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Der israelitische Lehrer · 1871-01-01 · Nᵒ. 6. · p. Seite 39

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
11 (1871)
Issue
Nᵒ. 6.
Date
1871-01-01
Page
Seite 39 (sequence 7)
Language
German
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I^nnm nur ein Gesetz,, wie e» der Schul- «Hän Aruch *")" ust« vorschreibt und dabei mästen wir «eiben. nnd Sie mäste« auch dabei bleiben. Nicht Mahr.' Reb PinchaS?" . Der also Angeredete ging vorüber, blieb aber nicht stehen bef dieser Anrede. »Wir werden'- erleben", da« waren sein« Worte, die er jederzeit bereit Hätte, wenn er nichtantworten wollte. Eine halbe Stunde später aber wußte die ganze Gemeinde, daß »der Lehrer" am Sabbat vorm Orte ein Buch mit sich herumträgt und Blumen abpflückt. And da- Buch soll zudem noch vou einem neumodischen Rabbiner gewesen sein, setzte der fromme Sohn All- Mannhinzu; er hatte enicht gesehen.- Al- Sehfeld zum Dorfe zurückkehrte, stand Veilchen wieder vor der Thür«. Ihre Mienen zeigten «inen erhöhten Grad von Trübsinn; Sehfeld wollte wieder vorübergehen; aber der betrübte Blick Veilchenhielt ihn zurück. Er blieb stehen. »Warum sind Sie nicht mit den anderen Mädchen gegangen"' fragte er sieleise. »Ich gehe nicht mit — ich gehe nie mit — ich — finde keine Unterhaltung dabei," antwortete Veilchen eben so leise. „Wollen Sie mit mir noch eine Weile gehen?" „Herr Lehrer, wo denken Sie hin? sagte sie bestürzt, „wawürden die Leute sagen? Wir würden unin-Gerede bringen. Und" — setzte sie stockend hinzu .... ,^hr. Lehrer bringen Sie sich auch nicht in- Gerede. Fragen Sie meinen Cousin Marx, er wird Ihnen sagen, waich meine.... er weiß e«, wadie?eute heute von ihnen schon sagen und er meint eS gut mit Ihnen. Er ist brav." 9tedj ein seelenvoller Blick auihrem Auge traf ihn und sie eilte ln'- Hauzurück. (Forts, folgt.) Wochenbericht. Frankfurt. Das »Journal" läßt sich aus Westphalen schreiben, daß ein Magistrat aus einer dortigen Stadt einen Juden als Lehrer anstelle» wollte. Die Regierung versagte die Bestätigung der Anstellung. Der jüdische Lehrer ergriff nun beim Eultusminister Recurs und erklärte sich bereit, znm Ehristenthum überzutreten; da ihm aberschwer sei, die Wahl zwischen den verschiedenen Bekenntniffen zu treffen, so bitte er Herrn v. Mühler (der darüber gewiß genaueste Auskunft geben kann) ihm das wahre —) Ein bekannter jüdischer Gefetze-codex. und richtige Ehristenthum zu bezeichnen. — Der Ms-, uister wird wohl bis lang die Antwort schuldig und. ,der jüdische Lehrer Jude geblieben seini > Oppeln, 25. Aug. Durch einen auswärtigen Freund — ich selber lese grundsätzlich die verläumde-. rischen Blätter nicht — erfahre ich, daß diese nach ihrer' bekannten Weise über den Antrag betreffs des Ringewechselns spötteln. Der Anttag hat eine sehr große Bedeutung; wir tteten damit der zu perhorrescirenden rabbinis'chen Ansicht von der Erkaufung des Weibes durch den Ring, .iv'u »’t* np"2 sei stricte als nn'p aufzutasscn, wonach eine Trauung annullirt ist, wenn sich später herausstellt, daß der Ring weniger im Werthe ist, als cs den Anschein hatte (siehe Amn. zu Aschen Kiduschin 7b), aufs Entschiedenste entgegen und vindiciren dem Ringe nur eine symbolische Bedeutung. Ich hob in der Debatte namentlich hewor, wie treffend öie. Worte des Herrn Advokaten Lehmann seien, daß der Ring nicht bloß dem Weibe, sondern auch dem Manne als treuer Schutzengel bisweilen dienen könne. In meinem Berichte, den ich auf der Kanzel an die Gemeinde, erstattete, machte ich von diesen Worten noch folgende, Anwendung: die Schrift bezeichnet uns inanchc religiöse, Anordnungen als Hülfsmittel, sinnlichen Eindrücken zu, widerstehen. „Wenn ihr den Schaufadcn sehet, so wer-, det ihr euch erinnern an die Gebote des Herrn und nicht nachwandeln eurem Herzen und euren Augen?' Aber wer wird in Abrede stellen, daß dieses Mittel zur Heiligung, wie io manche ändere, für unsere Zeit ganz wirkungslos geworden l wir tragen ja die Schaufäden., nicht an unserein Obcrgewande, wir sehen sie also nicht,, im Gotteshause dagegen bedarf cs am wenigsten eines Mittels zur Vorkehrung, daß wir nicht nachwandeln, unserem Herzen und unseren Äugen.. Wir müssen also^ unserestheils auf solche Mittel bedacht sein, die wirksam sein können, die Formen zu beleben suchen. Die Form der Antrauung durch den Ring, wie sie oben augedcutet, kann als solches Hilfsmittel aufaefaßt werden, und darum verdient der vielversprochcne Antrag volle Anerkennung. In der „Zeit. d. Judenth." Nr. 30, S. 593 lese ich: „Das Fahren am Sabbath finde sich nicht in der Bibel als Verbot bezeichnet." Ich muß anüehmen, der Einsender jenes Berichtes habe keine Idee weder von der so tiefgelehrtcn Arbeit Löw's, noch von meiner Abhandlung in den „Referaten," da wir Beide ja aufs Bündigste nachzewicfen, daß auch auf rabbmischein Standpunkte weder in der Mischnah noch in der Gemara, auch nicht im Codex des R. I. Karo, wo sogar die Veranlassung war, davon zu reden, und erst bei R. M. Ifferles ein Verbot der Fahrens sich findet. Die „gcsctzestrcucn Blätter" kennzeichnend ist cs aber, wenn sie — wie ich ebenfalls durch einen auswättige» Freund erfahre — der Augsburger Zeitung,

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