durch die Wiederwahl der alten Porsteber gegen M. abgelegt hat, dennoch seitens der Regierung an seiner Bestätigung sestgehalten werden sollte. Jndeß ist die Möglichkeit nickt ausgeschlossen, daß dieser Calcül auf Täuschung beruht. Denn in solcher Weise könnte sich Jemand ewig im Amt erhalten; auch M. vermöchte das, wenn er vor Neujahr znrücktrete. - Tenn wieder gewählt, wäre er rvieder das jüngste Mitglied, und die Reihe des Austretenden käme an die Anderen. Die jetzt wieder gewählten Mitglieder waren ja nicht zurückgetreten, weil ihre Zeit erfüllt war; somit ist auch das Statut hier für ihr Diensralter nicht maßgebend. Wir theilen dies zur Vorsicht mit, um nicht durch eine mit diesen Anschauungen übereinstimmende Entscheidung der Regierung außer Calcül gesetzt zu werden. Wien, 4. Septcmkcr. Ueber den bei Laufach vcrunzlückten uiid in Folae davon veistorbenen Kaufmann Jakob Rosenfeld, schreibt man einem hiesigen Blatt ans Oedenburg: Der Leichnam wurde von Aschgffenburg nach Oedenburg überführt, wo er am 1. d. M. anlangte und heute (3. Sept.) bestattet wurde. Rosenfeld war 45 Jahre alt, Benvaltungsrath der hiesigen Handelskammer, und hinterläßt ein Vermögen von drei Millionen; er war, wie allgemein behauptet, der reichste Mann im Oedenburgcr Comitat. Der Verstorbene hatte in feitiem Testamente der israel. Gemeinde ein Legat von 50,000 Gulden zur Erbauung eines israel. Tempels vermacht und für sämmtliche Stadtarme ohne Unterschied der Confession 5000 (dulden österreichischer Währung bestimnit. i Prag, im August. Auch hier lebte ein consessiansloses Ehepaar, von welchem der Mann ursprünglich Christ, die Frau ursprünglich Jüdin gewesen waren. Der Mann erkrankte und bat seine Gattin, dafiir zu sorgen, daß er auf dem jüdischen Friedhof seine Ruhestätte finde. Er starb, und der Platz auf dem jüdischen «Gottesacker wurde ihm auf Bitten der Wittwe sofort bewilligt: indch fand die Beerdigung ohne Betheiligung der Juden und namentlich der Cbewra statt. In diesem Vorgänge paart sich unzeitige Toleranz mit übertriebener Intoleranz. Der geborene Christ, der confessionslose Ehegatte und der dem Judenthuin fernstehende Mensch hatte kein direktes Anrecht an dem jüdischen Friedhofe, bevor der christliche ihm ausdrücklich verweigert worden ivar, und ohne den Ausspruch darüber chriftlicherseits abznwarten, war der Demonstration, wenn eine solche jüdischerseits beabsichtigt wurde, die Spitze abgebrochen. Hierwar die Toleranz alio, wenn sie auch geboten war, mindestens unzeitig. Intolerant war es aber, dein Todteu, wenn er auf dein jüdischen «Gottesacker begraben werden sollte, jüdisckcrseits die letzten Ebren und die direkte Betheiligung an dein Begräbnisse zu verweigern. Hatte er selbstredend keinen Anspruch auf specifisch jüdische Ceremonien, den rein »len'chlichen hätte inan sich nicht entziehen dürfen. Wir wollen hiermit keinen Vorwurf gegen die Betheiligten ausgesprochen haben; dieselben haben sicherlich weder die Toleranz nock Intoleranz übertteibcn »vollen. Derartige Vorfälle sind noch zu ne» und zu selten, als daß die richtige Maßnahmen dafür schon festgestellt sein könnten. Selbst unsere Anfichl haben wir nickt in Uufi-Hlvarkeit aussprechen, sondern sie nur zur 'Nbetrachtuabme empfehlen ivollen. Tie Zeit und ruhige Ditciission wird derartige Angelegenheiten für die Zuknnst alsdann klären. Literarisches^ minn mp^na. lieber die zweckmäßigste Cinikeilung der sabb. bibl. Vorlesungen innerhalb des 3jährigen CycluS rc. r>onDr. B. Hockstädter Bezirks- Rabbiner zu Bad EmS. Mainz 1871. Die vorliegende Monographie ist ein offenes Sendschreiben an die 2. Synode. Der Verfaffer hat das Berdienst, die Eintheilung der Bibelabschnitte für den dreijährigen CycluS in ihrem Verhältniß zur Maffora klar legen zu wollen, führt aber doch zur Erkenntnis«, daß die