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Der israelitische Lehrer · 1871-01-01 · Nᵒ. 7. · p. Seite 43

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
11 (1871)
Issue
Nᵒ. 7.
Date
1871-01-01
Page
Seite 43 (sequence 3)
Language
German
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43 taelit," Seite 549 des 12. Jahrgangs. Wer lacht da. Von allen Gegnern der Synode wirv einstimmig behauptet, die Stimmung der Theilnehmer sei eine gedrückte gewesen. Wir können dies einfach als eine Unwahrheit bezeichnen, die ein Herr dem anderen nachgeschrieben. Die Stimmung war eine gehobene, und kein Mitglied wird sich an der geringeren Zahl der Besucher gestört haben. Das sind Zufälligkeiten. Daß Herr Dr. Philippson nicht zugegen war, haben wir bereits gesagt, vermißt wurde er aber nicht! Man fai nte die Ursache und war nicht verstimmt. Auch Herr Dr. Lehmann von Mainz und — Nobl, Rabbiner zu AdLt in Ungarn und Ossad zu Szerdahelli und Ottensoser zu Höchberg waren nicht da") — und kein Mensch vermißte sie und man war durchaus nicht verstimmt über ihr Nichterscheinen. Weiter im „Israelit" heißt eü: „Die 21 Rabbinen, Exrabbinen und RabbtnatScandidaten, die wir in voriger Nummer namentlich aufgeführt, bieten an Intelligenz und Wissenschaft sehr wenig Ausbeute'; cS sind nur zwei darunter, die einen Namen hoben: Geiger und Löw, beide zu bekannt, als daß wir erst nöthig hält n, sie zu characterisiren. Die Anb, Fürst, SeligSbcrg, Weinmann, Hirschfeld, Bogelstein re. re. kann man wohl nicht nennen, ohne zu lächeln. Welche Pygmäen, welche Reformatoren!" Gut, wie stellen diesen Herren die Protestanten gegen die Synode, die Unterzeichner der Bannbulle des „Israelit" entgegen: Gegen Aub von Berlin die Bamberger von Sulzburg und Fischach, Bernseld zu Jrfa und Borchardt zu Die Hauptorthodoxen von ganz Deutschland waren zugegen. Das Fest sollte am 15. des Monats Abh stattsinden, der bekanntlich ein festlich ausgezeichneter Tag ist. Aber um einen reichen Verwandten bei den: Feste zu haben, wurde die Feier auf den andern Tag — der 16. Ab, also in die 2. Hälfte des Monats verlegt —, das Princip also doch gelockert! — Zu diesem Hochzeitsseste wurde ein sogenannter Hochzeitskladderadatsch gedruckt und es ist einem Freunde gelungen, dieses Lpus zu ergattern und uns zuzusendcn. Wenn uns noch nie ein tiefer Ekel gegen diese Clique überwältigte, so war es diesmal. Das waren Zoten der gemeinsten Art und jedem anständigen Menschen würde die Schamröthe ins Angesicht steigen, wollte er dergleichen einer Braut, einer jungen Frau einer religiös gebildeten Dame, ja einem Küchenmädchen, das deutsch nur nothdürstig leseu kann, in die Hand geben. Da werden Glossen über die — neun Monate gemacht, Voraussetzungen und Folgerungen, die wahrhaft empörend sind yür ein sittliches Gefühl. Wir können es natürlich nicht wagen, auch nur eine deutsche Zeile hier abzuschreiben; die Hiebe auf die Synode natürlich eingeschlossm. Dem Hebräischkundigen wollenwirnun zum Zeichen, m welchem Tone das Ganze gehalten ist, einen hebräischen Satz daraus hierherstellrn, einer der sanftesten; die deutschen sind natürlicher viel saftiger. Wir bemerken nur nochmals zum besseren Berswndniß, daß die Hochzeit am 15. Ab stattfinden sollte: da heißt es:?mn v> ws,ftnr rmn?n iw bei: sto iut>. *) Zu den 133 .Bannern" gehörige Herren. Czempin; gegen Fürst, Bernstein im Haag, Berlinger in Girlitz und Caro in Schrimm; gegen Grün ebäum in Landau, Content in Amsterdam nnd Düvenu in Szill-Somogy, gegen Wechsler, Adler, Wiener, Brüll, Professor Dr. Fürst i Leipzig selbst gegen einen Fabrikanten Holländer inLeobschütz: Freymann, Frieden, Fromm (in Homburg v.' d. Höhe.) Ganz, Fried, Goitein 'pi .... idi .... Das sind die Männer, die als die w ^nji ’rto ganz Israel in Brand stecken; die wegen ihrer weltberühmten Gelehrsamkeit ihre Brüder in Juda bannen, auoschließcn, deren religiöse Akte als nichtig bezeichnen, sie unfähig erklären, rabbinische Funktionen zu versehen. Daö sind die Männer, die Dr. Lehmann den Synoda'en entgegenzu stellen wagt. Und dabei hatte Herr Dr. Lehmann man höre! selbst von diesen Herren zu seinem Bahnstrahl weder Auftrag noch Vollmacht! Als im vorigen Jahre Dr. Heß in Eisenach gegen daö ausdrückliche Schristworl eine Trauung eines Schwagers mit der Wittwe seines Bruders, der ihr mehrere lÄnder zurückgelasien harte, vernahm, sprach sich die gesammtejüdische Presse ebne Unterschied derParteifärbung einmüihig gegen die,e Mißachtung eines Sittengeietzes der Thora aus, vor dem auch der Fortgeschrittenste Halt macht. Ein Mann, dessen entschiedenste Reformrichtung wohl unbezweifelt dasteht: Dr. Stein in Frankfurt, rief bei der Kunde von diese n Attentat gegegen das Gesetz der Blutschande dem Schreiber dieses fdnd wem zu! Und Herr Dr. Lehmann wagt es, alle Mitglieder der Synode trotz dieser ausdrücklichen Verwahrungen, für jene That verantwortlich zu macken, unsere Beschlüsse damit zu identisiciren, und die Namen der Männer, welche damals gegen Heß, dem Verletzer des Thorawortes über Blutschande Protest rten, ohne deren nochmalige Vollmacht abzuwartcn, ja auch nur ohne sie dazu, aufzufordern unter seinem Bannstrohle gegen die Synode zu stellen! Und doch sind wir überzeugt, daß es darunter Männer gibt, die hierzu ihre Einwilligung sicher nicht gegeben hätten. Wir wollen nicht in den Ton des „Israelit^ verfallm; wir wollen die weltberühmte Gelehrsamkeit des RedacteurS nicht-verrathen, weil wir sic nicht kennen. Seine Schriften — find weltbekannt; sie sind mustergültig. Die Ideen, die darin niedcrgelegt, bezeugen-Halt, w.r dürfen nicht lügen; wir wissm nicht, ob Herr Dr. Lrhmarn außer den haß» und wuthzlühenden Fanfaren im Israelit je eine Zeile geschrieben. Unter ollen seinen Arbeitern im JSr. ist der Red. wohl der bescheidenste und ist darin keine Zeile, welche er vor dem Forum der Wissenschaft irgend wie als wissenschaftliche Arbeit wird geltm lasien wollen. Und dieser Mann wühlt im Fleisch und Blute Israel-, gegen dessen treuesten Anhänger, spaltet dir Gemeinden, setzt dem besonnenfim Fortl

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