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Der israelitische Lehrer · 1871-01-01 · Nᵒ. 7. · p. Seite 46

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
11 (1871)
Issue
Nᵒ. 7.
Date
1871-01-01
Page
Seite 46 (sequence 6)
Language
German
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46 bersiedclung von Familien nach dem Innern Rußlands, wenn solche mit erneuter Energie wieder ausgenommen werden, der Beachtung des Gcmeindebundcs ebenso zu empfehlen, wie die Wiederaufnahme der Unterstützung zur Auswanderung nachAmerika von solchen Individuen, welche durch ihre geistigen und physischen Kräfte zur Hoffnung berechtigen, daß sic auf fremdem Boden zu nützlichem Schaffen fähig und ihren heimathlichen Angehörigen eine Stütze sein werden. So hoffen 'wir das brüderliche Band, welches uns sowohl als Juden, wie als staatliche Nachbarn verbindet,' fester und zweckmäßiger zu erhalten, als es bisher geschehen. Auch hoffen wir zuversichtlich, daß nicht nur Ihr die hohe Bedeutung unserer gemeinsamen Aufgabe einsehen, sondern daß auch Eure erleuchtete Regierung diesen unseren Bestrebungen, in gerechter Würdigung der in nationalökonomischer Beziehung für das ganze Reich so hochwichtigen Frage, nicht nur keine Hinder- - niffe in den Weg legen, sondern zu deren Verwirklichung, auf ehrerbietige Vorstellungen hin, selbst Knterftützung angedcihen lauen werde, da auch sie der Ueberzeugung sich nicht verschließen wird, daß die materielle Hebung eines mit hohen Talenten begabten, auch der Zahl nach bedeutenden Theiles der Bevölkerung auf Handel, Gewerbe, Ackerbau und die gesammte Eulturentwicklung des an Hilfsmitteln so reichen Landes einen nur segensreichen Einfluß üben kann und muß. Bei der hohen geistigen Begabung, welche stets unsere polnischen und russischen Glaubensgenossen ausgezeichnet hat, steht zu hoffen, daß Ihr auch in dieser Angelegenheit die richtigen Wege finden werdet, mit vereinten Kräften diese Ziele zu erreichen. Um aber für ein ersprießliches Zusammenwirken eine sichere Grundlage zu erhallen, ist es zunächst geboten, daß die angesehensten und am meisten bevölkerten jüdischen Gemeinden Rußlands und Polens gleich uns einmüthig sich verbinden, um in dieser Verbindung mit aller Energie chre Intelligenz und ihren Einfluß auf die kleineren dortigen Gemeinden wirken zu lasten. Nur durch die Vereinigung aller Kräfte bei Euch wie bei uns wird es möglich werde», allgemeine und dauerhafte Einrichtungen zu schaffen, durch welche dem jetzigen unheilvollen Zustande ein Ziel gesetzt wird. Je weniger aber wir uns die Schwierigkeit dieser Aufgabe verhehlen, um so sicherer rechnen wir aus Eure Mitwirkung zur glücklichen Lösung derselben. Zunächst erwarten wir daher, daß auch in Eurer Mitte ein Centralausschuß sich bilde, welchem die Förderung der Angelegenheit unter Euch in erster Linie obliege, und welcher im Namen Eurer gesammten Organisation mit uns über die vorliegende Frage in Verhandlung zu treten ermächtigt werke.. Nur so wird es möglich sein, in geordneter Weise und ohne allzugroßen Verlust an Zeit und Geldopfern die Vorbereitungen für den Eemeindcbund zur Reife zu bringen. Ende August 1871. Der geschästsfüh ren de Ausschuß des deusch-israelischen Geme-indetages. Moritz Kohner (Leipzig); Advokat Emil Lehmann (Dresden); Philipp Werthcim(Berlin); Ör zur. D. Honigmann (Breslau); Advokat Josephthal (Nürnberg); Georg Fcigl (Prag). Vorstehenden Aufruf bringen wir hiermit zur Kenntniß der deuffchen Gemeinden, deren resp. Vorstände höflichst gebeten werden, denselben bei den Gemeindemitgliedern circuliren zu lassen. Eine statistische Zusammenstellung der seither in den deutschen Gemeinden für die „Wandckbettclei" verausgabten Beiträge wird ergeben, welche h o h e Summe einer zweckmäßigeren Verwendung entgegen sieht. Es wäre daher sehr erwünscht, wenn eine jede Gemeinde, die geehrten Vorstände und Ausschüsse der Fremden-Unlerstützungskasfen dieZiffcr der jährlichen Ausgaben für die Wanocrbettelci 1) aus der Gemcindekasse, 2) aus den freiwilligen Beiträgen und 3) möglichst aus den Gaben Einzelner (abgcschätzt> an den Vorsitzenden des odgezeichnctcn Ausschusses mitkhcilen wollten. . Die Zwecke des Gcmeindebundos, Vorbehalten der Beschlüsse der constituircnden Versammlung, sind: 1) Vertretung der Interessen des Judcnthums und der Judenhcit bei den Regierungen und Factorcn der Gesetzgebungen in deutschen Ländeen. 2) Gegenseitige!) Austausch von Erfahrungen in der Verwaltung. 3) Organisation der Armenpflege mit Beseitigung der Wandnbettclei durch zweckmäßige Wohlthätigkcit nach Außen. 4) Schaffung eines richtigen Systems der Pcnsionirung der Gemerxdcbeamten. 5) Förderung der Alliance Jsraelite Universelle. Bis Eude August 1871 sind dlni Gemcindcbunde folgende 7ö Gemeinden beigetreteu, und mögen die noch fehlenden Gemeinden nicht säumen, das gemeinnützige Vorhaben durch das Gewicht ihres Names und ihrer Abstimmung bei der Conftituirung, die voraussichtlich bald erfolgt, zu fördern: Aachen. Adelebsen, Allenstein, Alsfeld, Ascherslcbcn

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