Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 11 (1871)
- Issue
- Nᵒ. 7.
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 48 (sequence 8)
- Language
- German
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— 43 — massorethischen Abtheilungm jnr unsre Zwecke nicht ollein maßgebend sein können. Er glaubt die Orthodoxie für den 3jährigen CycluS durch den Hinweis darauf gewonnen zu haben, daß Rabh in Babylon den einjährigen CycluS einführte, während in Palästina der dreijährige bestand, in Gebräuchen (jhjd) R.'S Ansichten nnd Entscheidungen aber nicht maßgebend und bindend waren. Unter Umständen oder sogar in der Regel hat indeß für die Orthodoxie der l-UD eine stärkere Kraft, als die ro^n. Wenn die Darstellung der geschichtlichen Entwickelung nicht überzeugt, solche Hinweisungen verschlagen nichts. Der Orthodoxie gilt einmal der babylonische Gebrauch als maßgebend trotz der Verehrung, welche man dem heiligen Lande zollt. Für die Zeiten der alten babylonischen Schulen begreift man dieses Derhältniß zu Palästina, in unsrer Zeit aber nicht. Die Vertheilung der Bücher 1, Lund 3, 4 und 5 auf die drei Zahre hatte ich schon in-Aachen durchgeführt (Brgl. mein rmy -tid) , freilich mit anderer Eintheilung der Abschnitte, weil dort kein Bedürfniß für 21 Verse vorlag, da da» Aufrufen der Einzelnen nicht besteht, sondern die ganze Gemeinde zugleich die Benediction zur Thora spricht und die Vorlesung ohne Unterbrechung folgt. Für die alte Sitte des AuftufevS könnte «an aber auch hier Verse doppelt lesen, wie Herr Dr. H. die» auch für sich in Anspruch nimmt und — für ausgezeichnete Tage ja auch im alten Ritus geschieht. Daß solche kurze Abschnitte unS überliefert sind, spricht sehr gegen daS Aufrufen. Man vgl. hierüber wie über die kurze, vornehme Zurückweisung meines Antrags auf Vertheilung der Vorlesungen für 7 Zahre mein Buch: „Der synagogale CultuS." Die Kürze der Abschnitte ist eher Dortheil, als Nachtheil - und keiner würde so kurz, wie der herkömmliche von Sabbat -vst, der in der Vorzeit allein ohne die tmD gelesen wurde. Der 3jährige CycluS läßt sich ohne den 7jährigen gar nicht historisch erklären, denn der 3*/, jährige mit 175 Abschnitten ist nicht agadistb, sondern historisch, wie die Nnthrilung der Scheeltoth beweisen. Der gelehrte Apparat war zur Rechtsertiguug de» 3jähr. CycluS, zumal dm Vorständen gegenüber, überflüssig. Zu weiteren Reformen gibt er doch keinen Anhalt. Unverständlich ist, warum die nmxov Schul - Lektionen heißm; sie sind nur Tonend Lesezeichen. OnkeloS ist gleich Aquila; beide haben wortrme Ueberfetzungen mit halachischen Deutungen, aber nicht agadischen Zusätzen. Die Gründe gegm die von Elia» Levita her übliche Erklärung von moen stad richtig. Daß die Einleitung der Birchath Hathora pov by oms vertritt, ist auch in Aachen schon bmutzt «ordeo: eS fiel wea, weil der GotteSdimst mit i3i3 einleitete. Aus dem Zusatz von rrroyn by in Birchath Haphthara ist wieder ersichtlich, daß die Vorlesung deS Propheten für «svio galt, welches die alte rrroy vertritt. Die vorgeschlagene kursorische, soll heißen fortlaufmde, Vorlesung der geschichtlichen PropH ten, und zwar in deutscher Sprache, dürfte sich nicht empfehlm, ebmsowmig, wie die deutsche Wiederholung der 4 Megilloth (außer Ruth.) Für die Praxis enthalten weder die Vorschläge für die Vorlesungm, wie die Gebete Neue»; für diese scheint überhaupt mehr nach religiösen Principien und deren geschichtlicher Entwickelung, als talmudisch^x Halachah gesucht werden zu müssen. Bei dem Vorschläge, am Simchath Thora im 3. Srpher den.Schluß des Deuterinomiums zu lesen, ist wohl vergrsien worden, daß dieses für die Vorlesung der Opferschriftm in Numeri bestimmt ist, da der Hr. Verfasier diesen UsuS ja betbehalten wissen will. So klein das Schriftchen auch ist (36 S.), ist doch die wisicnschaftliche Forschung nicht leer ausgegangen, wovon auch oben einiges Neue berührt worden ist. Es wäre für diese Zwecke nur eine größere Ausführlichkeit in der Ausführung und nicht eine bloße Beschränkung auf das Citatm-Material anzurathen gewesen. ' Dr. R. Aus Hessen. (An Eltern.) Wir erfüllen unserenl Publikunr gegcilübcr eine angenehme Pflicht, indcni wir dasselbe aus die in Nürnberg (Praterstratzc Nr. 34) bestehende Pensions-Anstalt der Herren I. und E. M. Lehmann aufmerksam machen. Die Anstalt erstrebt die Ziele einer Handelsnnd Gewcrbsschule, und wir können dieselbe aus eigener Anschauung nnd Erfahrung auf's Wännste empfehlen. Unterricht und Erziehung, Sitte und Anstand, geistige und körperliche Pflege gehen harmonisch in Hand und Hand und sind vorzüglich zu nennen. — Das Haus, eines der schönsten und geräumigsten in Nürnberg, hat eine sehr schöne und gesunde Lage vor einenr der Hauptthorc. — Die französischen und englischen Lehrbücher der Herren Porsteher, auf eine in der Erlernung steuider Sprache neue Methode, die der Anschauung, gegründet, haben die hohe Aufmerksamkeit der Kritik des lehrenden und lernenden Publikums auf sich gezogen, und wir erstaunten, bei einem treulichen Besuche, über die Leichtigkeit, mit welcher sogar süngere Knaben sich des fremdem Idioms bedienten. Ganz besonders versteht cs die Fra» des Hauses — eine wahre b'N nies« — den Zöglingen das väterliche Haus zu ersetzen und ihnen wahrhaft Mutterstelle zu vertreten. Man wird uns dankbar sein, auf die Anstalt aufmerksam gemacht zu haben.~ K. Verantwortliche Rcdaction und Verlag von Joseph Klingenstein, Lehrer zu Ingelheim. Für den Buchhandel in Commission bei Oskar Seiner m Leipzig. — I. GottSIebrn's Buchdruckern in Mainz.